Folge 11 | Hanseatische Solidarität: Wie gelingt der Zusammenhalt in allen 105 Vierteln?
Shownotes
Wie kann eine Stadt mit großen Unterschieden im Alltag zusammenhalten? In dieser Folge von „Hamburg, watt nu?“ spricht Host Kristina Kara von den Hamburger Energiewerken mit Claudia Meister, Geschäftsführerin von Hanseatic Help, und Dr. Birte Prinzhorn, Geschäftsführerin von 105 Viertel, über Solidarität in Hamburg – und darüber, wie sie konkret gelebt werden kann.
Im Mittelpunkt stehen die Gegensätze einer Stadt zwischen Wohlstand und Bedürftigkeit, zwischen boomenden Quartieren und strukturell benachteiligten Vierteln. Es geht um ehrenamtliches Engagement, soziale Innovationen, Bildung, nachhaltige Stadtentwicklung und die Frage, wie Begegnungen zwischen Menschen entstehen können, die sich sonst nie treffen würden. Diskutiert werden unterschiedliche Wege, Solidarität zu organisieren: vom freiwilligen Engagement bis hin zu unternehmerischen Ansätzen. Und damit auch die Frage, welche Rolle Zusammenarbeit, Infrastruktur und verlässliche Rahmenbedingungen für eine lebenswerte Stadt spielen. Ein Gespräch über Brücken statt Inseln, über Verantwortung von Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft – und darüber, was Hamburg braucht, um in allen 105 Vierteln gut zusammenzuleben.
Aufgenommen im Energiebunker Wilhelmsburg – mit Blick auf eine Stadt, in der Zusammenhalt genauso entscheidend ist wie eine sichere und nachhaltige Energieversorgung.
[100 % Ökostrom für Hamburg - Hamburger Energiewerke] (http://www.hamburger-energiewerke.de/strom/oekostrom-fuer-ihr-zuhause))
Für Fragen und Anregungen zur Podcast-Folge sendet uns gerne eine E-Mail an: wattnu@hamburger-energiewerke.de
Transkript anzeigen
00:00:21: Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Hamburg Wat Nu, dem Podcast in dem wir fragen – wie bleibt unsere Stadt lebenswert?
00:00:27: Heute und in Zukunft.
00:00:29: Bevor wir heute anfangen möchte ich etwas in eigener Sache sagen.
00:00:33: In den letzten Wochen wollten uns einige Interessenvertreter erklären dass ein Podcast der Hamburger Energiewerke nichts mit Themen wie Altern, Frauen Kultur und Essen zu tun haben sollte.
00:00:43: Wir wurden gefragt, warum wir uns hier mit diesen Themen beschäftigen und was das mit unserer Aufgabe die Stadt mit Wärme und Strom zu versorgen, zu tun habe.
00:00:51: Kurze Gegenfrage habt ihr schon mal versucht über die Transformation einer Stadt zu sprechen ohne ihre Menschen in eure Überlegungen mit einzubeziehen?
00:00:59: Menschen, die älter werden Frauen, die mehr als die Hälfte dieser Stadtbevölkerung ausmachen Kulturschaffende, die Hamburg erst zu dem machen, was es ist?
00:01:08: Dieser Podcast dreht sich um große Ideen.
00:01:11: Die Frage, wie diese Stadt in Zukunft noch eine ist, in der man gerne lebt, eint alle.
00:01:16: Immer wieder geht es um Nachhaltigkeit – dieses große Wort!
00:01:20: Und nachhaltigkeit sind eben nicht nur Großwasserwärmepumpen, Geothermie-Projekte, Windräder und Energieerzeugung.
00:01:28: Um keine Missverständnisse hervorzurufen wir lieben Energieerzeugungen.
00:01:31: Die Energiewende ist für uns der wesentliche Bestandteil der gegenwärtigen Transformation unserer Stadt.
00:01:37: Aber dazu gehört noch mehr….
00:01:39: Der Begriff Nachhaltigkeit, den übrigens die Vereinten Nationen definiert haben nicht wir bedeutet eben auch Gesellschaft Menschen zusammenleben.
00:01:48: Und genau darum geht es hier in jeder Folge.
00:01:51: Wir sind ein Hamburger Unternehmen nicht irgendwo Hier.
00:01:54: Viele unserer Kundinnen und Kunden haben sich bewusst für uns entschieden weil uns diese Stadt am Herzen liegt.
00:02:00: Das sagen nicht wir das sagen sie in Befragungen immer wieder.
00:02:04: Unser Purpose ist simpel Hamburg ist die schönste Stadt der Welt.
00:02:08: Sorgen wir dafür, dass sie es auch bleibt.
00:02:11: Das ist kein Slogan – das ist die Haltung mit der wir auf diesen Podcast angehen!
00:02:15: Folge für Folge.
00:02:17: Und jetzt was nu?
00:02:18: Jetzt geht's weiter mit einem weiteren großen Wort und zwar einem, das in Hamburg eine lange Tradition hat und das gleichzeitig neu gedacht werden muss Solidarität.
00:02:28: Hamburg ist eine wohlhabende Stadt Eine Stadt, die Weltkonzerne beheimatet In der Elbphilharmonien gebaut werden und teure Penthäuser auf den Markt kommen.
00:02:37: Und gleichzeitig ist Hamburg eine Stadt, in der rund fünfzehn Prozent der Menschen als bedürftig gelten.
00:02:42: Eine Stadt in der Stadtteile wie Billstedt oder Wilhelmsburg strukturell abgehängt scheinen – während andere boomen!
00:02:49: Wer kümmert sich um die, die der Reichtum dieser Stadt nicht erreicht?
00:02:52: Wie lässt sich dafür sorgen dass Hamburg in allen seinen insgesamt hundert und fünf Stadtvierteln lebenswert wird?
00:02:58: Genau darüber spreche ich heute mit zwei Frauen, die Solidarität nicht nur als Haltung sondern ganz konkret als tägliche
00:03:05: Arbeit
00:03:06: verstehen Dr.
00:03:21: Birte Prinz-Horn, du bist Geschäftsführerin von Hundert und fünf Viertel einem Hamburger Sozialunternehmen mit einer klaren Mission Hamburg in allen hundertfünf Stadtvierteln zur lebenswertesten Stadt zu machen.
00:03:31: Hundertfünftviertel engagiert sich in Kunst, Kultur, Bildung, Inklusionen und ökologischer Nachhaltigkeit.
00:03:37: Seit zwanzig dreiundzwanzig führst Du außerdem die Geschäfte des Impact Hub Hamburg – ein Netzwerk für soziales und nachhaltiges Unternehmertum Und bringst damit soziale Innovatoren und die Hamburger Wirtschaft zusammen!
00:03:48: Herzlich Willkommen.
00:03:49: Ich freue mich, hier zu sein.
00:03:58: In drei Hanseatic Help Stores können bedürftige Menschen jeden Monat rund zweitausendfünfhundertmal Kleidung und Hygieneartikel abholen.
00:04:18: Auf Augenhöhe, nicht auf Almosenbasis!
00:04:21: Ganz herzlich willkommen!
00:04:22: Ja vielen Dank für die Einladung.
00:04:25: Ich bin Christina von den Hamburger Energiewerken, denen dieses Thema sehr am Herzen liegt.
00:04:29: Als Unternehmen das für alle Hamburgerinnen und Hamburger da sein möchte nicht nur für die, die sich den Ökostromtarif leisten können.
00:04:36: Solidarität und Versorgungssicherheit gehören für uns zusammen Und natürlich sitzen wir auch heute wieder hier oben im Energiebunker in Wilhelmsburg einem Ort der Selbstteil dieser Geschichte ist.
00:04:46: Vor wenigen Jahren noch ein Symbol des Vergessenwerdens Ist ja heute ein Ort der Energie, des Ausbruchs und der Begegnung.
00:04:54: Dann fangen wir mal an mit unserer Begegnung.
00:04:57: Bürte, wer uns regelmäßig hört kennt diese Frage?
00:05:00: Ich bitte alle Gäste am Anfang vom Energiebunker aus einmal auf unsere Stadt zu schauen.
00:05:04: Was siehst du und was verbindest Du mit dem Begriff Solidarität wenn Du rüber auf die Stadt Hamburg blickst?
00:05:11: Wenn ich rüber schaue sehe ich einfach die Vielfalt der Stadt.
00:05:14: also ich will man sieht von Hafen bis dann wie du sagst Elpfelharmonie so die großen Wahrzeichen der Stadt aber eben auch den Kindergarten hier vor der Tür einfach die ganz vielen kleinen Viertel und die Menschen, die hier wohnen.
00:05:26: Und für mich ist Solidarität auch einfach das jeder sich einbringt und dem Nachbarn vielleicht auch hilft.
00:05:31: und ja deshalb ich finde einfach spannend wirklich hier nochmal die Stadt als Ganzes zu sehen weil man weiß dass sie aus ganz vielen unterschiedlichen kleinen Teilen besteht.
00:05:40: Ja, das wird am hier wirklich besonnen.
00:05:41: Das war Claudia.
00:05:42: jetzt bin ich sehr gespannt.
00:05:44: Hans-Jatek Helb sitzt in Altona direkt an der Elbe.
00:05:46: Wir können es aber von hier aus nicht direkt sehen.
00:05:49: Aber was fällt dir ins Auge wenn du nach Hamburg schaust?
00:05:52: und was sagt dieses Bild über die Solidarität in der Stadt?
00:05:56: Also tatsächlich sehe ich nur von der anderen Seite schon sehr viel, was sich jetzt hier vom Bunker aus auch sehen.
00:06:02: Nämlich im Prinzip die Elbe, die auch die Stadt ein bisschen zerschneidet.
00:06:08: Sehr viele Viertel, sehr viele Inseln und vor allem viele Brücken.
00:06:12: Ich gucke nämlich wenn ich zu Hanseate kelp gehe komme ich meistens oben vom Altonarbalkon und dann schaut man auf die Kühlbrandbrücke.
00:06:19: ganz toll das sieht man jetzt hier sozusagen von der andern Seite.
00:06:25: Ja, auch symbolisch für Solidarität.
00:06:27: Also für die vielen Unterschiede, die es hier gibt und für das was wir verbinden müssen in dieser Stadt.
00:06:34: und wir müssen eben Brücken bauen und ich denke dafür steht Solidaritätsbrücken zu bauen zwischen Menschen und Gruppen, die nicht gleich sind und nicht die gleichen Voraussetzungen mitbekommen haben.
00:06:44: Jetzt hast du gerade ein wunderschönes Bild aufgemacht nämlich das Bild der Brücken.
00:06:48: Du hast aber auch über die Inseln gesprochen wie es natürlich nach wie vor in Hamburg gibt.
00:06:53: Börte, wie sieht das aus?
00:06:54: Hundert und fünf Viertel hat den Namen sehr bewusst gewählt.
00:06:57: Hamburg hat eben hundertundfünf Stadtteile Und die Idee dahinter ist überall und nicht nur in den privilegierten Ecken für Lebensqualität zu sorgen.
00:07:05: Das ist ja an sich schon ein solidarisches Grundprinzip.
00:07:09: Kannst du das ein bisschen ausführen?
00:07:10: Wie seid ihr eigentlich dazu gekommen und was bedeutet das in der Praxis?
00:07:15: Gerne Für uns kam der Gedanke oder diese Lokalität daher, dass wir gesagt haben wenn ich jetzt Mensch erfahren will das sich was für mich verändert hat dann kann ich es nur merken wenn's mein direktes Umfeld betrifft.
00:07:26: Also ich kann das coolste Projekt in Willemsburg machen und wenn ich hier in Norderstedt wohne dann hilft mir das eben auch nicht so viel.
00:07:31: deswegen haben wir gesagt Wir wollen wirklich dezentral vor Ort bei den Leuten sein Und das kann in jedem Viertel auch etwas unterschiedliches bedeuten.
00:07:39: also wir müssen erst mal schauen was man da dann auch vor Ort braucht.
00:07:43: Aber uns treibt einfach der Gedanke, dass es für jeden erlebbar sein muss.
00:07:47: Und in unseren Projekten leben wir den Gedanken der Hundertfünferte darüber, dass wir zum Beispiel im Bildungsbereich wirklich an den unterschiedlichen Schulen sind und das ist viel Fokus auf die Schulen mit einem niedrigen Kessindex Also vielleicht sozial etwas schwierigerer an Umfeld, aber wir sind eben auch in anderen Schulen.
00:08:06: Am Schluss sollen die Projekte jetzt nicht jemanden ausschließen nur weil die vielleicht aus einem besseren Haushalt kommen Aber natürlich geht es trotzdem darum auch Menschen gleiche Chancen zu ermöglichen.
00:08:15: Genau so im Kunst- und Kulturbereich oder im Viertelkulturbereich wollen wir Leute zusammenbringen also einfach Begegnungen ermöglichn die sonst vielleicht nicht passieren.
00:08:24: Da ist das again and again Festival vom letzten Jahr ein ganz cooles Beispiel, wo es grundsätzlich um den nachhaltige Textilien ging und da hatten wir dann echt vor Ort von sechzehn bis sechzigjährigen von Menschen, die einfach ihre Jacke reparieren wollten bis zu Leute, die sich inspirieren lassen wollten was man jetzt auch alles aus dem Abcycling oder aus Klamotten beim Abcycling machen kann.
00:08:43: Und das sind so die Begegnungen, die Spaß machen, wo man einfach Leute zusammenbringt, die sie sich sonst nicht treffen.
00:08:48: Das funktioniert auch nur lokal weil keiner durch die ganze Stadt fährt je Neues zu treffen, sondern eben das lieber direkt vor der Haustür hat.
00:08:55: Liebe Hörerinnen und Hörern!
00:08:56: Der CAS-Index ist ein Index der Schulen in bestimmten Stadtteilen danach einteilt wie viel Einkommen die Umgebung sozusagen hat und dann den Schulen einen bestimmten Förderbedarf teilhaben lässt.
00:09:08: Das erkläre ich aber auch noch mal in den Show Notes.
00:09:11: Claudia Birtes sprach jetzt gerade von der Erlebbarkeit von Solidarität.
00:09:16: Hans-Ertik Herb feierte im letzten Jahr sein zehnjähriges Bestehen.
00:09:20: Zwei Tausend Fünfzehn entstand der Verein, weil Menschen einfach helfen wollten.
00:09:24: Also weil sie genau diese Solidarität erleben wollten ohne eben lange zu fragen, ohne bürokratische Hürden... Der Hashtag ist einfach machen!
00:09:33: Vielleicht kannst du mal einen kleinen Rückblick beginnen und uns erzählen was sich in den letzten Jahren verändert hat?
00:09:38: Was ist besser geworden aber was ist vielleicht auch schlechter
00:09:42: geworden?!
00:09:44: Ich bleib' mal dabei Erst mal zu sagen, was gleich geblieben ist nämlich dass es wirklich immer noch viele Menschen gibt die einfach helfen wollen und einfach machen wollen.
00:09:53: Und diese Begegnungen von denen Birte gerade gesprochen hat, die kann man bei uns jeden Tag erleben in unserer Zentrale in der Halle wo die Menschen zum Helfen hinkommen und wo sich einfach über Generationen, über Kulturen und auch über Milieus hinweg die Menschen begegnen.
00:10:08: das ist ganz wichtig weil sie gemeinsam etwas Gutes tun weil Sie gemeinsam helfen wollen verändert.
00:10:13: Ach ja, hat sich sicherlich eine ganze Menge... Das war damals natürlich, zwei Tausend Fünfzehn eine riesige Geschichte in den Messerhallen.
00:10:22: Es waren einfach wahnsinnig viele Leute die da zusammengekommen sind um zu helfen.
00:10:27: das hat natürlich abgenommen.
00:10:28: also es kommen jetzt nicht mehr täglich tausend bis tausenden fünfhundert leute sondern wir haben eben so in der Woche so fünftig bis hundert sag ich mal die wirklich regelmäßig immer aktiv da sind.
00:10:37: und dazu kommen aber auch noch ganz viele Menschen die einfach mal reinschauen ja wir haben viele Unternehmen zum Beispiel die Social Days bei uns machen mal für einen halben Tag da irgendwie mithelfen.
00:10:48: Das ist gleich geblieben.
00:10:49: Wir brauchen das Ehrenamt, es hat sich aber auch verändert.
00:10:53: früher war der Verein Rhein-Ehrenamtlich.
00:10:55: Es gab wirklich überhaupt keine Menschen die bezahlt wurden dafür.
00:10:59: Das ließ ich irgendwann in der Größe gar nicht mehr durchhalten sozusagen weil es brauchte Verbindlichkeit und wir sind inzwischen eben ein Verein mit einem großen hauptamtlichen Team.
00:11:09: Wir haben auch noch viele weitere Beschäftigte, die gefördert werden und bei uns mithelfen.
00:11:14: wir haben Bundesfreiwillige also wir sind da irgendwie ziemlich groß geworden und sind ja auch so eine Art Logistik-Hub, sage ich mal.
00:11:22: Eine Art Großhändler für Sachspenden.
00:11:25: bei uns können sie eben gebracht werden wir sortieren Sie und wir geben sie dann bedarfsgerecht wieder raus.
00:11:32: das sind so Sachen die sich geändert haben.
00:11:33: was leider gleichgeblieben ist oder sogar eigentlich schlechter geworden ist dass es eben die Bedürftigkeit in der Stadt Also gegründet hat sich Hanseate Kelb als viele geflüchtete Menschen gekommen sind.
00:11:45: Das war eine sehr singuläre Angelegenheit, die sozusagen so der Auslöser war für diese Schwarmintelligenz, die diesen Vereinen letztlich nachher in den Messerhallen gegrünt hat ist aber ja sehr schnell dann für alle Bedürftigen.
00:11:56: also hat sich für alle bedürftige in der Stadt zuständig erklärt und so ist es dann eben auch geblieben.
00:12:02: Und diese Bedürftigkeit muss man sagen das kann man schon feststellen Die ist über die Jahre eben immer mehr gestiegen.
00:12:08: und wie der Armutsbericht Der aktuelle des paratetischen Wohlfahrtsverbandes auch zeigt, liegen wir in Hamburg tatsächlich mit der Armutsquote auch deutlich über den Bundesschnitt.
00:12:16: Und es trifft vor allem Kinder.
00:12:28: Die ersten achtzehn Generatoren sind bereits sicher in der ukrainischen Hauptstadt angekommen.
00:12:34: Weitere sollen folgen – damit leistet Hamburg konkrete und schnelle Hilfe für die notleidende Bevölkerung und trägt dazu bei, in einer äußerst schwierigen Lage die Energie- und Wärmeversorgung in der Ukrainischen Hauptstatt zu stabilisieren.
00:12:46: Mit den Generaturen können bis zu dreitausend Haushalte mit Strom versorgt werden.
00:12:50: Die Bestellung und Auslieferung erfolgt durch die Behörde für Inneres und Sport.
00:12:54: Darüber hinaus wollen die Hamburger Energiewerke und weitere öffentliche Unternehmen der Freien und Hansestadt Hamburg, die Hilfe für die Ukraine unterstützen – und werden weitere spenden.
00:13:04: Bereits in Betrieb sind zwei Generatoren, die aus Spendengeldern des Paktes für Solidarität und Zukunft gekauft wurden.
00:13:10: Sie sichern Heizung, Beleuchtung und Kommunikation in den Hope and Healing-Zentren der Organisation Save Ukraine in der Region Kiev.
00:13:18: In den Zentren werden Kinder und Familien betreut, die im Krieg ihr zu Hause verloren haben oder traumatisiert sind.
00:13:29: Ich hoffe wir kommen später nochmal auf diesen Faktor Ehrenamt- und Professionalisierung zu sprechen.
00:13:36: Ich würde aber gerne einmal bei diesem Begriff Bedürftigkeit bleiben, den du reingebracht hast Claudia Birte.
00:13:43: kannst du das ein bisschen ausführen?
00:13:45: jetzt mal ein aktuelles Schlaglicht auf eure gegenwärtige Arbeit?
00:13:49: Welche Viertel werden von eurer Arbeit am häufigsten erreicht und in welchen fehlt eigentlich jetzt auch noch am meisten?
00:13:55: Ich glaube, die Vierteln wo wir stark sind, sind natürlich auch die viertel wo wir lokal schon Orte haben.
00:14:02: Also dass es eben irgendwie mit dem Impact Hub sind wir sehr zentral am Gänsemarkt um da einfach viele Leute zusammenzuziehen unter Begegnungen zu ermöglichen.
00:14:11: Mit unseren Locations sind wir auch in Sankt Pauli Ottenson-Aktiv, also das heißt auch da ist es natürlich irgendwo leichter wenn wir Kulturveranstaltungen machen die dann auch mal schnell bei uns zu machen.
00:14:22: Die Locations sind ja auch extra nachhaltig gestaltet.
00:14:24: oder wissen wir auch dass passt unseren Werten und doch da wollen wir Menschen zusammenbringen.
00:14:29: im Schulbereich ist es dann doch eher an den Schulen.
00:14:32: also da sind wir schon verteilter mittlerweile bei über vötzig Vierteln unter anderem zum Beispiel auch in Willemsburg und da macht's eben Spaß, da gibt's echt tolle Schulen die unglaublich aktiv sind, Schulen die ihren eigenen Makerspace haben die dann auch sich gern beraten lassen und da mit uns sehr aktiv auch Sachen gestalten.
00:14:50: Wo wir noch nicht so aktiv sind, ist ehrlicherweise viel auch an den Randgebieten weil das einfach dann auf Fahrtwege beinhaltet wo ja wo wir dann nicht so schnell vor Ort sind.
00:14:59: ich glaube da wird es dann auch spannend ob wir gerade im Viertelkurtebereich vielleicht darüber Ehrenamt besser dahin kommen, dass Leute sagen ich möchte auch vor Ort was machen wie mache ich das denn so.
00:15:09: Das wird nochmal spannend ob man das in der Richtung ausbaut.
00:15:12: aber zurzeit machen wir es halt eher mit unserem Team und dann kommt auf die Bereiche bisschen drauf an.
00:15:18: genau.
00:15:19: Ich kann dazu natürlich nur sagen, dass der Energiebunker auch eine wunderbare Location ist, die man dafür ja vielleicht auch mal andenken könnte.
00:15:26: um noch mehr hier im Stadtteil Williamsburg zu machen Claudia, du hast eben schon den Armutsbericht angesprochen und auch darauf hingewiesen dass Hamburg da eigentlich nicht besonders gut dasteht.
00:15:35: Ihr versorgt heute mehr als dreihundert Einrichtungen kostenfrei mit Sachspenden und erreicht monatlich zweitausend fünfhundert Menschen.
00:15:44: Das ist eine sehr beeindruckende Zahl.
00:15:46: Meine Frage an dich jetzt aber ob die eigentlich zeigt wie groß die Not in Hamburg ist.
00:15:52: Also wir erreichen tatsächlich mehr als zweitausendfünfhundert Menschen, weil das ist nur die Anzahl von Menschen, die wir über unsere eigenen Hanseate Kelbstores erreichen im Monat.
00:16:00: Das ist ein Drittel der Artikel, die wir rausgeben.
00:16:03: Im Monat, zwei Drittel geben wir an diese Organisationen und anderen Organisationen.
00:16:07: Das sind also die ganzen obdachlosen Initiativen, das sind Beratungsstellen, Frauenhäuser.
00:16:13: Teilweise sind es auch städtische Einrichtungen und kirchliche Einrichtung von anderen Wohlfahrzträgern.
00:16:18: Ich glaube, wir erreichen sehr viel mehr Menschen.
00:16:21: Wir geben ja fast eine Million Einzelartikel pro Jahr aus.
00:16:26: Also ... Ich glaube, die Zahlen kannst du nicht eins zu eins jetzt nehmen.
00:16:32: Weil wir erreichen gar nicht alle Menschen, die in Not sind in Hamburg.
00:16:35: Also ... Wir erreichen eben diese Organisationen und über die Stores merken wir wie viele einzelne Personen es gibt, die ja auch nicht über Organisationen angebunden sind sondern die ich sag mal in ihrer Not einfach alleine sind als Privatpersonen Und wie groß natürlich auch die Hürde ist sich da helfen zu lassen, weil es natürlich auch eine Form von Stigmatisierung ist.
00:16:57: Zur Tafel zu gehen in einen Hanseatic Help-Store zu gehen so lange jeder weiß dass wenn man da reingeht dann kann man nur bedürftig sein weil sonst dürfte man da sozusagen gar nicht reingehen.
00:17:06: das ist auch echt ne Herausforderung die wir haben die wir auch angehen wollen.
00:17:10: ich glaube die Not ist tatsächlich größer in Hamburg.
00:17:13: wie gesagt der Amutsbericht sagt fast zwanzig Prozent der Menschen in Hamburg an der Armutsgrenze leben oder in Armut leben und dass es jedes vierte Kind fast ist.
00:17:25: Insofern glaube ich leider Gottes müssten wir eigentlich noch mehr tun.
00:17:31: Ja, schaffen wir aber gar nicht.
00:17:34: Bitte da interessiert mich wie du das wahrnimmst.
00:17:37: Claudia sprach jetzt nochmal über die Bedürftigkeit auch über eigentlich die hohe Anzahl Menschen, die bedürftig sind.
00:17:44: Auf der anderen Seite gilt Hamburg als total weltoffen und wohlhabend?
00:17:50: Wie erlebt ihr dieses Spannungsfeld in eurer
00:17:52: Arbeit?".
00:17:55: Ich glaube für mich stellt sich da ein bisschen die Frage warum die Bedürftigkeit in Hamburg so hoch ist.
00:18:00: also ist das eben einfach wirklich das für viele, die schon lange hier sind es dann jetzt enger wird weil die Mieten steigen?
00:18:07: oder liegt es auch in Teilen daran dass viele hier herkommen weil sie eben hoffen von dem Reichtum und der Vielfalt irgendwie auch was abzubekommen.
00:18:14: Und ich glaube, da spielt Solidarität eben auch wieder einen großen Faktor weil es sehr cool ist wenn Leute hierher kommen immer wie Chancen zu nutzen und die Chancenen wollen wir dann noch geben.
00:18:25: Ich glaube im Bildungsbereich versuchen wir da genau das dass wir auch Kindern eben Perspektiven aufzeigen sie versuchen zur Neugiere anzuregen und zu schauen dass sie neue Ideen bekommen wie sie auch ihre Zukunft gestalten können.
00:18:39: Im Impact Hub geht es ja dann tatsächlich eher darum, auch Modelle zu bauen die irgendwie wirtschaftlich sind aber eben auch nachhaltig und der Gesellschaft das beitragen.
00:18:47: Also auch da einfach wieder Chancen eröffnen.
00:18:48: Und ich glaube dass ist halt was in Hamburg so spannend ist, dass es viele gute Chancens geben kann wenn nicht eben auch der Unternehmenverbinde.
00:18:56: Menschen verbinden und aus diesen Verbindungen kann sehr viel entstehen.
00:19:00: und deshalb ich glaube man muss den Bericht sehr ernst nehmen.
00:19:03: also muss sich bewusst sein dass da immer noch viel Hilfe notwendig ist.
00:19:07: Aber ich würde es auch als Chance sehen, dass man eben durch neue Verbindungen da auch ganz viele neue Chancen öffnen kann.
00:19:13: Kannst du uns das einmal nochmal kurz beschreiben?
00:19:16: Was macht ihr da im Bildungsbereich vielleicht ein konkretes Projekt?
00:19:21: Also wir machen Workshops an Schulen und verbinden da immer ein digitales Instrument mit Bildung zu Nachhaltigkeit.
00:19:27: Zum Beispiel haben wir drei D-Drucker, reden dann über Stadtplanungen und wie man Stadtplanung eigentlich nachhaltig gestalten kann und dann kann man die Stadt eben auch ausdrücken und mal rumspielen und wie kann man denn Sachen zusammenbauen?
00:19:38: Es gilt immer darum irgendwie beide Fähigkeiten zu fördern Nicht nur im Sinne, wie wende ich jetzt einen Radedrucker an?
00:19:46: sondern auch ein Verständnis zu erzeugen.
00:19:47: Was sind Vor- und Nachteile?
00:19:48: Also das ist auch kritisch zu hinterfragen.
00:19:50: Wofür lohnt es sich den Anzuwenden?
00:19:53: Genau!
00:19:53: Das sind so Impulse die wir versuchen zu setzen um da auch die Fähigkeiten die man in der Zukunft braucht beizubringen.
00:20:00: Claudia Hansiatekelp hilft unterschiedlichen Menschen in akuten Notlagen.
00:20:05: du hast sie schon angesprochen.
00:20:06: Es sind obdachlose geflüchtete Familien mit geringem Einkommen, Alleinerziehende.
00:20:12: Jetzt kommen wir mal von den Schülerinnen und Schülern zu den allerkleinsten Menschen in Hamburg, den Babys.
00:20:18: Ihr habt auch das Projekt Hello Babybags für Eltern in prekären Situationen gestartet.
00:20:23: Kannst du uns das etwas ausführen?
00:20:25: Und dass vielleicht auch direkt beschreiben was sowas über die Realität in Hamburg sagt, die wir vielleicht auch manchmal einfach gar nicht sehen wollen.
00:20:35: Also die Hello Babybacks sind Startersets für Neugeborene.
00:20:40: Die werden von uns im Beratungskontext, also nicht von uns ausgegeben sondern von Beratungsstellen ausgegeben.
00:20:47: Die sie bei uns bestellen.
00:20:48: das sind so die Baby-Lotsen und die frühen Hilfen Und ich weiß gar nicht ob die Tatsache dass wir das machen.
00:20:56: jetzt was über den Zustand in Hamburg aussagt.
00:20:59: Ich möchte dazu erzählen dass es diese Babiestarter Sets gibt's in anderen Ländern zum Beispiel in Finnland vom Staat für jede Familie egal jetzt unabhängig vom Einkommen.
00:21:11: Es geht einfach darum, dass wenn Menschen Eltern werden sie sich konzentrieren sollen auf die Verantwortung und auf das große Neue was damit zusammenhängt und sich auf gar keinen Fall irgendwelche finanziellen Sorgen machen sollen.
00:21:26: So ein Baby, das bringt eben nun mal eine große finanzielle Investitionen sozusagen mit sich für den Staat.
00:21:33: Und so ein Back bei uns besteht aus bis zu achtzig verschiedenen Artikeln.
00:21:40: wenn die jetzt alle neu gekauft würden dann ist das ungefähr Wert von vierhundert Euro und das ist jetzt für ne Familie ja vielleicht eben von Bürgergeld lebt natürlich überhaupt nicht zu stemmen.
00:21:52: insofern Ich will nur damit sagen, ich weiß jetzt gar nicht ob da in Hamburg es besonders anders ist als woanders.
00:21:58: Aber diese Idee einfach zu sagen wir machen den kleinsten den Staat ins Leben erstmal gleich!
00:22:05: Also, die haben die gleichen Voraussetzungen dann sozusagen.
00:22:08: Und die Eltern können sich eben konzentrieren darauf ihr Kind zu versorgen.
00:22:12: Das finde ich ist irgendwie die wichtige Idee dahinter.
00:22:15: und ja wir versuchen das auch nachhaltig zu machen.
00:22:19: da bin ich dann bei Birte.
00:22:20: Das heißt diese Babybacks werden zusammengestellt Auch aus gespendeten Artikeln, auch aus zugekauften Artikel.
00:22:27: Da sind auch Hygieneprodukte drin, Windeln, Feuchttücher, Kreben ... Da ist übrigens was für die Mama dabei.
00:22:34: Die muss ich nämlich auch pflegen, wenn sie gerade ein Kind geboren hat und kann sich das vielleicht nicht leisten.
00:22:39: Da gibt es auch Abcyclingartikel dabei, die wir inzwischen selber herstellen.
00:22:43: Wir haben so das Ziel pro Jahr etwa achthundert davon auszugeben.
00:22:48: Das ist eine ganze Menge!
00:22:50: Schaffen wir noch nicht ganz?
00:22:51: Aber wir werden da immer besser.
00:22:54: klingt auf jeden Fall nach einem super tollen und sehr, sehr wichtigen Teil eurer Arbeit.
00:22:59: Was du gerade angesprochen hast ist ja eigentlich wenn das in anderen Ländern anders funktioniert ein Element von verstaatlicher Solidarität von Anfang an.
00:23:08: ich habe euch ja gesagt ich möchte gerne mit euch auch über die Strukturen sprechen wie man eben Solidaritätsorganisieren kann.
00:23:15: Ihr habt da, glaube ich beide sehr unterschiedliche Ansätze.
00:23:18: Deshalb bin ich sehr gespannt auf eure Antwortenwürde.
00:23:20: fange ich mal mit dir an.
00:23:22: Hundertfünftviertel versteht sich als Sozialunternehmen mit einer gemeinnützigen GmbH einem Impact Hub, einem Kulturzweig.
00:23:29: Das ist also kein klassischer Verein, kein klassisches Ehrenamt.
00:23:34: Warum braucht Solidarität Unternehmerisches Denken?
00:23:40: Für uns steht Unternehmerregistern oder auch dieser Begriff Entrepreneurial Mindset, den es ja auch gibt.
00:23:44: Das ist wirklich sehr aktiv.
00:23:47: da versucht man Sachen und kommt schnell ins Machen.
00:23:49: Und das ist eben das was wir auch tun wollen also dass man nicht sehr lange über Konzepte redet sondern Sachen ausprobiert und dann aber auch schaut was hat funktioniert das Feedback einsammelt eben von den Leuten die es dann wirklich betrifft.
00:24:00: Also im Unternehmertum ist es meistens der Markt hier sind es teilweise auch unsere Zielgruppen.
00:24:05: aber dass ich eben Dinge ausprobiere Und dann anpasse, also diese ist iterative.
00:24:10: Das ist eben das was irgendwie Unternehmertum für uns auch ausmacht.
00:24:13: und am Schluss wenn ich dann rausgefunden habe, was ist denn besonders wirkungsvoll?
00:24:17: Dass sich das dann auch sehr effizient mache!
00:24:19: Bei Unternehmen ist es häufig so dass sie ja dann eher auf ihren Umsatz steuern, auf Ihren Profit und das möglichst effiziente machen.
00:24:26: jetzt bei uns ist es danach viel, dass wir auf Wirkung steueren, also dass wir eben Wirkung maximieren wollen und das ist dann das wo wir aber auch effizienz sein wollen und wie wir das halt eben unternehmerisch denken.
00:24:35: Der zweite Aspekt, der da reinfällt, was du auch meintest.
00:24:37: Wir haben eine gemeinnützigen Bereich aber eben auch GmbHs also auch da haben wir wirtschaftliche Zweige und der Profit, die da erwirtschaftet wird, der fließt aber wieder in die Gemeinnützigkeit.
00:24:46: Also er bleibt in der ganzen Gruppe und kann damit eben auch Bereiche unterstützen, die sich nicht so leicht wirtschaftlich denken wie eben Bildung oder Kultur, was jetzt zurzeit sehr teilweise staatlich finanziert ist oder Spendenfinanziert ist und da wollen wir eben auch beitragen das nochmal Nachhaltig auch aufzustellen, indem wir eben auch wirtschaftliche Bereiche haben, die den Teil dann wieder finanzieren.
00:25:09: Danke für die Erläuterungen!
00:25:10: Claudia Hanserte-Kelb lebt zum großen Teil vom Ehrenamt – du hast aber eben diese professionellisierten Strukturen ja Eingangs schon angesprochen.
00:25:19: Trotzdem was kann denn Ehrenamt?
00:25:21: Was kein unternehmerisches Modell
00:25:23: kann?!
00:25:26: Also ich denke tatsächlich dass Diese Vielfalt, die wir da haben schwer unternehmerisch herzustellen ist.
00:25:34: also würde du ganz gerne sagen was du dafür eine Idee für hast.
00:25:38: aber ich finde es insofern interessant weil ich das an unserer eigenen Organisation sehe.
00:25:42: An der Stelle wo wir hauptamtlich tätig sind dass unsere Vielfalten nämlich auch nicht so weit her.
00:25:47: Das würde jetzt so weit führen, glaube ich.
00:25:49: Dass alles auseinander zu nehmen an wie vielen Faktoren das liegt.
00:25:52: aber es liegt sicherlich nicht daran dass wir Vielfalt ausschließen würden sondern wir würden sie sehr begrüßen.
00:25:56: Aber es gibt viele Gründe warum es wahnsinnig schwer fällt Sie im hauptamtlichen Bereich herzustellen.
00:26:02: Im ehrenamtlichen bereich finde Ich ist sie einfach ganz klar da und das liegt daran dass Es eben eine rein intrinsische Motivation ist weshalb die leute kommen.
00:26:10: also Klar, auch Ehrenamtliche haben verschiedene Interessen.
00:26:13: Aber ich glaube da gibt es schon eine große Gleichheit sozusagen und es gibt auch unheimlich viel auf Augenhöhe und das kann man vielleicht in Unternehmen herstellen die eher kollektiv organisiert sind.
00:26:24: aber ich glaube so nach dem klassischen hierarchischen Unternehmensprinzip wird es sehr schwierig das herzustellen und dieses dass Menschen zusammenkommen die alle mit dem Herzen dabei sind und die sich auch auf Augen Höhe begegnen wollen Das glaube ich schon, was Ihren Amt nochmal erstmal von einem unternehmerischen Modell unterscheidet.
00:26:44: Also wer mir in der Theorie sozusagen sagt welches unternehmerische Modell das genauso abbilden kann?
00:26:49: Der ist ein großer Ökonom irgendwie.
00:26:54: Ja,
00:26:54: das ist jetzt mal so.
00:26:54: meine These dazu!
00:26:58: Stimmt jetzt so, für mich sind es unterschiedliche Aspekte von Solidarität.
00:27:02: Ich glaube ich brauche es im Unternehmerischen und möchte trotzdem das auch unternehmen solidarisch handeln also dass sie die Ressourcen, die Menschen haben in den Strukturen dafür einsetzen.
00:27:12: aber wie du sagst Ehrenamt funktioniert doch anders und da ist ja wirklich erntestig meine Zeit Einsätze oder dass sich mich als Mensch auch einsetze und das kann ich als Unternehmen Denke ich ja trotzdem in Ressourcen.
00:27:24: Da habe ich Leute angestellt, die zahle ich für was und dann muss das auch funktionieren.
00:27:28: Ich glaube dass das Spannende am Ehrenamt da muss nicht alles immer funktionieren.
00:27:32: also da kann ich mich einfach einbringen und ich finde beide Aspekte unglaublich wichtig und ich find cool, dass beides abgedeckt ist durch uns beide.
00:27:39: Wobei mir echt wichtig ist zu sagen, dass wir auch als Organisationen die quasi überhaupt keinen wirtschaftlichen Betrieb hat finde ich, dass wir total professionell arbeiten und übrigens auch unternehmerisch denken.
00:27:50: Also natürlich ist es für uns genauso wichtig unsere Ressourcen effizient einzusetzen und wir arbeiten daran ausständig.
00:27:57: also wir machen im Prinzip Change Management und strategische Überlegungen genau so wie in Unternehmen.
00:28:03: aber das ist genau richtig was du sagst Wir haben halt verschiedene Interessen.
00:28:07: die Effizienz ist die eine und warum Menschen zum Beispiel einen Ehrenamt machen und was sie brauchen damit sie das gutmachen können.
00:28:14: Das widerspricht übrigens mal mal der Effizienz.
00:28:17: Und das ist total spannend, wie man dann da Entscheidungen trifft.
00:28:20: Also wenn ein Logistiker bei uns reinkommt, der würde sagen um Gottes Willen warum nehmt ihr denn verschiedene Kartongrößen?
00:28:26: Das ist ja total ineffizient weil wenn ich die Nacher auf eine Palette packe, da muss sich die folieren und so weiter und es alles irgendwie...das kostet ja alles Zeit und es schwierig.
00:28:35: aber da gibt es halt Gründe.
00:28:36: in dem Fall es ist jetzt Nachhaltigkeit bei uns und dass wir auch gebrauchte Kartons benutzen die wir schneller und automatisierter vielleicht machen könnten, rationalisieren können.
00:28:48: Ist es aber wichtig... zum Beispiel jemand, der freiwillig kommt und seine Zeit rein investiert.
00:28:52: Der möchte die aber anders machen.
00:28:54: Und da sozusagen so einen Balance herzustellen zwischen natürlich ressourceneffizient einzusetzen und trotzdem mitzudenken worum es eigentlich im Großen und Ganzen geht.
00:29:05: Das wünsche ich mir genau wie du das sagst übrigens von den Unternehmen genauso.
00:29:08: Das kann nämlich jedes wirtschaftliche Unternehmen auch machen.
00:29:11: also die Solidarität mit rein denken vielleicht mehr Die Motivation ihrer Mitarbeitenden auch mitdenken an der Stelle, weil das ist meistens die größte Ressource und da können wir uns glaube ich treffen.
00:29:24: Ich glaube auch, dass ihr euch da ziemlich trefft.
00:29:26: Super spannend wie ihr beide das einordnet!
00:29:28: Ich habe dann eine Nachfrage an dich Birte und zwar eigentlich dieses die Wirtschaft mehr als Akteur zu sehen und nicht nur wirtschaftlich zu denken.
00:29:37: Das macht ihr ja beim Impact Hub auch.
00:29:39: Ihr baut Brücken zwischen großen Unternehmen und sozialen Start-ups.
00:29:44: Hamburgs Wirtschaft ist stark aber was muss denn oder was sollte denn die Wirtschaft eigentlich noch mehr tun?
00:29:51: damit Solidarität eben genau kein Ehren am Thema bleibt, sondern auch eher in den wirtschaftlichen oder überhaupt in den Mainstream gerät.
00:30:00: Es gibt immer noch viele Unternehmen, die machen zum Beispiel den Social Day bei euch und wo es dann einzelne Initiativen gibt, die Leute freistellen, dass sie ihre Fähigkeiten irgendwo anders einsetzen dürfen.
00:30:12: also ich finde da passiert schon einiges was auch gut ist.
00:30:16: Ich finde es trotzdem spannend und genau das ist das, was wir auch im Impact have fördern wollen.
00:30:19: nochmal drüber nachzudenken.
00:30:20: Habe ich dass nicht nur neben der Tätigkeit mache die ich in meinem Unternehmen mache sondern da eben auch integrieren kann?
00:30:28: Also dass sich eben wirklich in den Aktivitäten die ich tue noch mal nachhaltig oder sozial also auch da Zwecke fördern kann.
00:30:35: Und nicht weit verstehen.
00:30:36: Das heißt immer noch ich muss auch unternehmerisch denken im Sinne von profitorientiert oder zumindest profitabel sein weil auch das ist ein Aspekt von Nachhaltigkeit.
00:30:45: Aber eben auch mitzudenken, was ist denn meine Wirkung auf die Gesellschaft und auf die Umwelt?
00:30:50: Und wie kann ich da eben auch Sachen vielleicht sogar verbessern.
00:30:54: Also nicht nur meinen Fußabdruck kleiner machen sondern vielleicht auch Impulse geben, wie Sachen wieder umkehren, Sachen verbessere.
00:31:01: Da gibt es glaube ich wirklich spannende Modelle, die sehr unternehmerisch sind also die dann sich gegen den Markt gut verteidigen lassen, die super effizient sind, die wettbewerbsfähig sind und viel schwieriger zu imitieren, also auch zukunftsfähig dadurch sind.
00:31:15: Und das sind ja genau die Modelle, die wir irgendwie aufbauen wollen und wo dann ein Unternehmen auch... Ich finde automatisch solidarisch wird weil es eben auch gleichzeitig für die Gesellschaft mitwirkt.
00:31:28: Also liebe Menschen in Unternehmen, die das gerade hören bitte fragt euch doch mal was euer Unternehmen auch beitragen könnte grundsätzlich zu mehr Solidarität in Hamburg.
00:31:39: Claudia da habe ich noch eine Frage an dich.
00:31:41: Hamburg hat viele Unternehmen, aber auch viele Netzwerke, viele Initiativen.
00:31:45: Viele Menschen die sich engagieren.
00:31:48: Häufig ist es aber so dass sie auch ein bisschen nebeneinander arbeiten und nicht untereinander.
00:31:52: kommen wir noch mal zum Thema Solidarität unter diesen einzelnen Initiativen.
00:31:57: was braucht Hamburg damit aus solidarischen Einzelprojekten wirklich eine solidarische Stadtgesellschaft entsteht?
00:32:04: Also ich möchte erst mal positiv sagen, dass ich finde wir haben schon sehr viel Solidarität bei diesen Initiativen.
00:32:10: Bei den Vereinen und so weiter.
00:32:12: Ich find auch das Hanseatik Help eigentlich ein totales Beispiel dafür ist weil ja Hanseate help hilft eigentlich ganz vielen anderen Organisationen, dass sie ihre soziale Arbeit machen können.
00:32:24: also das ist sozusagen wenn man das nennen will unser Geschäftsmodell.
00:32:28: Wir erleichtern denen, dass die sich nicht darauf konzentrieren müssen, Sachspenden zu sammeln, zu sortieren.
00:32:33: Zu lagern und den Müll zu entsorgen und was wir da alles so zu tun haben sondern sie können einfach sagen Wir brauchen jetzt für unsere Obdachlosen irgendwie die und die Klamotten.
00:32:43: Sie bestellen die bei uns.
00:32:44: Die bekommen genau das und dann können sie die wieder ausgeben Und dann können Sie sich darauf koncentrieren zum Beispiel Essen auszugeben eine medizinische Versorgung Sich darum zu kümmern Dass die irgendwie in eine Wohnung kommen oder so.
00:32:57: Und das finde ich ist schon sehr, sehr solidarischer Gedanke und deshalb habe ich oder haben wir von Hans-J.A.T.
00:33:02: Kelb auch wirklich ein sehr großes Netzwerk in diesem sozialen Bereich.
00:33:05: Ich glaube dass es das A&O also Netzwerke fördern und das kann natürlich sehr gut und muss auch glaube ich über also politisch gestaltet werden.
00:33:16: Also die Politik kann schon wirklich da die Rahmenbedingungen schaffen, sowohl indem sie Orte bereitstellt dafür, indem sie das einfach ganz klar unterstützt, die ganzen solidarischen sozusagen Aktionen zusammenzubringen und natürlich auch – und ich finde, da ist unsere Stadt auch gut – in dem Sie guckt dass sie ungefähr gleichermaßen auch nur Unterstützung anbietet.
00:33:40: Ganz schwierig wird es, glaube ich wenn die ganzen sozialen Unternehmen sozusagen in Konkurrenz zueinander gehen.
00:33:47: Da finde ich tatsächlich ist nicht der unternehmerische Wettbewerb an dieser Stelle sondern da geht's eben genau darum zu sagen wir wollen eigentlich alle so das gleiche wir wollen gesellschaftliche Wirkung maximieren und da ist es eben gut sich gegenseitig zu unterstützen und sich zu helfen und nicht in Konkurenz zuseinander zum Beispiel um Fördergelder zu treten.
00:34:04: Insofern finde ich da so einen gleichen Staat oder eine gleiche Ausstattung irgendwie zu geben.
00:34:10: Ja, das ist ganz wichtig.
00:34:12: und was glaube ich noch ein Faktor wenn ich den nennen darf?
00:34:16: Hamburg ist ja auch die Stadt der Stiftungen.
00:34:18: Es gibt keine Stadt in Deutschland, die mehr Stiftung hat.
00:34:20: jetzt sind nicht alle davon unbedingt gemeinnützig.
00:34:22: es gibt auch ein paar diesen glaube ich Steuersparmodelle.
00:34:24: aber sagen wir mal sehr viele davon sind schon auch dafür da um eben Gutes zu tun da zum Beispiel noch mal irgendwie eine Initiative zu machen, wie bringen wir eigentlich diese ganzen vielen Gruppen die eigentlich Geld von Stiftungen gebrauchen können und die Stiftung selber so miteinander zusammen.
00:34:40: Wie matchen wir die so?
00:34:42: Dass nicht jede Gruppe einzeln recherchieren muss.
00:34:46: Welche Stiftogen hat jetzt welche Förderzwecke und passt das jetzt eigentlich zu meinen Projekten?
00:34:51: Und übrigens auch dass Wortprojekte ist eigentlich auch ein Unwort bei mir weil es gibt eben auch einen Hang zu Projektitis.
00:34:57: Eigentlich geht es doch darum, und das finde ich übrigens nachhaltig.
00:35:00: Da treffen Birte und ich uns vielleicht... Also Projekte immer nur zu fördern und dann zu sagen so zwei Jahre und jetzt brauchen wir aber ein neues Projekt!
00:35:07: Was ist das denn für einen Quatsch?
00:35:09: Wenn was richtig gut läuft, dann ist es nachhaltiger weiter zu fördern weil es ist mal aufgebaut worden da sind mal Ressourcenhallen investiert worden.
00:35:17: Das kann man optimieren.
00:35:19: Und das sind so ein paar Hebel glaube ich wo ich glaube dass eben Die Politik uns vor allem durch die Schaffung von Rahmenbedingungen ganz wunderbar unterstützen könnte in dieser Stadt.
00:35:28: und wie gesagt, sie tut es auch schon.
00:35:31: Es steht und fällt also mit den Rahmenbedingerungen.
00:35:34: Danke Claudia für diese ganz konkreten Hebel.
00:35:36: das versuche ich auch nochmal bei dir Birte.
00:35:38: wenn du dich jetzt auf eine Maßnahme festlegen solltest die wirklich essentiell ist um Hamburg strukturell solidarischer zu machen was wäre das?
00:35:48: Und die Punkte von Claudia ist schon alles spannend.
00:35:50: Welchen Aspekt ich noch einbringen würde, wäre auch echt so die Frage oder wo ja auf viel Gedankengutschen reinfließt es wie preise ich denn ein wenn nicht allgemeine Ressourcen verwende?
00:36:00: Wie eben unseren Planeten wie Umweltthemen wie soziale Themen?
00:36:04: weil nur damit kann ich dann Sachen vergleichbar machen und ich glaube auch da spielt Solidarität am Ende wieder ein Faktor.
00:36:09: also das ist ein wichtiger Faktор weil ich wenn ich das alles einpreise damit werden Sachen immer teurer und Das soll dann ja eben auch nicht am Ende ganz viele wieder ausschließen, aber ich würde halt eine viel fairere Vergleichbarkeit herstellen zwischen unterschiedlichen Sachen und dann muss sich eben wieder schauen wie ich wirklich allen Zugang zu allem gebe.
00:36:26: Aber da sind eben schon noch Hebel oder da fehlt uns noch was und das kann teilweise von der Politik kommen.
00:36:31: also das kam mir auch mit Sachen wie ESG-Reporting bei Unternehmen wo jetzt auch wieder viel zurückgenommen wurde usw.
00:36:36: Und das sind alles Instrumente die sind noch nicht perfekt.
00:36:39: Ich glaube, das ist schon der richtige Weg da dann auch einfach nachhaltigere Lösungen zu fördern.
00:36:47: Einfach weil sie sich im Vergleich wenn ich alles einpreise als die beste Lösung herausstelle.
00:36:52: Damit hast du in deinem letzten Satz nochmal eine ganz andere Dimension von Solidarität angesprochen nämlich die Solidarität mit der Natur, der wir im Grunde genommen alles zu verdanken haben.
00:37:03: Das nehme ich mit.
00:37:04: Solidarität sollte grenzenlos sein, über Menschen hinweg gedacht.
00:37:08: Ich möchte mich bei euch ganz herzlich für dieses inspirierende solidarische und wirklich bewegende Gespräch bedanken.
00:37:14: Schön dass ihr da wart.
00:37:16: Vielen Dank
00:37:16: Danke dir.
00:37:18: Was ich heute mitnehme, Solidaritäts ist keine Frage des Herzens allein.
00:37:23: Sie braucht Struktur, Netzwerke und manchmal auch
00:37:25: unternehmerisches Denken Und sie braucht Menschen.
00:37:28: wie einfach machen anstatt zu warten.
00:37:30: Hamburg hat das Potenzial, eine Stadt zu werden in der wir stärker füreinander einstehen.
00:37:34: In der Kleiderkammer genauso wie im Inkubator
00:37:37: – den Bild
00:37:37: steht genau so wie in der Hafen-City!
00:37:39: Was können
00:37:40: wir tun
00:37:40: um Hamburg nicht nur zur schönsten sondern auch zur solidarischem Stadt der Welt zu machen?
00:37:45: Schreibt uns eure Gedanken und teilt diese Folge mit Menschen die euch am Herzen biegen Bis zum nächsten Folge von Hamburg Wat
00:37:51: Nui.
00:37:51: Bleibt
00:37:52: neugierig, engagiert und füreinander da.
00:37:54: Dieser Podcast
00:37:55: wird gepowert
00:37:56: von den Hamburger Energiewerken
00:37:57: Deine Stadt, deine Energie Unser Berg.
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