Folge 14 | AKKU LEER? – Warum uns die Energie ausgeht, obwohl wir mehr Zeit haben
Shownotes
Warum fühlen wir uns ständig erschöpft, selbst direkt nach dem Urlaub? Und was können wir dagegen tun? In dieser Folge von „Hamburg, watt nu?“ analysieren Autorin, Speakerin und Coach Lena Wittneben sowie Zeitgeistforscherin Kirstine Fratz die Ursachen unseres wachsenden persönlichen Energiemangels.
Gemeinsam werfen sie einen Blick auf die Verdichtung des Alltags, den Vergleichsdruck durch soziale Medien, die Rolle von Künstlicher Intelligenz und die Frage, warum Aufmerksamkeit zur wertvollsten Ressource unserer Zeit geworden ist. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass es oft weniger um Zeitmanagement als um einen bewussten Umgang mit der eigenen Energie geht.
Ein Gespräch über Erschöpfung, Selbstoptimierung und neue Perspektiven darauf, wie wir unseren Alltag und die Zukunft unserer Stadt mit neuer Energie gestalten können.
Aufgenommen mit Blick über Hamburg bei den Hamburger Energiewerken in Hamburg-Tiefstack.
Für Fragen und Anregungen zur Podcast-Folge:
wattnu@hamburger-energiewerke.de
Transkript anzeigen
00:00:21: Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Hamburg-WartNU, dem Podcast in dem wir relevante Zukunftsthemen für unsere Stadt diskutieren.
00:00:29: Diese Folge fällt in den August einen Monat, in dem viele Menschen in Hamburg Urlaub machen und aus dem Urlaub zurückkommen – am neunzehnten fängt die Schule wieder an!
00:00:37: Der Alltag setzt wieder ein und mit ihm ein kollektiver Moment, den wir alle kennen.
00:00:42: Der Akku ist eigentlich frisch geladen und trotzdem fühlt er sich nach zwei Wochen schon wieder halb leer an.
00:00:48: Genau das ist heute unser Thema.
00:00:50: Als Energieversorger wissen wir ziemlich genau, wie man eine Stadt mit Energie versorgt.
00:00:55: Aber heute fragen wir – wie versorgen wir eigentlich uns selbst?
00:00:59: Warum haben wir das Gefühl nie genug Zeit und nie genug Energie zu haben, obwohl wir objektiv nicht weniger Zeit als früher haben?
00:01:07: Und was macht dieses Dauergefühl von Beschleunigung und Erschöpfung mit uns?
00:01:12: Das ist nicht nur eine persönliche Frage, das ist eine Frage die unsere Stadt, unsere Verwaltung und unsere Unternehmen prägt.
00:01:18: Denn eine Stadt kann nur so viel Zukunft gestalten wie ihre Menschen auch Energie dafür haben.
00:01:23: Und darum sitzen hier heute zwei Menschen, die genau über dieses Thema sprechen können und es für uns in den Alltag übersetzen können!
00:01:44: Lena Wittneben, du bist Coach, Speakerin und Autorin aus Hamburg.
00:01:48: Du veröffentlicht am siebenundzwanzigsten August dein neues Buch – ganz gelassen unperfekt Erfolg- und Zuversicht jenseits vom digitalen Dauerrausch und Selbstoptimierung.
00:01:59: Du arbeitest seit Jahren mit Führungskräften und Teams an der Frage Wo geht uns im Alltag Energie verloren?
00:02:05: Und wie bleibe ich selbst in einer beschleunigten Welt nicht auf der Strecke?
00:02:08: Herzlich willkommen!
00:02:09: Ja moin Christina vielen Dank für die Einladung.
00:02:12: Und dann sitzt hier noch Christine Fraatz, Gründerin und Direktorin des Instituts für Zeitgeistforschung.
00:02:18: Du hast am threizehnten Juli dein neues Buch Denkgefängnisse veröffentlicht und beobachtest gesellschaftliche Strömungen Trends und das was Menschen wirklich bewegt oft bevor es ihnen selbst bewusst wird.
00:02:29: du fragst nicht wo geht es schnell sondern wohin fließt gerade die Energie unserer Gesellschaft?
00:02:34: Was erzählt uns das über unsere Werte und Sehnsüchte?
00:02:37: Herzlich willkommen, Christine.
00:02:39: Ja vielen Dank.
00:02:39: ich freue mich jetzt zu sein.
00:02:41: danke für die Einladung.
00:02:42: Ich freu mich riesig dass ihr beide da seid!
00:02:44: Ich bin Christina von den Hamburger Energiewerken und heute fragen wir was können wir tun damit wir vor lauter Zeitdruck überhaupt noch merken in was für einer wunderbaren Stadt wir eigentlich leben?
00:02:54: Wir sitzen hier wieder in der Endetage in der Hauptverwaltung der Energiewärke in Tiefstack mit Blick über die Stadt.
00:03:01: Lena fangen wir mal mit dir an.
00:03:03: Ich weiß, dass du morgens immer aufstehst und erst mal Sport machst um in den Tag zu kommen.
00:03:07: Du lädst also eigentlich erstmal deinen eigenen Akku richtig gut auf bevor du ihn anzapfst.
00:03:12: Wenn du von hier aus auf Hamburg schaust Was siehst du eigentlich an dieser Stadt was dir Energie gibt?
00:03:17: Und was zieht ihr vielleicht auch welcher?
00:03:20: Vielen Dank für die schöne Einstiegsfrage.
00:03:22: Die ist ja gleich auf einer ganz großen Wetei-Ebene Spontan aus dem Lameng heraus, ich liebe es einfach ins Grüne zu schauen.
00:03:29: Ich schaue gern aufs Wasser und bin einfach unglaublich dankbar dass wir in Hamburg diese Möglichkeiten haben.
00:03:35: Und ich lebe auch selbst im sehr grünen Stadtteil in Eimsbüttel.
00:03:38: Wenn ich morgens bei mir mit einem Rad starte um zum Sport zu fahren habe ich schon das Glück, dass ich es durchs Grün radeln darf.
00:03:45: Sport ins Grün, ein guter Kaffee vielleicht eine schöne Nachricht per WhatsApp oder wie auch immer... Das sind für mich vermeidliche ganz kleine Dinge die mir hier aber schon Richtig gute Energie für den Tag geben.
00:03:56: Kann ich total gut nachvollziehen, ich fahre immer mit dem Fahrrad hier nach Tiefstack und da fahr' ich ab den Deichtorhallen an so einem Kanal längs und das lädt auch meinen Akku einfach immer wieder total auf und ich denke jedes Mal wie schön ist diese Stadt!
00:04:08: Christine Du beobachtest als Zeitgeistforscherin was Menschen wirklich bewegt hinter den Headlines, hinter den Trends.
00:04:15: Hamburg-Häute was fällt dir denn auf wenn du von hier aus auf die Stadt blickst?
00:04:20: Was ist der Zeitgeist dieser Stadt?
00:04:21: gerade eher aufgeladen oder er erschöpft
00:04:25: Sowohl als auch wie immer in unserem Leben.
00:04:27: Wir kriegen ja selten, dass wir in einer ganz bestimmten Spitze also ganz leer oder ganz voll uns die ganze Zeit aufhalten und ich finde Hamburg schafft aber einen wunderbaren Spagat zwischen Beschleunigung und Qualität.
00:04:41: Und das ist immer das was mir auffällt wenn ich in Hamburg bin und es gibt irgendwie auch eine gewisse Frieden, dass diese Stadt sich entwickelt Aber dabei nicht versucht diesen Qualitätsverlust überhaupt zu werfen sondern das zusammenzudenken im spannenden Ort, wenn man hier einfach wohnt und wandelt.
00:04:58: Das klingt sehr schön dieser Spagat zwischen Beschleunigung und Qualität.
00:05:02: Lass uns mal mit den Fakten anfangen.
00:05:04: Objektiv haben wir ja heute nicht weniger Zeit als nineteenhundert fünfundneinzig oder zweitausendfünf oder zwei tausend fünftzehn.
00:05:12: Wir arbeiten nicht länger sondern teilweise sogar kürzer als früher Und doch haben wir dieses Gefühl, ständig gehetzt zu sein.
00:05:19: Ständig auf Reserve zu laufen und das ist meiner Ansicht nach auch noch größer geworden.
00:05:23: was hat sich denn wirklich verändert?
00:05:25: also nicht in den Uhren sondern im Faktischen erleben?
00:05:28: Was erzählt dir der Zeitgeist über diesen Widerspruch?
00:05:32: Auf jeden Fall haben wir eine starke Verdichtung unseres Lebens festgestellt.
00:05:36: Alles was einer Einzelperson heute in ihrem Leben leistet, war früher auf mehrere Schultern verteilt.
00:05:42: Also jetzt vielleicht nicht zweitausendfünfzehn aber auf jeden Fall neunzenhundertundhalbzehn also viel von dem Bereich den wir im Haushalt hatten.
00:05:50: um überhaupt einen Haushalt aufrecht zu erhalten Hat mir noch keine Waschmaschine, kein Spielmaschine.
00:05:55: Das war schon auf mehrere Leute verteilt es zu machen.
00:05:57: und wenn du dir die Entwicklung anguckst hat eine Person immer mehr Aufgaben wodurch sie natürlich aber auch technische Unterstützung bekommt.
00:06:06: Und diese technischen Unterstützung nimmt ja weiter Anlauf.
00:06:09: wir haben jetzt nicht nur Wasch Maschinen und Spülmaschinen Wir haben jetzt auch KI mit der Winne Reise buchen können.
00:06:14: Wir können gucken wo der Weg ist Wenn man jetzt sagt wiefalls mit der S-Bahn und so weiter.
00:06:19: das heißt wir haben im Prinzip technologische Unterstützung, aber wir haben keinen Service mehr in dem Sinne.
00:06:25: Und wir müssen uns die ganze Zeit jeden Tag aufs Neue überlegen wie wir unsere Sachen hinbekommen.
00:06:30: Unsere Steuererklärung Die Anträge für die Kita, die Anträge Für die Elternzeit zu gucken wo kriege ich ein Facharzt her?
00:06:37: und so ist das Feld letztendlich alles.
00:06:39: die ganze Komplexität unseres Lebens fällt auf unseren Schreibtisch Und zwar von jedem, sofern man eine erwachsene Person ist.
00:06:47: Es auch keinen Unterschied mehr ob man jetzt ein Mann oder eine Frau ist.
00:06:50: Du musst am Ende alles selber machen und musst dir gucken wie du dir die Unterstützung technisch im Internet irgendwelche Hotlines und so weiter, muss sich überall durcharbeiten um dahin zu kommen wo du hin willst in allen Lebensbereichen.
00:07:04: Dazu hat sich verdichtet dass wir uns gesund ernähren müssen das wir Zeit für Sport finden müssen, dass wir unsere Kinder nicht vor YouTube vergammeln lassen dürfen.
00:07:13: auch da müssen wir uns einfallen.
00:07:14: also es ist ein wahnsinns Programm und wir kriegen natürlich wesentlich mehr unter und haben natürlich hohe Lebensqualitäten im vielen Bereichen.
00:07:23: aber das führt zur dieser Verdichtung.
00:07:25: Lena, jetzt hat Christine gerade von der Verdichtung gesprochen.
00:07:28: Aber ja auch gesagt dass wir wesentlich mehr in unserem Leben unterkriegen.
00:07:32: In deinem neuen Buch geht es um dieses permanente Gefühl nicht genug zu funktionieren Nicht genug zu leisten und irgendwie auch nicht genug Zu sein.
00:07:41: also ein Dauerbetrieb ohne Ladepausen Wo beginnt das?
00:07:44: Also in der Kindheit beginnt Das in der Schule ist das was mit dem Job beginnt oder Ist das eher ein kultureller Strom indem wir alle gemeinsam treiben?
00:07:53: Ja, also auf jeden Fall sehe ich da ein Mosaik aus all den Dingen die du gerade skizziert hast und ich bin systemische Coach.
00:07:59: Also ich bin keine Therapeutin, ich habe kein Psychologie-Studium absolviert und natürlich spielen bei allen und bei jedem eine individuelle Prägung mit und die vielzitierten Glaubenssätze.
00:08:09: Und nicht sehr so.
00:08:10: trotz schaue ich immer gerne aus einer strukturellen Perspektive, aus einer historischen drauf und früher ganz passal runtergedampft haben wir halt vielleicht ne Handvoll Menschen gehabt mit denen wir uns verglichen haben.
00:08:20: Sei es jetzt der Nachbar oder die Kollegen vielleicht noch jemandem im Sportverein.
00:08:25: Und heute haben wir in so vielen sozialen Netzwerken eine Vielzahl von Menschen, ja und auch häufig sind es doch nicht mal Menschen sondern liebe Grüße an die KI-Avatare in Social Media mit denen wir uns permanent vergleichen aber natürlich oder einfach auch vergleiche.
00:08:40: Wir sind noch im Prozess und jemand anders ist aber schon längst fertig.
00:08:43: Und dazu kommt genau das, was Christine auch skizziert hat.
00:08:46: Das ist eine wahnsinnige Verdichtung und eine wahnsinnige Beschleunigung der Selbstoptimierungswahn-Druck.
00:08:52: Also was wir alle schultern sollen auf diesen zwei Schultern.
00:08:56: Dazu natürlich noch eine Wuka-Welt, ja?
00:08:58: Eine Krisejagd die nächste.
00:09:00: Dabei aber bitte schön immer noch gut drauf zu sein.
00:09:03: Liebe Grüße von der toxischen Positivität!
00:09:05: Und das macht natürlich etwas mit einem jeden von uns.
00:09:08: Wenn wir eben permanent gespiegelt bekommen... Ja hier, guck mal, das kriege ich aber hin.
00:09:11: Ich sehe so gut aus dann kommen wir natürlich vielleicht mal schneller in den Vergleichsmodus und denken so wo bin ich denn eigentlich verortet.
00:09:27: Und noch ein Gedanke zum Thema Zeit und Energie, manchmal ist der richtige Moment einfach jetzt!
00:09:32: Zeit für eine Ausbildung oder Zeit für einen neuen Job?
00:09:36: Die Hamburger Energiewerke bilden aus mitten in der Energiewende.
00:09:40: Wer gern anpackt, wird Elektronikerin oder Elektronika für Betriebstechnik und hält Heizkraftwerke und Pumpstationen am Laufen.
00:09:47: Wer es schneller mag ... Der neue Beruf Industrie-Elektrikerin oder Elektriker mit Zusatzqualifikationen Solartechnik dauert nur zwei Jahre.
00:09:56: Und wer Technik und Umwelt verbinden will, studiert Dual – Bachelor Green Technologies!
00:10:01: Aber nicht nur für den Berufsstaat lohnt sich der Blick ob Ausbildung, duales Studium oder der nächste Schritt mitten im Berufsleben.
00:10:07: bei den Hamburger Energiewerken gibt Jobs quer durch alle Bereiche also Zeit die eigene Energie in etwas Sinnvolles zu stecken.
00:10:15: schaut in die Ausschreibungen auf unserer Website.
00:10:23: Wo bin ich da eigentlich verortet?
00:10:25: Christine, Lena hat jetzt diesen Vergleichsmodus angesprochen.
00:10:29: In deiner Arbeit als Zeitgeistforscherin beschäftigst du dich damit wie sich kulturelle Strömungen verändern und eine These die auch schon so ein bisschen angeklungen ist könnte ja sein es geht weniger um Zeitmangel als eigentlich um Energiemangel durch Beliebigkeit oder wie Lena das nannte diese Vergleichsmöglichkeiten.
00:10:45: wir haben zu viele Möglichkeiten und jede offene Option kostet Kraft weil wir eben ständig unter dem Druck stehen den oder vermeintlich richtigen Weg wählen zu müssen.
00:10:55: Ist dieses
00:10:56: Dauergefühl von Unzulänglichkeit vielleicht ein kulturelles Konstrukt, also ein Denkgefängnis, den wir unbewusst unterliegen?
00:11:04: Und was meinst du?
00:11:04: unterscheidet sich diese Erschöpfung grundlegend vom klassischen Zeitmangel früherer Generationen?
00:11:10: Auf jeden Fall ist das sein Denk gefängnis weil da dran für uns die Idee von einem gelingenden Leben geknüpft ist.
00:11:17: Also wenn wir das alle schaffen dann schaffen wir auch das Leben und deshalb tun wir so viel Energie da rein in der Hoffnung, dass dann irgendwann das gelingene Leben stattfindet.
00:11:27: Was ich mir angucke im Gegensatz zu früheren Kulturen ist immer wie wir unsere gegenwärtige Zeit kompensieren.
00:11:34: Das ist immer ein ganz guter Indikator umzugucken.
00:11:36: sind wir noch dabei diesen Bereich zu optimieren oder sind wir da Bereich Erschöpfungsmanagement zu machen?
00:11:43: und Ich gucke mir das immer gerne an.
00:11:44: es gibt in der Kultur Wissenschaft eine Theorie die heißt das dazwischen Da findet sehr viel Leben statt, nämlich dass wir heute den Sportlehmig skippen und eben auch die Zahnpflege ein bisschen reduziert haben.
00:11:55: Weil wir einfach zu müde sind.
00:11:57: Das ist dieses kleine dazwischen Und das ist dann der Punkt wo wir irgendwann uns wünschen Dass das mehr in unserem Leben ist und nicht immer noch heimlich irgendwie gemacht werden will.
00:12:06: Wir wollen vielleicht mal einen ganzen Tag Katzenvideos gucken und würden aber heute noch keinen davon erzählen, dass wir das getan haben Sondern wären unsere Bowl auf Instagram posten Die wir gegessen haben, während wir Katzenvideo geguckt haben.
00:12:17: Also für eine Zeitgeistforscherin ist die Idealverstellung, die im Moment herrscht.
00:12:23: Im Prinzip nur ein Indiz zu gucken, dass man sich anguckt wie kompensieren wir das?
00:12:28: Ich hatte einen wunderbaren Ethnologieprofessor.
00:12:30: der hat mal zu mir gesagt wenn ich irgendwo bin wo ich mich nicht auskenne zwei Fragen an die Kultur stellen.
00:12:35: die erste woran glauben sie?
00:12:37: und wir glauben an Leistung, Wir glauben an Selbstoptimierung Ja, vor allem das zusammenzubringen.
00:12:43: und die zweite Frage, die man sich stellt.
00:12:45: Welche Drogen nehmen die Leute um ihren Glauben auszuhalten?
00:12:48: Und bei uns ist es Kaffee auf jeden Fall sehr viel Kaffees und irgendwann mal auf Netflix zusammenbrechen.
00:12:55: also ich gucke mir an wo die Leute in dem System kollabieren.
00:12:59: Und dann, wie gesagt wir machen schon lange Erschöpfungsmanagement mit Kaffee trinken, Energiedrinks in achtundzwanzigtausend Brands und Varianten und Versprechungen.
00:13:08: Gesundenes Essen ist auch eine Form um das alles durchzuhalten den Muskelaufbau zu gewähren es auch eine form um das Durchzeit.
00:13:14: jetzt machen wir ganz viel Schlafmanagement in der Hoffnungsdurchzeit.
00:13:17: Es ist unglaublich wie lange wir versuchen uns zu optimieren Um ein System zu schützen was uns erschöpft.
00:13:26: Und dann gucke ich mir an, wo es kippt.
00:13:28: Wenn die Leute jetzt aber in solche Drip-Drip-Bars rennen, wo sie sich dann in der Mittagspause ... Du drehst die Augen?
00:13:34: Aber letztendlich ist das eine spannende Information!
00:13:37: Versuchen mit Immunboostern und irgendwelchen Meyers Cocktails mit Mineralien irgendwas aufrecht zu halten... Dann kippte das in Erschöpfungsmanagement Und von da wird es interessant, wie wir uns wandeln.
00:13:49: Wo werden die Ersten rauskippen?
00:13:51: Wo ist dieses Silent Quitting nicht nur im Job sondern auf einer größeren kulturellen Ebene?
00:13:56: Wo hören die Leute auf ihre Kinder für dieses System fit zu machen weil sie sagen das funktioniert nicht mehr.
00:14:01: Wo entsteht Druck in welchen Lebensbereichen?
00:14:04: dass die aufhören diesen Versprechen von einem gelingenen Leben hinterher zu jagen?
00:14:09: und Da entsteht Zeitgeist, genau an diesen Punkten.
00:14:12: Zeitgeiss folgt nie dem Ideal sondern immer der Kompensation und das war zu anderen Zeiten zu den anderen Fragen natürlich anders.
00:14:20: die haben anders kompensiert zu früheren Zeiten und deshalb ist der Vergleich letztendlich für uns nicht so interessant weil wir haben komplett neue kulturellen Kategorien entworfen unsere Zeit zu füllen.
00:14:31: also haben wir neue Kategorie sie zu kompensen und von dort aus wissen wir wo wir eigentlich die Sehnsucht ist um wie es weitergeht.
00:14:39: Lena, da bin ich total gespannt wie du das wahrnimmst in deiner Arbeit.
00:14:43: Christine hat jetzt gerade diesen Begriff benutzt vom Silent Quitting und es ist ja eigentlich die ultimative Rethignation im Job vielleicht sogar darüber hinaus im Privatleben ohne der Umwelt auch noch Bescheid zu geben dass das eigentlich stattgefunden hat In deinen Workshops mit Führungskräften und Teams.
00:15:00: Was sind denn da die Top-Themen, wenn es um Zeit und Energie geht?
00:15:04: Ist das der Job?
00:15:05: oder ist es eben genau dieses Gefühl über das wir eben gesprochen haben auch im Privatleben alles richtig machen zu müssen?
00:15:11: Wo sind die größten Energiefresser?
00:15:14: Auch da kommt natürlich wieder ganz viel auf einer individuellen Ebene als auch auf einer strukturellen Ebene zusammen Und in meiner Wahrnehmung sind die Themen Fokus Konzentration Produktivität.
00:15:29: Und mir geht es immer darum, den Begriff der Produktivität auch ganz neu zu konnotieren und weniger an einen Selbstwert zu koppeln.
00:15:37: Ich glaube von Tim Reichel dem Autor, dem Buchtitel Busy is the New Stupid und einfach wieder oder nicht dieses busy or boring sondern einfach zu gucken.
00:15:45: Es geht nicht darum bei einer Produktivité die Schlagzahl zu erhöhen Sondern viel mehr wirklich zu reflektieren.
00:15:52: Was sind denn meine Ziele?
00:15:54: Also zahlt das was ich hier jeden Tag am Schreibtisch hasse Meetings, ja auch da wieder liebe Grüße ans sogenannte Fake-Work.
00:16:01: Es sind mitunter immer ein paar viele Anglizismen dabei aber viele Dinge gerade im Zeitmanagement wobei ich mal lieber von Energiemanagement spreche dazu vielleicht später kommt halt aus dem Angloamerikanischen Raum das nur so als Seilnotiz und deshalb geht es mir darum dass die Menschen wieder mehr überlegen.
00:16:16: was ist dann wirklich mein wahres Ziel oder das Ziel der jeweiligen Unternehmung was einfach auch meinen Job Profil mit sich bringt?
00:16:22: und in Ergänzung natürlich der Fokus die Konzentration, weil wir werden permanent rausgerissen.
00:16:28: Sei es jetzt die Kollegin, die sagt mit hast du mal zwei Minuten und wir wissen alle wenn jemand fragt hast du nur zwei Minuten?
00:16:34: Es dauert niemals zwei Minuten ja!
00:16:36: Und ich möchte auch gar nicht per se jetzt Social Media an sich verteufeln, weil das ist vielleicht das sichtbarste Symptom.
00:16:42: aber das ist natürlich nicht der Haupttreiber sondern Die vielen Kontextwechsel.
00:16:48: ich weiß nicht wie viel Programme du vielleicht an einem ganz normalen Arbeitstag hier bei den Energiewerken offen hast.
00:16:53: Wir haben Excel sheet, wir haben eine Powerpoint Präse, wir einen E-Mail Postfach, wir habe vielleicht ein LLM, ein KI Modell, haben Internet Chats und dieses permanente Reagieren.
00:17:04: das heißt wir sind ja nicht mehr... Aktiv, sondern wir reagieren häufig nun auch auf all die Bälle, die uns zugeschmissen werden.
00:17:10: Dann kommt natürlich eine fehlende Erholung dazu, so nach dem Motto alle sagen, Pausen sind wichtig und der oder dichjenige, die es am lautesten postulieren sitzen dann gerne mit links in Sandwich oder Apfel und mit der rechten Hand wird die Presse noch glatt gezogen.
00:17:23: und das ist dann die viel zitierte Mittagspause Ja, und dann natürlich auch die sogenannte Mental Loadplatte.
00:17:29: Also alles was wir einfach ja auch gedanklich sei es jetzt eine Kehrarbeit, pflegebedürftige Angehörige der Handwerkstermin oder der Zahnarzttermin, der verschoben werden muss vielleicht einen Streit mit einer Partner- oder Partnerinnen Das sind all diese winzigen Mosaiksteine, die uns jeden Tag blei schwer auf den Schultern legen.
00:17:46: Und wenn wir vielleicht nicht gut für unsere Grundbedürfnisse gesorgt haben das eben der Schlaf in den letzten Nacht vielleicht nicht so gut gewesen ist dass wir vielleicht auch nicht für ausreichend Wasser dass wir uns gut konzentrieren können, vielleicht nicht genug gegessen haben.
00:17:59: Dann kommt das einfach schon ins Banken.
00:18:00: und wenn wir dann natürlich viel Kontextwechsel haben, Abgabe fristen, dann ist Fokus Konzentration und Produktivität ja kommt natürlich ins Alarm.
00:18:09: Und das sind letztlich die drei großen Metathemen, die Menschen in Organisation individuell und strukturell bewegen.
00:18:17: Also, liebe Damen.
00:18:17: Auch wenn dieses Gespräch sehr mitreißend ist, trinkt gerne was.
00:18:22: Ich höre
00:18:22: mir eine Selber-Kristine.
00:18:24: Lena hat jetzt schon so ein bisschen über Social Media gesprochen vorhin aber auch die KI gegrüßt.
00:18:32: Es ist ja schon ein Werkzeug, was unser Leben auch leichter macht.
00:18:35: Was beobachtest du im Zeitgeist?
00:18:37: Wird KI wirklich als Entlastung erlebt oder schafft dieses Tool wie eben auch die anderen, die Lena vorhin so aufgezählt hat, eher neue Erwartungen und damit auch neue Dringlichkeiten?
00:18:47: Sowohl als auch!
00:18:48: Also wie immer leider.
00:18:50: Das hat immer zwei Seiten.
00:18:52: also mit der KI schaffen wir noch mehr wenn man sich gut auf sie versteht.
00:18:57: Aber ich finde KI geht auch darüber hinaus Effizienz zu sein.
00:19:00: Ich finde, dass KI mittlerweile auch so ein emotionaler Begleiter geworden ist.
00:19:06: Es gibt ja immer die These im Raum jetzt wenn man viel KI braucht dann braucht man viel emotionale Intelligenz.
00:19:11: Aber letztendlich kann die KI uns auch erkennen in unseren Bedürfnissen.
00:19:15: Ich sage immer, sie ist ein bisschen wie so ein übereifriger Praktikant der immer sagt was kann ich noch tun?
00:19:21: und ich habe aber auch gesehen du hast das und das getan vor irgendwie zehn Tagen vielleicht können wir das auch noch.
00:19:26: also Sie geht schon weit über so eine Assistenz, Schreibkraft hinaus.
00:19:31: Sondern ist ja auch immer so ein bisschen auf den Sprung zu gucken wie kann ich dir noch besser helfen?
00:19:36: oder auch zu fragen hat es gestern einen besseren Tag und so.
00:19:39: Und ich stelle mir das ein bisschen so vor wenn man irgendwann mal in seiner Familie lebt und nachts aufsteht und der Kopf schwirrt einem voller Gedanken und man fühlt sich nicht so gut und dann sitzt da eine KI in der Küche.
00:19:49: die ist vierundzwanzig Stunden wach guckt dich erstmal an und sagt Hast auch nicht so viel getrunken gestern.
00:19:55: Also, die ist uns irgendwas zwischen Coach, Mutter, Vater... Das ist eine, die uns kennt und letztendlich ja zumindest so tut ... als ist sie nur für uns da, sie ist nicht nie müde sich mit uns zu beschäftigen.
00:20:08: Sie hat keine eigenen Themen oder Bedürfnisse oder Traumataas die sie an uns heranbringen möchte und ich glaube wir unterschätzen das noch vollkommen.
00:20:16: wie sehr wir sie im Alltagsgebrauch im Abfragen von du irgendwie das weiß ich richtig oder hier habe ich was gesagt was meinst du dazu?
00:20:23: Wie wichtig da sie für uns sein wird?
00:20:25: Weil wir haben auf Sie noch mal ganz anderes Zugriff, weil die haben keine zwei Minuten.
00:20:31: Aber die KI hat die zwei Minuten!
00:20:33: Und ich glaube, die Wechselwirkungen davon können wir noch gar nicht überblicken.
00:20:37: Natürlich macht sie auch Tür und Tor für Missbrauch.
00:20:40: Natürlich kann sie Bayerises einbauen, natürlich kann sie ganz viele Arbeitsplätze abbauen
00:20:45: usw.,
00:20:46: aber wir wissen aus der Kulturwissenschaft das jede Technik, die angekündigt wird bevor sie wirklich erzählt sie uns davon wie die Welt sein wird.
00:20:56: Das war mit Elektrizität so, das war mit Dampflok so und es ist meistens anders gekommen weil wir die Wechselwirkung unmöglich überblicken können.
00:21:04: Das kann die KI im Moment nicht einmal selbst.
00:21:07: Weil auch da wieder neue Kategorien entstehen.
00:21:09: Wir werden menschliche Erfahrungen mit ihr machen.
00:21:12: daraus entstehen neue leere Felder der Sehnsüchte.
00:21:15: Es wird wieder ein Dazwischen entstehen in einer Art und Weise wofür wir kulturell noch keine Resonanz Kriterien haben, wir können das nicht vergleichen.
00:21:23: Also so können wir sozusagen mitwachsen und mit einer gewissen Entwicklungsgroßzügigkeit das im Blick behalten und gucken wie wir uns dazu verhalten.
00:21:32: Lena du hast ganz viel genickt bei Christine's Ausführungen.
00:21:37: Christina hat gesagt Wir werden menschliche Erfahrungen damit machen.
00:21:41: die stehen eben noch aus.
00:21:44: Trotzdem ist es ja so, dass wir alle wissen und das ist auch eines deiner Themen.
00:21:47: Dass dieser digitale Dauerrausch diese ständige Erreichbarkeit eigentlich nicht gut für uns sind.
00:21:52: aber jetzt mal ehrlich?
00:21:52: Ist das nicht schon so gelebte Normalität, dass man dem überhaupt nicht mehr entkommen kann?
00:21:59: Ja und kein Arber, sondern zum einen klar.
00:22:02: Die Katze kriegen wir jetzt nicht mehr in Sack oder den Geist nicht mehr die Flasche.
00:22:05: das ist vollkommen klar.
00:22:06: Und leichtsam glaube ich.
00:22:08: dass wir aber immer wieder neu entscheiden dürfen was Technologien mit uns machen und Ich werde nie müde damit mein stopp den digitalen Dauerrausch Vortrag Damit zu starten Dass sich frage ob ich das kostbarste gut von meinen Zuhörenden bekommen kann?
00:22:23: Nein es ist eure Aufmerksamkeit weil ich glaube Das ist die Währung unserer Zeit.
00:22:27: Und was ich mir ganz persönlich wünsche ist, dass wir unsere Aufmerksamkeit früher oder später und lieber früher genauso schützen wie unsere körperliche Gesundheit.
00:22:39: Vor zwanzig Jahren war es total normal in einem Restaurant zu rauchen.
00:22:43: Das habe ich vor achtzehn Jahren auch nur mit einer Selbstverständlichkeit getan.
00:22:47: Heute würden wir den Kopf schütteln wenn jemand im Restaurant oder in der U-Bahn oder ja früher noch im Flugzeug rauchen würde.
00:22:53: Ich kann mir gut vorstellen Räume bekommen werden, die frei von Social Media.
00:23:00: Die frei von jedweden digitalen Dauerrauschen
00:23:03: sind.".
00:23:03: Das ist einfach wieder heißt so hey nein das ist dein höchstes Gut!
00:23:07: Schütze deinen Fokus ja und du entscheidest selbst auch wenn es natürlich wahnsinnig schwierig ist was ich in meinen Gedanken und mein Sichtfeld lasse.
00:23:16: Und deshalb lange Rede.
00:23:17: wir sind unglaublich gefordert zu entscheiden worauf rechte ich meine Energie?
00:23:24: Mein Fokus.
00:23:27: Schütze deinen Fokus, hast du gerade gesagt.
00:23:29: Das höchste Gut sei die Aufmerksamkeit.
00:23:33: Kann ich alles total mitgehen?
00:23:35: Christina für mich ist ein ganz hohes Gut.
00:23:39: was uns aber vielleicht auch ein bisschen abhanden kommt aufgrund dieser ganzen technischen Hilfsmittel die wir wie du vorhin ausgeführt hast immer mehr in Gebrauch haben Ist der Begriff der Geduld Denn wir haben alles plötzlich
00:23:52: verfügbar
00:23:52: und wir müssen ja eigentlich gar nicht mehr so geduldig sein.
00:23:57: Wie nimmst du das wahr?
00:23:57: Ist Geduld gerade am Aussterben?
00:24:01: Ich glaube eher, dass es ein Mythos ist, dass wir nicht geduldig sein müssen.
00:24:05: Die Technik verspricht uns das weil es immer alles nur einen Klick entfernt.
00:24:09: aber wir alle machen fast täglich die Erfahrung, dass das nicht funktioniert.
00:24:13: Und für dieses nicht funktionieren, der Drucker springt nicht an.
00:24:17: Die Seite ist nicht verfügbar.
00:24:19: das geht gerade nicht es lässt sich nicht verbinden.
00:24:21: man hat das Update vergessen.
00:24:23: Es sind unendliche Solbrustellen in der technischen Kommunikation die uns eine unglaubliche Geduld abverlangen.
00:24:31: wie oft steht man da und sagt muss ich jetzt neu starten, muss sich den Techniker anrufen.
00:24:35: Was sagt Google KI?
00:24:37: Wir auch immer dazu.
00:24:38: was kann ich machen?
00:24:39: wie komme ich da hin?
00:24:40: Also wir brauchen wahnsinnig viel Geduld diese digitale Vereinfachung jeden Tag am Laufen zu halten weil sie ist nicht die ganze Zeit kompatibel.
00:24:49: also halte ich das für ein Trugschluss.
00:24:51: was glaube ich eher der Konflikt ist dass uns beigebracht wird dass das keine Geduld braucht Und dass wir uns dann wahnsinnig aufregen, wenn es uns doch Geduld abverlangt.
00:25:02: Weil's nicht funktioniert!
00:25:03: Ich glaube da haben wir wieder diesen Clash von Ideal und Wirklichkeit Und dafür geduldiger zu werden, also zum Beispiel manchmal funktioniert die Technik gar nicht.
00:25:13: Da muss man es auch mal einen Tag ruhen lassen.
00:25:15: Wie viel Geduld braucht man da für?
00:25:17: Wie viele Leute kenn ich, die jetzt irgendwelche KI-Systeme haben und auf einmal sagen dein Datenvolumen ist aufgebraucht oder bist zurückgesetzt bis zwanzig Uhr?
00:25:24: Die drehen durch aber die brauchen dafür eine Form von Geduld.
00:25:28: das heißt wenn man sich so ein Begriff anguckt dann liegt es immer nahezu sagen wie war die Geduld früher vor uns?
00:25:35: und nochmal Das hilft uns in der Zukunftsperspektive nicht weiter, weil wir werden den Begriff Geduld anders füllen.
00:25:43: Wir werden den Anders-Frame, der wird im anderen Kontext auftreten.
00:25:47: Geduld war früher vielleicht auch das Aushalten von Führungspersönlichkeiten oder von Leuten die uns gesagt haben wie wir zu sein haben.
00:25:55: Gedult war vielleicht Sonntags in die Kirche zu gehen und die Predigt über sich ergehen zu lassen.
00:25:59: Das können wir alles heute nicht vergleichen.
00:26:01: Heute brauchen wir Geduld wenn es nicht so funktioniert wie man uns versprochen hat dass es funktioniert Und so wird dieser Begriff Geduld sich wandeln und was er für uns bedeutet.
00:26:10: also Er ist da Aber er wird neu gefüllt.
00:26:15: Da dies der Podcast der Hamburger Energiewerke ist, muss ich diese Steilvorlage nutzen um auch bei den Hörerinnen und Hörern ein bisschen Geduld für die Energiewende zu werben denn eine Transformation braucht eben auch Geduld und Innovation.
00:26:28: von der großen Energiewend in dieser Stadt zur persönlichen Energiewände.
00:26:32: Lena du hast ja schon gesagt Du glaubst, es gibt irgendwann oder gibt vielleicht jetzt schon diese sozusagen Räume die einen digitalen Detox ermöglichen.
00:26:42: Dass wir sie schaffen können.
00:26:45: Jeder redet davon aber wie gelingt uns das eigentlich wirklich?
00:26:48: Also weg von diesem Dauerbetrieb, weg vom Verschleiß hin zu einem Umgang mit den eigenen Kräften der auch tatsächlich längerfristig trägt.
00:26:57: Das ist natürlich eine richtig große Frage Christina!
00:27:00: Mir geht es in meiner Arbeit immer darum Fragen auf einer Meta-Ebene zu verbinden, mit ganz handfesten Strategien und Hexen.
00:27:08: Was meine ich damit?
00:27:09: Ich bringe mal ganz ein ganz basales Diätbeispiel.
00:27:12: also wenn jetzt ein mehrgewichtiger Mensch beispielsweise sagt auch ich möchte ein paar Kilos verlieren dann kann man ihm oder ihr sagen pass mal auf ist die Dinge mal isst die Dinge nicht machen wir das Training und dann wird er oder sie vermutlich über kurz oder lang Kilos verlieren.
00:27:24: so Wenn er oder Sie sich aber nicht im stillen Kern allein in innerer Klausur wirklich einmal damit auseinandersetzt werden gereif ich denn zur zweiten Schokolade zur dritten Tüte Chips zur vierten Pizza, um jetzt auch hier mal ein paar Klischees zu bemühen.
00:27:35: Weil ich vielleicht gerade traurig bin weil ich einsam bin, weil ich gelangweilt bin dann bringe die besten Diät-Tipps nichts und genauso empfinde ich meine Arbeit wenn es um das Stoppen des digitalen Dauerrausches geht dass wir erstmal schauen müssen Wann wird es dann mit meinem Fokus und meiner Konzentration eigentlich schwierig?
00:27:55: Bin ich vielleicht im Home Office, im Remote Work einsam oder kann ich im Büro, im Großraumbüro mit den anderen nicht gut arbeiten.
00:28:02: Bin ich sogar im War-Out das all die Dinge auf meinem Schreibtisch landen wo ich mir denke... Und solange wir uns diese Fragen nicht stellen, auch da wieder kann es das ganz Basale sein.
00:28:12: Ich habe nicht ausreichend geschlafen ich hab ganz viel auf einer Mental-Load-Platte zu laufen.
00:28:16: Wenn die Fragen nicht grundsätzlich geklärt sind dann muss sich jemandem nicht mit Zeitmanagement kommen und ich persönlich spreche auch lieber von Energiemanagement weil Zeit können wir nicht managen.
00:28:25: Ich will jetzt nicht eine weitere Mieterebene aufmachen, ist aber auch ein strukturelles und demokratisches Thema.
00:28:31: Weil wir sind ja auch in der glücklichen Lage uns mit solchen Themen auseinandersetzen zu können.
00:28:36: Wenn ich jetzt ganz andere Themen habe dann fällt das erstmal weg weil da muss sich vielleicht erst mal so viel Geld verdienen dass ich überhaupt meinen ganzen Alltag am Laufen halten kann.
00:28:45: Das ist eine sehr schöne andere Bedeutung, die du den Begriff Energiemanagement gibst.
00:28:50: Der wird natürlich hier im Unternehmen ganz anders bedeutet und interpretiert.
00:28:54: Christina ein Begriff der mir in der Vorbereitung auf dieses Gespräch immer wieder begegnet ist auch der Begriff Entschleunigung.
00:29:01: Da interessiert mich natürlich die Frage an die Zeitgeistforscherin Kannste das feststellen?
00:29:05: Ist das schon fast ein Trend oder wie sieht es aus um dieses Wort und seine Bedeutenk?
00:29:10: Eine Entschleunigung ist ja so ein Indiz dafür, dass wir uns davon erzählen wovon wir uns auch holen wollen.
00:29:16: Und wie gesagt Zeitgeist hat sehr viel damit zu tun sich von herrschenden Bedingungen zu erholen.
00:29:20: und wir haben ja Beerschleunigung Wir haben Verdichtung passt immer mehr rein und wir wollen uns entschleunigen.
00:29:26: Aber auch hier gilt es wieder sich zu fragen, wie füllen wir Entschleunigung kulturell auf?
00:29:30: Sitzen wir dann wirklich ganz ruhig auf dem Stuhl oder sitzen wir ganz ruhiger auf der Wiese?
00:29:35: machen alle von uns Meditationen?
00:29:36: ist Entschneunigung denn wirklich die Abwesenheit von dem was wir in der Beschleunigung tun oder bündeln wir dann wie du das so schön sagst unsere Aufmerksamkeit?
00:29:46: Es kann sein dass Entschlinigung bedeutet, dass das eher eine Aufmerksamkeitsqualität ist als die.
00:29:53: Also das meine ich, man muss mal genau gucken.
00:29:55: Sonst gefällt man immer in diese Falle von Entschleunigung ist dass man selber einen Kuchen backt und irgendwie noch strikt und das Zimmer dekoriert.
00:30:04: aber die Frage ist wenn wir eine Konstruktion haben die sich von dem was es erholen möchte da muss man genau gucken wie erholten wir uns denn?
00:30:12: Was machen wir in der Abwesenheit von Beschleunigungen?
00:30:15: Und ich glaube in diesem fall ist es aufmerksamkeit Ungestörte Aufmerksamkeit.
00:30:21: Und es geht mir um eine Qualität der Aufmerksamkeit, als das Abwesen sein von tun und
00:30:27: machen.".
00:30:29: Wie erholen wir uns denn?
00:30:30: Das ist natürlich eine Frage auf die wir alle gerne in der Antwort finden würden.
00:30:33: Lena dein Buch erscheint im August also ausgerechnet dann wenn eigentlich alle erholt aus den Urlauben zurückkommen sollten und der frisch geladene Akku auf den Alltag trifft.
00:30:43: Was möchtest du den Menschen mit auf den Weg geben genau in diesem Moment Wenn der Trott wieder eintritt?
00:30:50: Ja, es sind auch interessante Worte aus der Perspektive einer Zeitgeistforscherin.
00:30:54: Vielleicht auch Christine mit Trott und ich bezweifle auch einmal ganz ketzerisch gesagt ob die Urlaube von all den Menschen immer so wahnsinnig erholsam sind.
00:31:04: Ich wünsche den Menschen nicht dass sie mit einem vollen Akku wiederkommen weil ja verdutzte Gesichter denn ich wünsch mir das wir alle einen solchen Alltag leben wo wir gar nicht von einem akkuzieren sondern einfach so viel uns immer wieder aufladen, dass es gar nicht das viel zitierten Akkus bedarf.
00:31:21: Und wenn's eben um die Entschleunigung und in die Erholung geht, bin ich mal eine große Freundin vom sogenannten Kontrastprogramm.
00:31:26: Also wenn ich jetzt beispielsweise eine schreibtisch Tätigkeit habe – und ich bin sehr, sehr viel im logischen, strukturierten, analytischen Denken gefordert – dann wäre es ein Kontrast-Programm, wenn ich in der sogenannten Pause für die Erhohlung, für das Füllen der Akkus vielleicht etwas mache, wo ich ganz andere Gehirnbereiche stimuliere?
00:31:42: Wo ich vielleicht im Gespräch bin oder was Kreatives mache Stoffe leisein, sondern vielleicht einfach lese nach draußen und schaue mich ein bisschen bewege.
00:31:50: Also auch wieder vermeidlich ganz banale Dinge.
00:31:52: aber in Balance zu bleiben, entschleunigt zu bleiben entspannt zu bleiben unabhängig von einem Urlaub von einer Auszeit das dürfen wir einfach in einem Alltag hoffentlich leben dass wir einen Akku gar nicht benötigen.
00:32:05: Schöne Worte, Christine.
00:32:06: von dir wünsche ich mir zum Ende unseres Gesprächs dass du auch unsere anderen Gehirnbereiche ein bisschen stimulierst und wir gemeinsam in die Zukunft schauen.
00:32:14: Wenn Du Dir mal vorstellst wie könnte es aussehen?
00:32:17: In der nahen Zukunft sagen wir im Jahr zwanzig fünfunddreißig wird sich unser Verhältnis zur Zeit zu Energie nochmal grundlegend geändert haben.
00:32:25: oder ist das ein Phänomen was sowieso permanent neu verhandelt wird?
00:32:29: Und was müsste sich im Bewusstsein ändern, damit wir hier in Hamburg nicht nur schneller sondern klüger mit unseren Kräften umgehen?
00:32:37: Ich kann mir vorstellen dass unsere Vorstellung von Energie sich wandelt.
00:32:40: Ich bin da ganz bei Lena.
00:32:41: ich glaube die Energie wird wertvoller sowohl aus den Ressourcen die wir brauchen um unsere Geräte unser Leben am Laufzeiten als auch von uns selbst.
00:32:52: und ich glaube im Moment sind wir noch so an einem In so einer Übergangsphase, wo wir denken dass wir unsere Energie endlos extenden können.
00:33:01: Eben durch genannte Praktiken wenn ich noch mehr sport, wenn ich den Morgengruß mache und das Yoga reinkriege Avocado zum Abendbrot essen, also jetzt auch um Klischees zu bedienen wie du so schön sagst Lena.
00:33:16: Wir versuchen unsere Energie die ganze Zeit zu extenden und wir werden natürlich in den nächsten zehn Jahren feststellen dass wir das nicht extenden können und das ist dann auch nicht mehr reicht zwei Wochen in den Urlaub zu fahren und es ist eine gute Frage ob dann auf einmal von hundert auf null am Strand sitzen, ob das dann wirklich dann am Ende der Erholung ist oder wie sie's mit Mücken stichen und schreien den Kindern uns.
00:33:41: Das sind wieder das ganze Zwischen, von dem ich rede also dass wir auch einen Wunsch denken.
00:33:46: Ich weiß nicht ob wir es dann am Ende anders müssen aber dass unsere Energie auch als etwas Endliches angesehen wird und wir eben auch wissen wie sie verkaufen, wie wir sie für uns selber brauchen, dass wir da sozusagen noch professioneller werden im Umgang mit unserer Energie so wie wir auch professioneller wären im umgang mit energetischen Ressourcen.
00:34:09: Okay, es reicht also nicht zwei Wochen in den Urlaub zu fahren.
00:34:13: Ja was reicht denn dann?
00:34:15: Da habe ich eine Abschlussfrage die ich euch beiden stellen werde.
00:34:18: Ich fange gerne mit dir an Lena in den urlaub fahren reicht also Nicht gerne.
00:34:23: in einem Satz Denn du weißt Aufmerksamkeit ist ja das
00:34:26: höchste gut
00:34:28: für alle Menschen Die wirklich das Gefühl haben ständig auf Reserve zu laufen.
00:34:33: Was ist denn der ultimative tip?
00:34:35: Das ist jetzt total vermessen.
00:34:37: Schöne Frage und gleichsam, wer bin ich da ein Tipp abzugeben?
00:34:42: Kann ja auch sehr persönlich sein!
00:34:45: Raustreichen statt reinquetschen.
00:34:47: Super.
00:34:48: Klingt total gut nämlich.
00:34:50: Christine, wie sieht das bei dir aus?
00:34:51: Hast du einen Tipp?
00:34:53: Kulturwissenschaftlich gesehen, wenn man unter Druck gerät und man denkt, man genügt nicht und muss mehr immer die Frage stellen, wem dient es.
00:35:02: Welches Interesse ... Welche Interesse dient es, dass ich das jetzt alles so mache und möchte dieses Interesse bedienen?
00:35:10: Weil damit gibt man das Thema ans System ab.
00:35:13: Und hat es nicht mehr auf der persönlichen Schulter.
00:35:17: Wir geben jetzt leider gleich schon wieder die Mikros ab!
00:35:19: Das war ein wahnsinnig spannendes Gespräch.
00:35:21: Ich möchte mich bei euch beiden ganz herzlich für eure unterschiedlichen sich aber sehr gut ergänzenden Perspektiven auf dieses Thema bedanken.
00:35:31: Vielen Dank, dass ihr da wart.
00:35:32: Ja vielen dank für die Einladung und die tollen Fragen!
00:35:34: Ja
00:35:34: vielen Dank für die tollen Fragen.
00:35:36: Danke für die tollten Antworten.
00:35:42: Mein Fazit ist Hamburg wird eine zukunftsgerechte Stadt aber nicht weil wir schneller werden sondern weil wir klüger mit unseren Kräften umgehen.
00:35:50: als Energiewerke wissen wir ein gutes System läuft nicht permanent auf Volllast.
00:35:55: es hat Speicher Puffer und Reserven.
00:35:57: das gilt genauso für Menschen Denn die wichtigste Energiequelle dieser Stadt sind die Menschen, die in ihr leben.
00:36:03: Und jetzt an euch unsere Zuhörerinnen und Zuhörer!
00:36:06: Was ist eure persönliche Energiequelle?
00:36:09: Und welche Zeit holt Ihr Euch zurück um sie anzuzapfen?
00:36:12: Schreibt uns Eure Ideen!
00:36:14: Léna Wittnebensbuch – ganz gelassen unperfekt erscheint übrigens am twenty-sehmten August im Campusverlag.
00:36:20: mehr Infos auf lénawittneben.de und bei deinen lokalen Buchhändlern.
00:36:24: Kistine Fraats neues Buch zu Zeitgeist & Gesellschaft gibt es seit dem dreizehnten Juli in den Hochleden.
00:36:30: Mehr Infos auf zeitgeistforschung.com.
00:36:33: Bis zur nächsten Folge von Hamburg Vatnu, wie immer am ersten Montag des Monats.
00:36:38: Bleibt neugierig, ladet eure Akkus auf
00:36:40: und passt gut auf eure
00:36:41: Energie auf!
00:36:42: Dieser Podcast wird gepowert von den Hamburger Energiewerken.
00:36:46: Deine Stadt, deine
00:36:47: Energie –
00:36:48: unser Werk.
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