Folge 12 | Verkehrswende Hamburg - Wem gehören die Straßen der Zukunft?

Shownotes

Mobilität prägt den Alltag in einer Stadt wie Hamburg. Und entscheidet mit darüber, wie lebenswert die Stadt heute und in Zukunft ist. Doch wie gelingt eine Verkehrswende, die klimafreundlich, sozial gerecht und für alle praktikabel ist? In dieser Folge von „Hamburg, watt nu?“ spricht Host Kristina Kara von den Hamburger Energiewerken mit Dr. Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende der Freien und Hansestadt Hamburg, und Prof. Dr.-Ing. Jörg Knieling, Professor für Stadtplanung und Regionalentwicklung an der HafenCity Universität Hamburg, über die Zukunft der Mobilität in unserer Hansestadt. Im Mittelpunkt stehen der Umbau des öffentlichen Raums, der Ausbau von Radverkehr und ÖPNV sowie konkrete Projekte wie die Steinstraße oder die Luise-Schröder-Straße, die zeigen, wie aus ehemaligen Verkehrsachsen lebenswerte Stadträume entstehen. Diskutiert wird außerdem die Rolle des Deutschlandtickets, die Bedeutung der U5 und die Frage, wie unterschiedliche Interessen in einer wachsenden Stadt zusammengebracht werden können. Und immer wieder wird deutlich: Die Mobilitätswende ist auch eine Frage der Infrastruktur im Hintergrund – von Stromnetzen über Ladepunkte bis hin zu einer Stadtplanung, die Wege verkürzt und Ressourcen spart. Ein Gespräch über Zielkonflikte, Tempo und Mut – und darüber, wie sich Hamburg Schritt für Schritt neu bewegt. Aufgenommen in der Verkehrsbehörde in der Hamburger Innenstadt.

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Für Fragen und Anregungen zur Podcast-Folge sendet uns gerne eine E-Mail an: wattnu@hamburger-energiewerke.de

Transkript anzeigen

00:00:21: Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Hamburg Wat Nu, dem Podcast in dem wir fragen wie bleibt unsere Stadt lebenswert jetzt und in Zukunft.

00:00:29: Heute sprechen wir über ein Thema das so gut wie alle Hamburgerinnen und Hamburger täglich beschäftigt Wie kommen wir eigentlich durch unsere Stadt?

00:00:37: Zu Fuß mit dem Rad im Bus in der Bahn oder doch im Auto?

00:00:41: Und was bedeutet der Begriff Verkehrswende für die Hansestadt?

00:00:44: Immer mehr Fahrradstreifen entstehen Autos werden aus Teilen der Innenstadt verdrängt Die U-Fünft wird gebaut Und wer bestimmt eigentlich, wie der öffentliche Raum genutzt wird?

00:01:15: Und Professor Dr.

00:01:30: Jörg Knieling, Professor für Stadtplanung und Regionalentwicklung an der Hafen-City Universität Hamburg – ein führender Mobilitäts- und Stadtforscher, der die Verkehrswende wissenschaftlich begleitet und einordnet was Wandel für Menschen für Viertel und für die ganze Stadtgesellschaft bedeuten.

00:01:45: Herzlich willkommen, Jörgg!

00:01:46: Ja vielen Dank.

00:01:48: Ich bin Christina von den Hamburger Energiewerken und freue mich sehr auf dieses Gespräch, denn Mobilität und Energie hängen enger zusammen als viele denken.

00:01:56: Wer mit Bus, Bahn oder E-Bike fährt bewegt sich klimafreundlich – wer sein Auto lädt statt tankt braucht sauberen Strom!

00:02:04: Und wer erst gar nicht fahren muss, weil die Stadt gut geplant ist, der spart am meisten CO² und Geld.

00:02:10: Heute treffen wir uns ausnahmsweise mal nicht im historischen Energiebunker in Wilhelmsburg.

00:02:15: Stattdessen sind auch wir mal mobil unterwegs und zeichnen diese letzte Folge der ersten Staffel in der Verkehrsbehörde, in der Innenstadt auf.

00:02:23: Anjas vom Energiebuncker aus schaue ich immer erstmal mit meinen Gästen in Richtung Stadt.

00:02:28: Sie erzählen dann erst einmal was ihnen ins Auge fällt.

00:02:31: heute ist der Ausblick ein anderer deshalb starten wir auch anders.

00:02:34: an welchen Gebäuden bleibt dein Blick denn hängen wenn du morgens auf dem Weg in die Verkehrsbehörde bist?

00:02:41: An welchen Gebäuden?

00:02:42: ist gar nicht so einfach, weil als Fahrradfahrer man jetzt immer noch das Privileg hat ein bisschen die Umgebung noch wahrzunehmen.

00:02:48: Man ist einfach langsam unterwegs, weiß ich mit so fünfzehn Kamerhabenschnitts als wenn man mit einem Auto fährt.

00:02:53: und da ist es eher so dass ich sozusagen mein kleines enges Revier verlasse Viertelverlasse.

00:02:58: dann fahre ich erstmal auch in so einer Fußgängerzone Fahrrad frei.

00:03:02: Das ist total nett, weil ich so einen Park fahr und dann fahr ich erst mal über so Hoppelkopfsteinen Pflasterpisten Und dann komme ich auf die Max-Brauer Allee.

00:03:10: Bei der Max Brauer Alley denke ich, was für ein schöner Fahrrad will ich?

00:03:13: Von der Straße getränt schön breit und so... Dann bin ich relativ schnell bei dem anderen Bunker, nämlich beim Feldstraßenbunkern.

00:03:19: Der fällt eigentlich erst richtig ins Auge, weil den kannst du einfach nicht übersehen.

00:03:23: Er ist deswegen schön, weil er jetzt einmal einen Hütchen obendrauf hat mit dem Park und weil da so viele spannende Dinge drin sind und wie so ein Bunkert versteckt er den aus so ein bisschen.

00:03:32: Das ist das, was mir in den Blick fällt morgens!

00:03:36: Liebe Zuhörerinnen und Zuhürer, ganz genau in alten Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg verstecken sich mittlerweile oder sind sehr präsent auf dem Dach.

00:03:43: Sehr spannende Dinge Begrünung oder eben auch erneuerbare Energien wie in Wilhelmsburg.

00:03:48: aber jetzt zu dir Jörg.

00:03:49: du beobachtest Städte und ihre Entwicklung aus der Forscherperspektive.

00:03:53: wenn Du auf Hamburg schaust entweder hier aus dem Fenster oder auch etwas größer gedacht was fällt Dir denn ins Auge?

00:03:59: Wenn es um Mobilität und die Nutzung des öffentlichen Raums geht?

00:04:03: Ja, wie in vielen Großstädten wird auch in Hamburg sehr deutlich dass der öffentliche Raum stark vom Auto geprägt ist.

00:04:10: Dass wir gerade in den Wohnquartieren das sehen wir nicht nur morgens sondern eigentlich auch insbesondere abends wenn alle nach Hause gekommen sind der öffentlicher Raum von parkenden Autos geprägzt ist.

00:04:22: Und wir aus der Sicht der Stadtplanung sehen öffentlichen Raum eigentlich als eine Lebensqualität, wo wir uns treffen.

00:04:30: Wo man spielen kann, wo man kommunizieren kann also viele Möglichkeiten hätte die durch diese starke Parklast letztlich blockiert sind.

00:04:39: und so gesehen ist auch in Hamburg das sicherlich weiterhin Riesenherausforderungen wie man den öffentlichen Raum stärker nutzbar macht für das Leben in der Stadt.

00:04:51: Da haben wir ja hier den Experten sitzen.

00:04:52: Agnes, du bist seit Jahrzehnt zwanzig Verkehrsenator.

00:04:55: Jörg hat jetzt gerade schon über die Herausforderungen gesprochen, die der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur mit sich bringt?

00:05:02: Wie kann man das denn überhaupt schaffen alle Perspektiven, die da eingenommen werden sollen, überhaupt zu berücksichtigen?

00:05:08: und vielleicht gleich in der gleichen Antwort wo steht Hamburg diesbezüglich?

00:05:12: sind wir auf dem richtigen Weg und wenn ja wie weit schon oder sind wir eigentlich noch ziemlich weit entfernt vom Ziel?

00:05:20: also kann man alle Perspektiven einnehmen, ja.

00:05:24: Kann man alle perspektiven befriedigend unterbringen in einem öffentlichen Raum?

00:05:29: Nein!

00:05:29: Sondern jede Straßenplanung geht ja immer im Prinzip von Hauskante zu Hauskantel in der Stadt und da passt hin nicht alles hin so.

00:05:36: Und deswegen muss man Abwägungsentscheidungen treffen.

00:05:39: Ich finde, die gehen nach ein paar Grundprinzipien.

00:05:42: Zum Beispiel der fließende Verkehr und zwar sowohl der Busfahrrad als auch Autoverkehr geht eigentlich aus meiner Sicht immer eher vor dem ruhenden Verkehr.

00:05:48: oder das Thema in Hamburg ist wir haben eigentlich in jeder Straße Bäume und wir wollen auch in jeder Straßbäume ist es sozusagen quasi ein Identitätsmerkmal unserer Stadt.

00:05:58: und deswegen man kann nicht alle Interessen unterbringen.

00:06:01: und jetzt ist die Frage Wir sind auf dem richtigen Weg.

00:06:05: Das sieht man auch in den Zahlen.

00:06:06: Wir haben mehr Radverkehr, wir haben mehr Busverkehr und weniger Autoverkehr in den letzten sechs Jahren.

00:06:11: Wo stehen wir auf diesem Weg?

00:06:13: Ich würde sagen für eine deutsche Stadt sind wir gerade relativ schnell unterwegs.

00:06:19: Wenn wir das jetzt ganz international tun, wenn wir das auf die europäische Ebene tun dann ist es schon so dass das in einigen Ländern weiterentwickelt wird.

00:06:32: wirtschaftlich entwickelte Städte, also wenn wir nach Paris gucken eine sehr schnelle Entwicklung.

00:06:36: Wenn wir nach Amsterdam gucken ehrlicherweise schon eine sehr lange Entwicklung über fünfzig Jahre.

00:06:41: in Kopenhagen auch seit über fünfzehn Jahren eine entsprechende Entwicklung.

00:06:43: Wien auch schon sehr sehr lange im ÖPNV Ausbau.

00:06:46: und daran merkt man es gibt zwar so die einzelnen ganz schnellen Entwicklungen aber das ist vor allen Dingen wichtig dauerhaft eine Zufriedenheit herzustellen oder eine Mehrheit her zu stellen für diese Entwicklung und sie immer weiterzumachen weil so eine Entwicklung kann auch schnell abbrechen mit anderen politischen Mehrheiten.

00:07:01: Wir sind ganz gut unterwegs für eine deutsche Stadt, im europäischen Vergleich würde ich sagen eher so ein Mittelfeld.

00:07:08: Da bin ich mal gespannt wie du das einschätzt.

00:07:10: Anjes hat jetzt gesagt wir sind eigentlich ganz gut unterwegs.

00:07:13: Jörg Wie ordnest du denn die Hamburger Mobilitätspolitik der letzten Jahre ein und was macht eine erfolgreiche Verkehrswende eigentlich aus?

00:07:22: Und woran scheitert sie häufig?

00:07:24: Also wenn man die letzten Jahre in Hamburg sieht, dann würde ich dem zustimmen dass Hamburg hier einen sehr guten Weg eingeschlagen hat weil man sich einfach mit der Frage auseinandersetzt wie könnte eine andere Mobilität in der Stadt aussehen und auch entsprechende Schritte eingeleitet hat.

00:07:40: Das sieht man an allen Ecken.

00:07:41: gerade im Bereich Radverkehr ist wirklich sehr viel gemacht worden.

00:07:45: Man kommt halt von einem sehr schlechten Ausgangsniveau.

00:07:47: Hamburg galt lange Zeit als eine Fahrradunfreundliche Stadt und so gesehen ist es wirklich enorm, was in den letzten Jahren passiert ist und ich glaube dass dadurch die Qualität der Infrastruktur und damit auch die Nutzerfreundlichkeit, die ja ganz entscheidend ist, auch Fragen von Sicherheit deutlich verbessert werden konnten.

00:08:02: Auch im ÖPNV, würde ich sagen, ist Hamburg auch durch die Neubauprojekte, die geplant sind auf einem sehr guten Weg.

00:08:08: Das braucht halt immer seine Zeit.

00:08:09: Diese Projekte sind ja sehr langfristig – das ist aber ganz klar!

00:08:13: Aber das sind mutige Schritte und da sind enorme Mittel mobilisiert worden, auch gebunden worden für die nächsten Jahre.

00:08:19: Das ist ein Riesenerfolg denn da geht es ja immer um Fragen für was wird das Geld ausgegeben?

00:08:23: Und da ist jetzt viel freigemacht worden für den ÖPN-V eine sehr gute Entwicklung Klar, wenn man international guckt.

00:08:30: Ich habe gerade diese Städte zuletzt alle besucht, so gesehen ganz interessant.

00:08:34: Ich komme grade aus Paris Anfang März und da ist es wirklich auffällig der Mut an der Säen einen Straßenzug ganz dicht zu machen und zu sagen okay das ist jetzt keine Autostraße mehr sondern da wird planiert, da wird Gefahrrad gefahren und das war natürlich auch ein Konfliktthema.

00:08:51: aber man hat sich dort in die Richtung bewegt und damit eine große Stadtqualität geschaffen also in dem Sinne statt erlebbar zu machen, statt nutzbar.

00:09:00: Ich erinnere mich noch an Paris vor dreißig Jahren da ich damals mal gesagt habe, ich war übrigens mit dem Fahrrad unterwegs und da guckten mich andere an und sagten das ist vielleicht lebensmüde was du da machst?

00:09:10: Das ist heute ganz anders um.

00:09:11: das sieht man auch in anderen Städten wie Wien oder Amsterdam, die angesprochen wurden.

00:09:16: Und Kopenhagen ist für uns ja immer unser provozierendes Vorbild.

00:09:19: aber ich glaube da gibt es eine Menge Punkte die jetzt mit der neuen Radverkehr-Strategie hier in Hamburg auch angegangen worden sind.

00:09:26: also auf einem guten Weg würde ich sagen in den Bereichen.

00:09:28: Aber es ist nach wie vor sehr viel zu tun und ich würde auch sagen dieses was Andries gesagt hat dass möglichst viele dahinter stehen müssen das ist immer noch eine große Aufgabe dass man also wirklich die Stadtgesellschaft mitnimmt um es nicht in diese, sag mal entweder oder Situation zu bringen.

00:09:45: Da müssen wir noch dran

00:09:45: arbeiten.".

00:09:46: Das

00:09:46: war für uns auch ganz spannend als wir mit dem Stadtrat von Kopenhagen gesprochen haben.

00:09:49: da hat so ein bisschen der Vertreter ich will mal sagen der dortigen CDU der hat ja nicht daran gezweifelt dass man Radwege bauen sollte aber so gar nicht.

00:09:56: und diese Unterstützung braucht man natürlich um das am Ende des Tages dauerhaft durchhalten zu können weil es einfach langwierig ist eine Stadt umzubauen.

00:10:05: Es sei denn man hatte so eine Situation wie in Paris Besonders, aber es ist eben auch in Paris nur der innere Teil der Stadt Paris.

00:10:12: Das muss man immer wissen – das geht um eine Fläche die so groß ist wie der Ring II in Hamburg etwa und wenn man jetzt nur den betrachtet könnte man da sicherlich auch andere Dinge machen.

00:10:21: Da bin ich mir sicher!

00:10:22: Aber noch einmal zurück zu dir Jörg weil du gerade gesagt hast Du bist ja auch selber unterwegs und schaust dir international Städte im Vergleich an.

00:10:29: In der Vorbereitung habe ich über genau diese Städte gelesen, die ihr jetzt auch referenziert habt.

00:10:33: Amsterdam, Paris, Kopenhagen.

00:10:35: gibt es denn vielleicht noch eine Stadt?

00:10:37: Die du unlängst besucht hast oder mit der du dich beschäftigt hast, die eigentlich auch international als Vorbild taugt aber die wir noch gar nicht so auf dem Zettel haben?

00:10:45: Na ja gut auf dem zettel sind auch andere städte.

00:10:48: also nehmen wir zum Beispiel Oslo ist eine statt die gerade im bereich der E-Mobilität norwegen insgesamt uns weit voraus sind.

00:10:54: Also dort ist E- Mobilität eigentlich noch mit kleinen Zulassungsraten kämpfen.

00:11:01: Ich glaube, das ist auf jeden Fall auch gerade mit Blick auf die erneuerbaren Energien ein ganz großes Vorbild wo es sich lohnt zu schauen wie das dort gelungen ist und ob man da nicht quasi mehr erreichen kann in dem Bereich.

00:11:11: also dass nur als ein Beispiel insgesamt.

00:11:13: die skandinavischen Städte sind sehr interessant.

00:11:16: Die haben in den letzten Jahren dafür gemacht.

00:11:17: auch Helsinki Stockholm kann man damit anführen.

00:11:26: Die Elektrifizierung unserer Mobilität gilt als Schlüssel, um den Verkehrssektor zu dekarbonisieren.

00:11:32: Hamburg zählt bundesweit zu den Städten mit der höchsten E-Autoquote.

00:11:36: Die Zahl der Ladevorgänge an stetischen Ladeseulen steigt stetig an.

00:11:40: Für das Jahr twenty-fünfundzwanzig verzeichnete die HENW Mobil eine Tochter der Hamburger Energiewerke rund eins Komma vier Millionen Ladevorgänge an ihren über zweitausend Ladesäulen.

00:11:51: Das sind rund fünfzehn Prozent mehr als im Vorjahr.

00:11:54: Im Januar zwanzig sechsundzwanzig hat HINW Mobil zudem den Betrieb der HVV Switch-Ladepunkte in Hamburg übernommen.

00:12:01: Switch verbindet Carsharing und ÖPNV Angebote an über zweihundert sogenannten Switch-Punkten in der Stadt.

00:12:08: Bis Mitte zwanzich siebenundzwantzig sollen im Rahmen der stetischen Ausbauziele durch HIN W mobil hunderte weitere Ladepunkte errichtet werden.

00:12:16: Im Fokus stehen zusätzliche Ladepunkte in Wohn- und Mischgebieten sowie neue Standorte zum Laden am Zielort, etwa beim Einkaufen oder Sport.

00:12:24: Entlang wichtiger Verkehrsachsen wird das Netz weiter verdichtet.

00:12:28: Auch die Hamburgerinnen und Hamburger können künftig mitwirken, über die neue Website der HINW Mobil können ab sofort Standortvorschläge eingereicht werden.

00:12:37: An den städtischen Ladesäulen können die Angebote von mehr als fünfzig Ladestromanbietern genutzt werden.

00:12:42: Der Ladestromanbieter ist frei wählbar Preise- und Konditionen legen die Anbieterselbst fest.

00:12:47: Zusätzlich gibt es ein Angebot zum Spontanladen der HNW Mobil ohne Registrierung.

00:12:57: der Erfolg, der Elektromobilität in... Norwegen wird übrigens der Band AHA zugeschrieben, weil sich deren Sänger ganz ganz massiv schon sehr früh für Elektromobilität eingesetzt hat.

00:13:07: Aber wir haben jetzt schon über Fahrräder gesprochen und auch über Autos.

00:13:10: dann sollten wir natürlich auch über den ÖPNV sprechen.

00:13:13: Agnes ein Satz, der für viele Diskussionen sorgt das Deutschlandticket ist eine Tarifrevolution.

00:13:19: Hamburg hat mehr Deutschland Tickets im Umlauf als zugelassene Autos.

00:13:23: was bedeutet das denn wirklich für die Verteilung der genutzten Verkehrsmittel?

00:13:28: Wenn Menschen die Politiker sind Sonntagsreden halten, dann sagen sie häufig der öffentliche Nahverkehr ist das Rückgrat der Mobilität.

00:13:35: Und in Wahrheit stimmt das häufig gar nicht.

00:13:38: Wenn man sich das anguckt beispielsweise Woran würde man das messen?

00:13:41: und dann könnte man zum Beispiel messen was wird mehr Gefahren jeden Tag?

00:13:45: also?

00:13:45: wo legen die Menschen eine Stadt mehr Kilometer zurück?

00:13:49: Das ist auch in Hamburg noch im Auto als ein Vergleich zum öffentlicher Nahverkehr wobei wir zwanzig dreiundzwanzig das erste mal die Situation haben dass Der öffentliche Nahverkehr, dass Fahrrad und zu Fuß gehen mehr Personen Kilometer pro Tag quasi transportiert hat wenn man das so sagen kann fürs Zufuß gehen als im Auto transportiert worden sind.

00:14:04: Das war quasi so eine erste Gamechanger.

00:14:06: und das zweite wo man es messen könnte ist gibt's eigentlich mehr Autos oder mehr Nahverkästtickets?

00:14:10: Und es gibt in Hamburg tatsächlich mehr Menschen die ein Abo haben als angemeldete Fahrzeug und insofern haben wir so'n bisschen so einen Schritt zur.

00:14:17: der Öffentlich-Nahverkehr ist tatsächlich auch ein Rückgrat für viele Menschen oder für die Mehrheit der Bevölkerung auch geschafft.

00:14:24: Und das hat natürlich ein Thema der Akzeptanz dieses Verkehrsmittels, weil der Öffentlich-Nachverkehr eigentlich nur eine Daseinsberechtigung führt, die Menschen in der Stadt dazu sein, sie vernünftig zu transportieren.

00:14:33: Beim Thema Akzeptance muss ich natürlich auch besonders an die Akzeptanzen von Fahrradfahren denken.

00:14:39: Der Ausbau der Fahrradinfrastruktur ist immer wieder ein Streitthema unter anderem deshalb, weil Paarplätze wegfallen und Fahrspuren verengt werden und Anwohner protestieren.

00:14:49: Wie hältst du das eigentlich aus und wie überzeugst Du Menschen, die das Auto eben nicht aufgeben

00:14:54: wollen?

00:14:55: Na es ist so dass ich glaube, wenn wir einmal die Debatte dies in Deutschland völlig verqueren.

00:15:01: Wir müssen die Debatte eigentlich vom Kopf auf die Füße stellen.

00:15:03: und zwar ist das so... Die Frage ist ja, wie schaffen wir eine möglichst gute Mobilität für die Menschen einer Stadt?

00:15:10: Und wenn man das jetzt vor Hamburg mal sieht ist es so, wir haben seit dem Jahr zweitausend etwa zweihunderttausend Einwohner mehr Neunzehn Prozent weniger Autoverkehr auf unseren Stadtstraßen.

00:15:21: Und das führt doch dazu, dass die Menschen, die autofahren wollen oder auch müssen und davon gibt es eine ganze Menge also mit Betonung auf Müssen besser durch die Stadt kommen, dass nicht diese zweihunderttausend Menschen mehr ehrlicherweise eher sowas wie zwanzig Prozent mehr Autoverkeh machen.

00:15:36: was meinst du?

00:15:37: Wie das hier im Stau stehen würde.

00:15:39: und deswegen ist die Mobilitätswende Ja und der Bau von einem Fahrradweg, nicht von einem Radwegenetz auf dem viel mehr Menschen Fahrrad fahren.

00:15:48: Entlastet doch die Straßen!

00:15:49: Und wenn wir es begreifen dass das kein Gegeneinander ist sondern ein Miteinander dann sind wir einen Schritt weiter.

00:15:55: aber leider ist die Debatte in Deutschland da auch in Hamburg nicht immer an diesem Punkt.

00:16:00: Dann wenden wir uns nochmal an den Wissenschaftler diesbezüglich.

00:16:03: Jörg Studien zeigen dass insbesondere junge Stadtbewohnerinnen und Stadtbewunder immer seltener ein eigenes Auto besitzen Und gleichzeitig hat Agnes ja auch gerade ausgeführt, wird das Auto wahrscheinlich auf längere Zeit nicht komplett aus dem Stadtverkehr als Verkehrsmittel verschwinden.

00:16:20: Nehmen wir mal Stichworte wie Carsharing, autonome Flotten eine andere Art des Lieferverkehrs?

00:16:25: Wie schätzt du das ein?

00:16:27: werden in Zukunft weniger Menschen ein Auto besitzen aber Autos eben weiterhin eine bedeutende Rolle im Stadtverkeherspielen und was bedeutet das dann eigentlich für die Stadtplanung?

00:16:37: Also wenn wir uns Städte anschauen, ist es wichtig sich klar zu machen dass wir in Zyklen und in längeren Phasen denken müssen.

00:16:45: Wie lange sind denn unsere Städten durch Autos geprägt?

00:16:48: Und wie lange gibt es Städter?

00:16:49: Es sind einige Jahrzehnte letztlich wo wir diese massive Autoprägung haben.

00:16:54: In dreißig vierzig Jahren was lange Zeiträume sind sehen unsere städte meines Erachtens nach deutlich anders aus.

00:17:01: das kann zum einen tatsächlich damit zusammenhängen dass in den Innenstädten, gerade auch junge Leute heute gar nicht mehr diese Autoorientierung in dem Sinne haben andere Mobilitätsformen an Bedeutung gewinnen.

00:17:13: Das sehen wir auch heute schon.

00:17:15: die ganzen Sharing-Angebote mit den mobilen Fahrgeräten es sind ja ganz unterschiedliche Dinge, die in der Stadt herum.

00:17:22: Roller, Scooter und so weiter werden von den jüngeren Generationen völlig selbstverständlich genutzt, auch das Car-Sharing.

00:17:29: Das ist quasi in die DNA in Fleisch und Blut übergegangen, dass man einfach rausgeht und sich etwas über seine App sofort ordert und freischaltet.

00:17:38: Das is eine ganz andere Mobilität.

00:17:40: Das es auch ein ganz anderer Notwendigkeiten eigenes Fahrzeug zu haben.

00:17:44: Und damit könnte es gelingen, dass diese dreinzwanzig Stunden Parkzeit eines Autos entfallen Weil diese Fahrzeuge viel mehr in Bewegung sind und weniger Standfläche, weniger Ruhe-Zeiten halt quasi damit haben.

00:17:59: Also die Stadt der Zukunft könnte ganz anders aussehen.

00:18:01: für die Stadtplanung eröffnet das ungeahnte Möglichkeiten weil wir plötzlich Räume gewinnen die wir wieder für das Leben in der Stadt nutzen können Für Austausch auch für sogenannte dritte Orte wie wir heute sagen also wo man jenseits von eigener Wohnung, von Arbeitsort sich trifft wo man miteinander reden kann.

00:18:21: Wo man Bewegung spiel hat Dinge die heute ins private zurückgetränkt sind und damit für die Stadtgesellschaft auch statt viel attraktiver machen.

00:18:32: das ist auch so ein Mehrwert wie Agnes sagt den man letztlich deutlich machen muss.

00:18:37: Es geht nicht gegen das Auto, aber es geht darum, Lösungen zu finden wie wir die Stadt wieder mit mehr Qualität versehen und dazu kann diese Mobilitätswende hervorragend beitragen.

00:18:47: also quasi ein positiver Effekt, den jeder leisten kann indem er sein Auto vielleicht in Richtung Sharing abschafft oder kein Auto benötigt und sich auf andere Mobilitätersformen konzentriert und natürlich insbesondere auch auf den ÖPNV.

00:19:05: Ich wohne in Ottensin, da gab es mal ein Modellprojekt.

00:19:07: Das haben wir als Anwohner sehr genossen.

00:19:10: aber bleiben wir einmal kurz beim Auto denn ein wesentlicher Faktor ist ja schon auch dass die Autos die es gibt halt Elektroautos sind oder werden.

00:19:18: Anjes seit Jahren können Elektrofahrzeuge in Hamburg kostenlos parken eben als Anreiz für verstärkte E-Mobilität.

00:19:25: diese Regelung läuft Ende des Jahres aus.

00:19:27: wird sie verlängert?

00:19:30: Also so das wir dürfen diese Regelungen nur machen weil der Bund sagt du darfst sie machen.

00:19:35: Und der Bund hat bisher gesagt, das läuft in die sechsundzwanzig aus.

00:19:38: Das ist das sogenannte Elektromobilitätsgesetz und jetzt müssen wir mal abwarten ob der Bund ein neues macht?

00:19:43: Und was dann da genau drin steht.

00:19:44: und wenn wir das dann wissen also noch wissen wir es nicht Dann müssen wir uns auch entscheiden ob die Regelung weiterläuft.

00:19:50: Wir haben eine bisschen folgende Herausforderungen an der Stelle dass wir können dort bisher Auto Kennzeichen mit einem E privilegieren.

00:19:58: aber e heißt nicht Elektroauto sondern kann auch heißen Pluck in Hybrid.

00:20:02: Und wir haben jetzt im Vergleich zu Norwegen noch relativ geringe Zulassungszahlen.

00:20:06: Tatsächlich sind aber bei den Neuzulassungen in Hamburg schon weit über vierzig Prozent der Fahrzeuge mit so einem E-Kennzeichen ausgestattet, aber es ist eben auch nicht reine E-Fahrzeuge.

00:20:16: und wenn wir die Wachstumsraten angucken und wenn mir jetzt die Energiekrise aktuell angucken, die wir auf dem Ölmarkt haben dann sehen wir dass wir wahrscheinlich eher bei sechszig, siebzig, achtzig Prozent neuer Zulassung sind.

00:20:27: und dann haben wir natürlich so ein Thema wo wir uns fragen müssen Wir können ja nicht jedes Fahrzeug privilegieren.

00:20:33: Und deswegen war mein Petitum an den Bund, sozusagen ermöge bitte auch Differenzieren zwischen Plug-in-Hybriden und rein E-Fahrzeugen.

00:20:43: Weil irgendwann wird jede Privilegierung, die jetzt anreizgedacht ist auslaufen müssen – das würde uns erlauben es leicht nach vorne zu verlängern.

00:20:49: Jetzt müssen wir mal gucken was der Bund uns da so vorlegt!

00:20:52: Da bin ich mal gespannt, Jörg.

00:20:54: Wie du das siehst.

00:20:54: hältst Du solche Maßnahmen wie das Gratisparken eigentlich für gute Maßnahmen um die Elektrifizierung der Mobilität voranzutreiben?

00:21:03: Wie gesagt es sind Anreizmaßnahmen in einer gewissen Phase um erstmal so einen Schwellenwert zu erreichen und da ist es auf jeden Fall nötig Anreize zu schaffen.

00:21:13: Wenn dieser Schwellenpunkt irgendwann erreicht ist, dann läuft die Umstellung von alleine.

00:21:17: Dann ist es gar nicht mehr nötig.

00:21:19: aber deshalb sind solche Anreizmaßnahmen in dieser Form oder andere Privilegierungen in einer gewissen Phase auf jeden Fall sinnvoll.

00:21:26: Dann werfen wir mal einen Blick in die Zukunft an.

00:21:28: jetzt in amerikanischen Städten wie San Francisco oder Phoenix da fahren Robotaxis bereits autonom durch den Stadtverkehr oft natürlich elektrisch betrieben.

00:21:37: Wann werden wir?

00:21:37: Eigentlich immer würde ich denken

00:21:39: Wann werden wir sowas in Hamburg sehen?

00:21:41: Gibt es bereits konkrete Pläne oder Pilotprojekte für autonomes Fahren in der Stadt.

00:21:46: Also das ist so, dass wir das hier im Prinzip sehen allerdings noch mit Fahrerinnen drin.

00:21:50: Das ist Moja beispielsweise.

00:21:52: Wir haben mit Free Now bei Lift eine Hamburger Firma oder einer E-Milling Hamburger Firmen jetzt aufgekauft durch Lift auch ein Projekt vereinbart wo wir sagen okay die sollen damit auch loslegen und ich denke es werden auch weitere Firmen kommen tatsächlich autonom fahren wollen.

00:22:07: Es gibt allerdings in der ganzen EU noch keinen, das nennt man Level IV also wenn der Fahrer aus dem Auto raus ist, Level IV zugelassenes Fahrzeug weil die Regulierung und den Regulierungsrahmen hier höher als in Amerika.

00:22:18: Ich denke aber dass wir tatsächlich mit den nächsten Jahres die ersten dieser Fahrzeuge sehen.

00:22:23: da sind verschiedene Firmen auf gar nicht so schlechten Weg und dann werden sie auch sehr schnell hier sein.

00:22:28: Jak wie siehst du diese Entwicklung?

00:22:30: Aus Sicht der Stadtplanung ein interessantes Konzept, insbesondere wenn es verbunden werden kann auch mit Sharing ansetzen also mit Mitfahr-Möglichkeiten weil das einfach die Anzahl der PKW reduzieren kann und damit mehr die Fahrzeuge einfach mehr in Bewegung sind.

00:22:45: Und warum nicht als autonomes Fahren?

00:22:47: Dadurch ist gegenüber dem sagen wir mal den Buskonzept also dem Handen im Fahrer dass dann auch eventuell günstigere Variante.

00:22:56: Ich habe ja gesagt, ich möchte gerne einen Blick in die Zukunft werfen.

00:22:59: Jörg du hast jetzt eben schon so ein bisschen drüber gesprochen dass man plötzlich mehr Räume in der Stadt wieder frei hat wenn Autos ein bisschen aus der Stadt zurückgedrängt werden.

00:23:08: vielleicht können wir das noch ein bisschen weiter denken.

00:23:11: Verkehrswende ist auch Kulturwände.

00:23:13: wie verändert sich denn das Verständnis von öffentlichem Raum?

00:23:17: Wenn Straßen nicht mehr primär als Autoparkplatz oder Fahrbahn gedacht werden?

00:23:21: was kann da entstehen?

00:23:22: Kannst du uns da konkrete Beispiele geben, wie verändert das das Miteinander eigentlich?

00:23:27: Du hast es angesprochen.

00:23:28: Ottensen macht Platz ist ja ein Projekt was mal aus einem Forschungsprojekt der HCU entstanden ist interessanterweise und heute als Freiraum Ottensen quasi weitergeführt wird.

00:23:38: in so einem Stadtteil können solche auto befreiten oder reduzierten Räume einfach eine ganz andere Form von miteinander auf diesen ja auch knappen Flächen die zwischen den Gebäuden sind schaffen Und damit auch, weil du Kultur ansprichst das Miteinander der Menschen stärken.

00:23:56: Wir reden heute viel davon dass wieder mehr miteinander gesprochen werden muss, dass man sich mehr miteinander auseinandersetzen muss.

00:24:01: dafür sind öffentliche Räume nötig und deswegen ist es so schade muss ich sagen wenn wir diese wertvollen öffentlichen Räumen einfach mit einer Nutzung versehen die sie blockieren und das ist das Park von Autos.

00:24:14: also so gesehen Es ist für die Stadt einfach wertvoll und für alle, die dort wohnen.

00:24:19: Wenn wir Lösungen finden wie wir gerade in den verdichteten Quartieren Die öffentlichen Räume wieder einerseits frei bekommen Und andererseits haben ja noch andere Aspekte.

00:24:27: Wir haben den Klimawandel, wir haben in so Stadtteilen wie Ortensohn Hitze.

00:24:31: Im Sommer geht es zum Klimaanpassung um Grün.

00:24:34: Auch das sind Qualitäten, die wir dann in solche Räumen reinbringen können, die heute nicht möglich sind Weil einfach zu wenig Fläche da ist.

00:24:40: Das Gute ist wenn ich kurz sagen darf Freiraum Orten Sohn beginnt im April.

00:24:44: Also die Umbau-Maßnahmen haben jetzt ja lange auf sich warten lassen, aber jetzt geht es auch wieder los.

00:24:49: Ich freue mich ganz persönlich sehr drauf!

00:24:51: Sehr schön!

00:24:51: Ich würde gerne noch mal zum Status von Hamburg zurückkommen denn wir haben vorhin über Paris gesprochen und die waren da etwas radikaler und haben einfach den ersten Fahrstreifen an der Sen so zu sagen gesperrt.

00:25:03: Jörg und Agnes du kannst bestimmt gleich darauf nochmal Bezug nehmen.

00:25:07: ist Hamburg mutig genug?

00:25:10: Na man kann das ganz gut sehen in der Corona Phase Da haben wir solche Fahrstreifen.

00:25:14: Wir haben in der Hafen-City plötzlich den einen Fahrstreifen, der gesperrt wurde und für Bus und Fahrrad verfügbar ist in einer luxuriösen Form jetzt weil er sehr breit ist.

00:25:23: damals also ideal Und wir haben das auch an anderen Stellen!

00:25:26: Wir haben auch das Experiment mit dem Jungfernstieg was sich positiv entwickelt hat durch die Umgestaltung.

00:25:31: da haben wir auch einen Raum wo man das sehr gut sehen kann Wo ich als Stadtplaner insgesamt sagen würde dass wir im Mobilitätsbereich stark mit diesen Experimente arbeiten sollten um einfach Das war ja auch bei Orten sind der Fall auszuprobieren, zu zeigen was passiert eigentlich wenn man einen Raum verändert.

00:25:46: Ist es wirklich so dramatisch?

00:25:48: Ich erinnere mich noch an die erste Phase des Jungfernstiegs wo Vertreter aus dem Handel in der Innenstadt im Grunde genommen die Wand gemalt haben dass die Innenstadt deswegen untergeht.

00:25:58: das ist meines Erachtens absurd!

00:26:00: Die Innenstadt gewinnt, die Aufenthaltsqualität der Ort gewinnt, dass Menschen dort hinkommen und dann auch die Innenstadt erleben.

00:26:07: Und das sieht man bei anderen Räumen.

00:26:09: Also so gesehen würde ich sagen, dass hier durch solche Verfahren viel möglich ist und wir da weiter daran intensiv arbeiten sollten.

00:26:17: Anja, jetzt haben wir schon über Ottensinn gesprochen.

00:26:19: Gibt es noch einen Mutmach- oder Appetitmachprojekt auf Mobilitätswende?

00:26:23: Was du uns gerne noch beschreiben möchtest!

00:26:25: Na ja gut, es sind ja schon verschiedene genannt worden.

00:26:27: Jungfernstieg und vielleicht auch das zur Einordnung also... Das ist nicht Paris in der Geschwindigkeit aber Berlin ist ja eine Friedrichstraße damit gescheitert.

00:26:34: Und also in Deutschland würde ich sagen oder dann auch in Europa ist irgendwo so ne Mitte und das hat ja geklappt auch innerhalb von fünf Jahren mit einem vollständigen Umbau.

00:26:41: Das ganze Thema ist sich sogar früher das undenkbar dass es einen Radstreifen auf der Rebabahn gegeben hat.

00:26:47: Es ist so wenn man jetzt zum Beispiel ein Altener die Luise Schröder Straße nimmt da haben wir drei tausend dreieinhalb Quadratmeter tatsächlich in Siegel fünfzig neue Bäume gepflanzt diesen grünzug neues Altonar heißt da, dass es da wo dieser Bunker drin steht tatsächlich über diese Straße rübergezogen.

00:27:02: Ich finde persönlich ehrlicherweise das interessanteste und auch mutigste Projekt ist die Steinstraße.

00:27:07: Die Steinstraß war ganz lange in meinem ganzen Leben eigentlich diese innerörtliche Entlastungspiste für die Ost-West-Straße.

00:27:14: und genau so, die hieß ja damals nicht Willy Brandt oder Ludwig.

00:27:16: Erdstrasse und Ost-Weststraße also genau diese Funktion kommen von Ost nach West und dazwischen guckst du nix an Das wird eine Allee werden mit fünfzigneuen Bäumen, nur Bussen, Taxen und Mojas in der Mitte ordentlichen Radwegen.

00:27:29: Aufenthaltsqualität Fläche die Domstraße wird richtig unterbrochen werden.

00:27:32: Der Hammerburgplatz wird weiß ich nicht vierzig Prozent größer als wird sozusagen in Siegel.

00:27:38: das ist schon.

00:27:38: also das ist auch ne ganz tolle Veranstaltung die man da gerade sieht.

00:27:42: aber wir sehen auch andere Orte die viel... Also der ist auch herausfordernd.

00:27:47: aber wir Ich weiß nicht, ob der Barmbecker Stern.

00:27:51: Das ist diese riesige Kreuzung die am Barmbäckermarkt, ich glaube Ecke Dänheide ist ja so ein richtig großes Ding Der kriegt jetzt auch mal eine ordentliche Fahrradführung beispielsweise.

00:28:01: oder dass wir jetzt an den Havestehudeweg fertig gebaut haben und die Hohenfelder Bucht also auf der anderen Seite da wo der Kanopoloverein ist.

00:28:09: das sind schon Orte Die haben sich deutlich verändert in Hamburg.

00:28:13: Und das Interessante ist wenn sie dann einmal fertig sind Dann denken alle es war immer so Aber war nicht immer so.

00:28:20: Es hat sich schon deutlich verändert.

00:28:22: Tatsächlich fahre ich bestimmt zweimal in der Woche durch die Luise Schröder Straße und im Moment blühe auch wieder die Blumen, und es fällt mir auch schwer mich daran zu erinnern wie das eigentlich früher aussah.

00:28:32: aber ist jetzt immer ein Hochgenuss da als Fahrradfahrerin durchzufahren...

00:28:37: Und auch wenn ich das nur kurz sagen darf.. Ich meine das ist ja ein soziales Erhaltungsgebiet und war im Rahmenprogramm integrierte Stadtteilentwicklung.

00:28:43: also es war schon so ein Gebiet wo sie statt gesagt hat ich gebe noch ein paar mehr extra Mittel um dass ein bisschen angenehmer für die Menschen zu machen.

00:28:49: Und es ist doch so viel besser geworden, auch für die Anwohner.

00:28:51: Es ist nicht nur für die, die da durchfahren, die Radfahrer sondern auch für den Menschen in der Café sitzen, die wohnen.

00:28:56: Die haben wirklich von einem Autobahnzubringer der end sechziger Jahre hin zu einer vernünftigen Ort.

00:29:04: Das war eine zweihundertprozentige Aufwertung.

00:29:07: Jörg Agnes hat gerade gesagt das ist doch schon so viel bessere geworden.

00:29:10: Das ist sicherlich richtig aber es geht natürlich immer noch ein bisschen besser Wenn du dich festlegen müsstest auf eine Maßnahme, eine ganz konkrete Handlung die Hamburgs Mobilität am stärksten voran bringt und gleichzeitig – pass auf!

00:29:26: Sozialgerecht und klimafreundlich ist.

00:29:29: Welche wäre das?

00:29:30: Und warum?

00:29:31: Was für eine einfache Frage.

00:29:33: Ich will es mal so eingehen.

00:29:35: Meines Erachtens nach ist ein Thema was die Mobilitätswende in den nächsten Jahren weiter belasten wird der Interessenausgleich zwischen den sehr zerstretenden konfrontativ gesicht gegenüberstehenden Interessen.

00:29:48: Ich würde als Maßnahme hier benennen eine Art Mobilitätsforum einzurichten, also den Versuch tatsächlich die verschiedenen Interessen so antagonistisch die momentan sich entgegen stehen in so einem Forum zusammen zu holen und gemeinsam nach wegen zu suchen wie wir den begonnenen Fahrt mit großem Engagement weiterführen können um zu verhindern was Anjes am Anfang sagte dass bei einem politischen Wechsel eventuell Dinge wieder zurückgefahren werden oder das überhaupt wegen einer Stimmungslage, der Rückhalt verloren geht.

00:30:20: Weil wir müssen diese Mobilitätswende mit dem Engagement weitertreiben im Sinne der Stadt und es ist eigentlich schade wenn das so parteipolitisch auch Lobbyisten orientiert quasi aufgerieben wird.

00:30:33: Ein Mobilitätsforum wäre ein Ort, wo man um die guten Lösungen ringt.

00:30:38: Das heißt nicht dass der Senat dann gebunden wäre an die Entscheidung aber das man einfach versucht diesen Interessen ich will nicht sagen Ausgleich Aber zumindest den Interessen, die Interessen-Aushandlung zu institutionalisieren über so einen Forum.

00:30:50: Da gibt es gute Erfahrungen mit solcher Art von Vorinnen aus in unterschiedlicher Form und Ich denke das könnte vielleicht dazu beitragen In Hamburg diese Situation nochmal positiv zu begleiten.

00:31:02: Vermutlich wären zwei Plätze in diesem Forum auf jeden Fall schon mit euch besetzt.

00:31:06: Anni, es war die Frage so einfach wahrstellig.

00:31:08: Sieht dir natürlich auch noch mal zum Schluss diese eine Maßnahme, die du vielleicht jetzt noch nicht durchkriegst?

00:31:13: Aber was schwebt ihr davor?

00:31:15: Ich habe mich hier eben schon ein bisschen drüber nachgedacht und ich sage mal so, also für die Antriebswende – das ist für das Klima am wichtigsten –

00:31:22: ist

00:31:22: interessanterweise meines Erachtens der größte Booster muss man schon fast sagen, die Krise am Golf Das ist die Modelle für die Autos der Antriebswände sind da und man muss sich jetzt damit beschäftigen.

00:31:36: Dieses Land muss ich jetzt damit beschäftigen, für die Mobilität in Hamburg ist die U-V mit Abstand das wichtigste Projekt weil es am meisten verändert.

00:31:43: Und für die Neugestaltung des öffentlichen Raums ist momentan die Steinstraße Der Bucherplatz und die Domachse aber vor allen Dingen die Steinstrasse sind alle so dicht beieinander Die spannendsten Punkte die man sich geben kann.

00:31:55: Leider sind wir schon am Ende unseres Gesprächs.

00:31:57: Ich bin gespannt, wie das sein wird falls wir uns in einigen Jahren noch mal in dieser Konstellation zusammensetzen und drüber sprechen was bis dahin passiert ist.

00:32:04: hier machen wir erstmal einen Punkt und ich bedanke mich ganz ganz herzlich bei euch.

00:32:08: Wie gesagt du hast den Forum gefordert.

00:32:11: Jörg drüber reden hilft auf jeden Fall.

00:32:13: immer schön dass ihr da wart

00:32:15: Das ist ja auch ein Forum Christina.

00:32:17: Ja sehr schön.

00:32:20: Was war das für ein vielschichtiges, ehrliches und inspirierendes Gespräch über die Zukunft der Mobilität in unserer Stadt?

00:32:26: Mit unserem Verkehrsenator Anjes Thiaks und dem Mobilitätsforscher Prof.

00:32:29: Jörg Knieling.

00:32:31: Ich glaube was heute deutlich wurde Die Verkehrswende ist kein Technikprojekt.

00:32:35: Sie ist eine gesellschaftliche Aufgabe.

00:32:37: sie erfordert Mut, Dialog

00:32:39: und vor allem

00:32:39: die Bereitschaft öffentlichen Raum neu zu denken Für alle.

00:32:43: Und jetzt an euch unsere Zuhörerinnen und Zuhöre!

00:32:46: Wat

00:32:46: nu?!

00:32:47: Wie kommt ihr durch Hamburg Und was wünscht ihr euch von der Mobilität eurer Stadt in zehn Jahren?

00:32:52: Schreibt uns eure Ideen und teilt diese Folge gern mit Menschen, die euch am Herzen liegen.

00:32:56: Darüber hinaus mit dieser Folge beschließen wir dieses Staffel von Hamburg-Watnu!

00:33:00: Wir freuen uns wenn ihr uns euer Feedback schickt damit wir eure Anregungen

00:33:04: und eure

00:33:04: Kritik für die Planung einer möglichen zweiten Staffel berücksichtigen können.

00:33:08: Die Zukunft dieser Stadt liegt unserem Herzen – schließlich ist Hamburg die schönste Stadt der Welt Für alle bisherigen Emails, die wir erhalten haben und alle, die hoffentlich noch kommen werden möchten wir uns herzlich bedanken.

00:33:19: Und natürlich fürs

00:33:20: Zuhören!

00:33:21: Ich habe von allen Gästen, die diesen Podcast bereichert haben jede Menge gelernt und freue mich auf die Zukunft in dieser wunderschönen Stadt – und ihr hoffentlich auch!

00:33:30: Bleibt in euren Herzen an Köpfen schnell rücksichtsvoll und mobil.

00:33:34: Dieser Podcast wird wie immer gepowert von den Hamburger Energiewerken.

00:33:38: Deine Stadt, deine Energie unser Werk.

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