Folge 15 | Hitze und Gesundheit – Hamburg, wie geht‘s Dir?
Shownotes
Hamburg wird heißer – und das hat Folgen für unsere Gesundheit. Doch was bedeutet der Klimawandel ganz konkret für das Leben in der Stadt?
In dieser Folge von „Hamburg, watt nu?“ spricht Kristina Kara mit Dr. Renke Lühken vom Bernhard-Nocht-Institut und PD Dr. Jobst Augustin vom UKE über die gesundheitlichen Risiken steigender Temperaturen. Es geht um heiße Nächte und ihre Belastung für den Körper, um die Ausbreitung von Stechmücken und Krankheitserregern wie dem West-Nil-Virus und um die Frage, wann die Asiatische Tigermücke auch in Hamburg heimisch werden könnte.
Außerdem diskutieren die beiden Wissenschaftler, wie gut Hamburg auf kommende Hitzewellen vorbereitet ist, welche Rolle der Hitzeaktionsplan der Stadt spielt und wo es bei der Umsetzung noch Handlungsbedarf gibt.
Was muss Hamburg tun, um auch in heißeren Sommern eine gesunde und lebenswerte Stadt zu bleiben?
„Hamburg, watt nu?“ – der Podcast der Hamburger Energiewerke über die Zukunft unserer Stadt.
Für Fragen und Anregungen zur Podcast-Folge:
wattnu@hamburger-energiewerke.de
Transkript anzeigen
00:00:21: Moin und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Hamburg-Vatnu, dem Podcast in dem wir gesellschaftlich relevante Zukunftsthemen unserer Stadt diskutieren.
00:00:30: Wir starten in den September – die Hitzewelle ist vorbei und genau das ist Teil des Problems!
00:00:35: Denn Hitze ist ein Risiko dass wir jedes Jahr im September kollektiv vergessen bis zum nächsten Juni.
00:00:41: Ob diese Stadt im nächsten Sommer besser vorbereitet ist entscheidet sich nicht bei thirty fünf Grad sondern jetzt.
00:00:53: Und wer im August in einer Altbauwohnung unterm Dach in Hammerbrook saß, weiß Hitze ist kein Wohlfühlthema.
00:00:59: Hitze is eine Gesundheitsfrage.
00:01:02: Hamburg hat darauf reagiert.
00:01:04: Es gibt eine Klimaanpassungsstrategie es gibt einen Hitz-Aktionsplan es gibt eine Karte mit kühlen Orten.
00:01:10: Das ist gut Aber heute wollen wir das Ganze in einem anderen Kontext stellen unsere Gesundheit Denn Hitze verändert nicht nur, wie wir uns fühlen.
00:01:19: Sie verändert auch, welchen Risiken wir ausgesetzt sind.
00:01:23: Ich habe heute zwei Wissenschaftler zu Gast die das Thema Gesundheit in Hamburg aus zwei unterschiedlichen Richtungen erforschen Dr.
00:01:43: Renke Lüken, Biologe am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hier in Hamburg.
00:01:47: Du leitest dort zwei Forschungsgruppen und beschäftigst dich unter anderem mit einer sehr konkreten Frage Welche Stechmücken leben wo?
00:01:55: Und welche Krankheitserreger können sie übertragen?
00:01:58: Dein Institut ist letztes Jahr hundertfünfundzwanzig Jahre alt geworden und hat nineteenhundert zwölf seine Abteilung für Insektenkunde gegründet.
00:02:05: Damals ging es um Malaria in Deutschland, heute wird es wieder um Mücken gehen.
00:02:09: Herzlich Willkommen Renke!
00:02:11: Ja, vielen Dank
00:02:13: Und?
00:02:14: Dr.
00:02:14: Jobst Augustin Gesundheitsgeograph am Universitätsklinikum Eppendorf.
00:02:19: Du leitest dort die Forschungsgruppe Gesundheitsgeografie und bist Sprecher der Arbeitsgruppe Stadtepidemiologie Hamburg.
00:02:26: Deine Forschung dreht sich darum dass wie gesund ein Mensch ist, auch davon abhängig ist wo er wohnt und zwar auch innerhalb unserer Stadtgrenzen.
00:02:34: Du hast schon vor über fünfzehn Jahren über die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels promoviert?
00:02:39: Damals war das ein Nischenthema!
00:02:41: Herzlich Willkommen Jobst.
00:02:43: Ich bin Christina von den Hamburger Energiewerken und heute fragen wir was macht der Klimawandel mit unserer Gesundheit in unserer Stadt?
00:02:51: Wir sitzen heute wieder in der Endetage unserer Hauptverwaltung in Tiefstag mit Blick über die Stadt Und dieser Blick passt heute besser als mir lieb ist.
00:02:59: Von hier oben sieht Hamburg aus wie ein einziges Band aus Dächern, Straßen und Beton – und genau da staut sich im Sommer die Hitze!
00:03:06: Wer uns regelmäßig hört kennt die Frage mit der wir immer starten.
00:03:10: Renke wenn du von hier auf Hamburg schaust mit den Augen eines Menschen der Mücken erforscht was siehst Du?
00:03:15: Wo würdest Du als erstes eine Falle aufstellen?
00:03:19: Genau wir blicken hier ja so auf Flachdecker wo überall jetzt Regen draufgefallen sind.
00:03:24: Sie sammeln sich halt Wasser an und das sind so richtige perfekte Brutplätze für Stechmücken.
00:03:29: Und da denkt man natürlich sofort, da würde ich gerne mal reinschauen.
00:03:33: Grundsätzlich gibt es aber Stechmittel überall in Hamburg.
00:03:36: also es gibt eigentlich keine Plätze wo man keine Stechenmücken findet.
00:03:39: dann eher so Forschungsfragen abhängig wo wir dann konkret fahren.
00:03:43: Da bin ich mal gespannt auf deine Antwort Jobs.
00:03:45: du schaust ja beruflich auf die Karten dieser Stadt Du weißt wo's heiß wird und wo Menschen krank sind wenn du von hier aus auf Hamburg blickst was siehst du?
00:03:53: Was andere vielleicht nicht sehen?
00:03:55: Wenn ich jetzt aus dem Fässer schaue, sehe ich erstmal Wasserflächen.
00:03:58: Ich sehe Grünflächen und natürlich auch verbaute Flächen.
00:04:01: Und das ist genau das was wir uns eben anschauen mit Kontext Hitze.
00:04:05: Das heißt verbauten Flächen dort wo sich eben Hitze staut, wo sie Flächen aufheizen können aber auf anderen Seite eben auch grüne Flächen und blaue Flächen die eine Kühlungsfunktion haben.
00:04:16: also Wir haben also einen Durcheinander sozusagen von Flächen potenziell erwärmende Wirkung haben oder eben auch von Flächen in der Kühle Wirkung.
00:04:26: Grünflächen sind mir klar, Blauflächen sind Gewässer?
00:04:30: Blauflächen sind sogenannte Gewässern.
00:04:33: Wie sagen grüne Blaufflächen?
00:04:35: Blau-Flächengewässer eben die Kühlungsfunktionen haben, die auch Frischlochschneisen darstellen können.
00:04:41: Die aber auch, das vergisst man manchmal so ein bisschen im Sommer sich natürlich auch erwärmen und die nächtliche Abkühlung auch unter Umständen reduzieren können.
00:04:50: Dann bleiben wir mal bei dir Jobst.
00:04:51: Alle reden über das Thema Klimaschutz, also darüber wie wir das Schlimmste noch verhindern können.
00:04:57: Du forscht an der anderen Hälfte was der Klimawandel jetzt schon mit unserer Gesundheit gemacht hat oder macht?
00:05:03: Was ist denn die wichtigste Erkenntnis aus zwanzig Jahren Forschung in diesem Feld?
00:05:08: Ja, die Erkennis ist eigentlich dass das Thema sehr komplexes ist, viel komplexer als man zunächst vermutet.
00:05:15: Das ist die eine Seite.
00:05:16: Die andere Seite ist, dass wir aber auch in den letzten zwanzig Jahren eine Bewegung sehen, die stattfindet und soll heißen es tut sich was.
00:05:25: ja Es ist ein Bewusstsein mittlerweile da das Hitze oder der Klimawandel auch die Gesundheit betrifft Was vor zwanzich Jahren oder auch bis vor fünf Jahren noch gar nicht unbedingt ein Fall gewesen ist.
00:05:36: Jetzt hast du gerade von diesem Bewusstsein gesprochen, Hitze ist ja auch zu spüren.
00:05:39: Vielleicht kannst du uns das mal ganz konkret für Hamburg erklären.
00:05:43: was passiert eigentlich mit einem Menschen wenn es drei Nächte lang nicht unter zwanzig Grad wird?
00:05:48: Ja das ist vor allem die Nacht eben die entscheidend ist und das Problem dabei ist dass der Körper sich in eine Nacht regeneriert.
00:05:55: vom Tage Wenn es über die mehrere Nächte sehr heiß ist, ist eben ihre Generation und die Erholungsfunktion sozusagen beeinträchtigt für wir.
00:06:04: Das heißt eben dass auch in der Nacht in sehr heißen Nächten das Herz-Karthosystem nach wie vor noch arbeiten muss wenn man schwitzt um sich zu kühlen.
00:06:15: Und das findet eben nicht wie im Normalfahren nachts nicht mehr statt und das ist eben eine zusätzliche Belastung.
00:06:21: Das heisst wir haben eine Summierung der Belastungen nachts aber auch tagsüber.
00:06:27: Bleiben wir mal bei dem Wort Belastung, Renke.
00:06:29: Die Mückenbelastung spüre ich zumindest nachts auch immer ein bisschen stärker als tagsüber vielleicht auch einfach weil man da ruhig im Bett liegt und es einem dann erst auffällt.
00:06:37: Du kommst eben mit einer Perspektive dazu die viele Menschen gar nicht so auf dem Schirm haben.
00:06:42: Wärme verändert ja nicht nur wie wir uns fühlen was Jobs gerade ausgeführt hat sondern sie verändert auch wer sonst noch hier leben kann.
00:06:50: Erklär'n's das mal bitte von vorne.
00:06:52: Was hat denn Temperatur eigentlich mit Mücken zu tun?
00:06:55: Genau, Temperaturen hat zwei Effekte auf Stechmück und auf Steichmück übertragende Krankheitserreger.
00:07:01: Einmal die Stechmecke selber.
00:07:02: Wenn es wärmer ist können sich Stechmoeken schnell entwickeln.
00:07:05: in der Regel gibt's an mehrere Generationen pro Jahr.
00:07:08: Es gibt einfach mehr Stechmaeck.
00:07:09: wenns dann parallel auch entsprechend ab und zu mal regnet oder grundsätzlich Brotplätze entsprechend zur Verfügung stehen Dann werden die Bedingungen einfach günstiger für Arten, die eigentlich nicht hierher gehören.
00:07:21: Also tropische Stechmückenarten wie der Asiastigermücke, die sich ja in ganz Europa und auch in Deutschland weiter ausprallen wenn die Temperaturen wärmer sind können sie sich entsprechend einfacher etablieren.
00:07:31: Und ganz entscheidend für uns ist es nicht nur Plagearten tagsüber Nacht oder nachts stechen, sondern die übertragen halt auch Krankheitserreger und diese Übertragung ist auch direkt temperaturabhängig.
00:07:42: Man darf sich in den Stechmücken nicht so vorstellen wie so eine rumpflegende Spritze, sondern Stechniken nehmen diese Viren auf und die müssen sich dann in der Stechmuske erstmal vermehren bis für sie wieder übertragen werden können.
00:07:53: Und diese Periode ist direkt temperaturabhängiger.
00:07:55: Je wärmer es ist, das kürzer wird diese Phase und desto höher ist das Risiko.
00:07:59: der Übertrage also wenn's wärmer wird gibt Mehrmücken, neue Mückenarten und entsprechend auch gefährlichere Mücken.
00:08:07: Entsprechend wie mal ganz konkret von einem Krankheitserreger, ... ... der mutmaßlich hier in Hamburg erworben wurde.
00:08:17: Wie ernst muss man das nehmen?
00:08:19: Und ohne Panik was ist da realistisch?
00:08:21: Was nicht!
00:08:23: Genau, keine Panik ist glaube ich erst mal das beste Stichwort.
00:08:25: Das Westni-Virus ist seit Jahrzehntausend in Deutschland etabliert für dabei eine Regel nicht zu schweren Erkrankungen.
00:08:31: Also achtzig Prozent der Infizierten haben eigentlich keinerlei Symptomen und nur ein ganz kleiner Prozentsatz unter einen Prozent vor einem Risikogruppen.
00:08:38: ältere Menschen haben hohes Risiko im schwereren Verlauf zu haben.
00:08:42: Und das Virus breitet sich seit der Etablierung in Zentral-Ostdeutschland in Deutschland aus als Jahrzehnzwanzig auch in Norddeutschen präsent und wir beurachten jedes Jahr entsprechend Zirkulation im Menschen, aber parallel auch immer wieder.
00:08:55: Also nicht nur diesen Einfall in dem einen Jahr sondern immer wieder auch Fälle empfügeln oder entfernen und das sind so die ersten Wahnsignale dass sich da in Deutschland auch was entsprechend verändert hat, dass unsere einheimischen Stechmücken in diesem Fall entsprechend auch jetzt Krankheitserrege übertragen
00:09:10: können.".
00:09:11: Jetzt hast du vorhin von der Tiger-Mücke gesprochen?
00:09:13: Die ist im Südwesten Einigermaßen etabliert und punktuell wohl auch schon in Bonn und Berlin angekommen.
00:09:20: Ja, kommt ihr jetzt auch nach Hamburg?
00:09:22: Und wenn ja, kannst du uns das sagen?
00:09:24: Genau die asiatische Tiergemücke ist seit Jetzt fast zehn Jahre in Deutschland etabliert, vor allem in der wärmenbegünstigten Region Oberrheingraben.
00:09:33: Freiburg-Heidelberg gab es die ersten Populationen und wird über den Autoverkehr nach Deutschland eingeschleppt aus Regionen wo die Art schon länger etabliers ist, v.a.
00:09:40: Italien, Frankreich.
00:09:42: Und wir sehen ganz klar über die letzten Jahre dass sich die Art immer weiter ausbreitet.
00:09:46: Die nördlichste Population ist aktuell Berlin, wo sie jetzt seit einigen Jahren noch etabliert ist.
00:09:50: Sie wird definitiv auch nach Hamburg kommen.
00:09:52: Ist eigentlich nur eine Frage der Zeit als Großstadt?
00:09:56: Wärmemäßig so ein bisschen begünstigt.
00:09:59: Und gleichzeitig gibt es halt sehr, sehr viel Waren und Personenverkehr, die halt die Tiermücke einschleppen können.
00:10:06: Wahrscheinlich ist noch nicht warm genug.
00:10:07: das Zeit zuvor zu sagen passt diese recht schwierig abzuschätzen weil sehr viele Wahrscheinlichkeiten so zusammenkommen müssen.
00:10:12: Die muss eingesteppt werden, die Bedingungen in dem Moment müssen sehr günstig sein aber grundsätzlich dieser Prozess nicht aufzuerhalten und derart wird sich über den nächsten Jahrzehnte deutschlandweit etablieren.
00:10:24: Jetzt hast du gerade gesagt, wahrscheinlich ist es noch nicht warm genug.
00:10:28: Wagen wir doch mal einen Blick in die Zukunft.
00:10:31: wenn wir in zehn Jahren zurückschauen reden wir dann über eine Stadt in der sich viel verändert hat oder überschätzen wird das gerade?
00:10:39: Ja ich glaube man muss gar nicht immer so sehr in die zukunft schauen.
00:10:42: aber wir sehen ja aktuell schon die Veränderungen.
00:10:44: also wie ein Klimawandeln redet man ja manchmal auch.
00:10:46: Hoffentlich wird es nicht schlimmer oder irgendwas passiert dann in der Zukunft, sondern wir sehen ja akut dieses Jahr vor allem irgendwie diese Veränderungen.
00:10:53: Wir sehen auch eine Veränderung bei den Stechmücken des Westen, die Virus.
00:10:56: Wir haben schon andere exotische Arten, japanische Buschmücke, die sind Hamburg inzwischen etabliert ist ein anderer exotischer Art.
00:11:03: also wir sehen jetzt schon die Veränderungs- und zukünftig im Bezug auf Stechmittel wird sich auf jeden Fall das verändert hat.
00:11:10: Die Tiermücke wird sich etablieren Entsprechend tropische Viren werden auch dazu kommen und das Westenvirus wird weiter in Hamburg zirkulieren.
00:11:18: Jobs, da bin ich gespannt wie du das siehst.
00:11:20: welche Veränderungen meinst du?
00:11:22: wirst du in zehn Jahren dann rückblickend sehen?
00:11:26: Ja also grundsätzlich muss man sagen dass wir eigentlich bezogen auf das Thema Hitze und Gesundheit eigentlich weniger ein Erkenntnisproblem haben sondern eigentlich eine Umsetzungsprobleme.
00:11:38: Wir wissen viel wie Hitze wirkt wann Hitze werkt wo auch.
00:11:43: aber Die Herausforderung ist eigentlich Maßnahmen, die angeschoben werden wirklich tatsächlich auch eine Bevölkerung umzusetzen.
00:11:49: Also es gibt ein Hitzeaktionsplan.
00:11:51: das ist wirklich auch lobenswert auf was da drin ist.
00:11:54: nur müssen die Maßnahmen auch umgesetzt werden und ich bin gespannt wie das weitergeht.
00:12:00: Ich hatte vorhin gesagt Es gibt einen Bewusstsein mittlerweile dafür dass eben Hitze auf die Gesundheit werkt.
00:12:07: Es gibt auch viele Erkenntnisse dazu Aber man muss sehen, wie die Maßnahmen wirken oder wie sie umgesetzt werden.
00:12:16: Wir
00:12:23: reden heute über Hitze – da lohnt sich ein Verweis auf den Ort an dem Hamburg schon seit Jahrzehnten dagegen ankühlt!
00:12:30: In der City Nord steht die älteste öffentliche Fernkelteranlage Deutschlands in Betrieb.
00:12:35: seit Fernkelte funktioniert wie Fernwärme nur umgekehrt.
00:12:40: Statt vieler einzelner Klimaanlagen versorgt ein zentrales Werk über ein zwölf Kilometer langes Leitungsnetz, Büros und Rechenzentren mit der benötigten Kühlung.
00:12:48: Das Spannende daran – seit der Modernisierung der Keltemaschinen vor vier Jahren wandelt das Werk Strom aus erneuerbaren Energien in Kälte um.
00:12:56: Power to Kälthe heißt das Prinzip!
00:12:59: Wenn viel Windstrom im Netz ist wird Kälter erzeugt.
00:13:02: Das Kältennetz selbst dient dabei als Speicher.
00:13:05: Die beiden Vorteile, das Stromnetz wird entlastet und der Strombedarf reduziert.
00:13:09: Das spart bis zu neunhundert Tonnen CO² im Jahr!
00:13:22: Brünge helfen.
00:13:23: Du hast in der großen Hamburg City Health Study untersucht, wie Krankheiten über diese Stadt verteilt sind – Bluthochdruck, Diabetes, Lungenerkrankungen?
00:13:32: Kannst du da ein bisschen aus dem Nähkäste im Plaudern bezüglich dieser Studie und uns auch noch mal erklären was dabei vielleicht die größte Überraschung
00:13:39: war?".
00:13:41: Ja also dass wir keiner kennen als Probleme haben hatte ich so nicht gesagt.
00:13:44: Wir haben natürlich schon einen großen Forschungsbedarf in vielen Bereichen aber so im wesentlichen Was jetzt Hitze und Gesundheit angeht, ist nur einigermaßen Bescheid.
00:13:55: Konkretes auf Hamburg bezogen was die nicht übertragbaren Erkrankungen angeht.
00:14:00: Blutdruckdiabetes
00:14:01: usw.,
00:14:03: ist es so dass wir uns das angeschaut haben und wieder auch gute Daten zu haben.
00:14:07: Und eigentlich kann man sagen wie wir die Verteilung gesehen haben, verschiedenste Erkankungen in Hamburg dass dort gar keine so riesigen Überraschungen gewesen sind, weil sie eben an einem Sprechen der Muster folgen.
00:14:21: Das heißt soziale Lage zum Beispiel spielt eine große Rolle dabei.
00:14:25: Interessant war und das war tatsächlich eine kleine Überraschnung, dass wir feststellen konnten, dass die subjektive Belastung eigentlich verglichen mit der objektiven Belastungen z.B.
00:14:36: durch leeren Durchfeindstaub in großer Rolle spielt.
00:14:38: also soll heißen wenn wir die gemessenen Feinstaubwerte haben oder die Lämmerwerte kann man zwar sagen, naja gut das die Wahrscheinlichkeit von Hypertonie zum Beispiel also Bluthoffdruck ansteigt.
00:14:50: Aber eine wichtige Komponent dabei ist die Wahrnehmung der Menschen, die dort wohnen.
00:14:54: und da wird es eigentlich wirklich spannend weil die Wahrnehmungen von Lärmen das wissen wir auch sehr unterschiedlich je nachdem wie lange man schon dort wohnt wie man aufgewachsen ist usw.
00:15:05: Und das scheint ne Rolle zu spielen dahingehend dass sich an der Krankung dann wirklich ausbilden kann oder eben vielleicht nicht.
00:15:13: Das ist extrem spannend.
00:15:14: D.h.,
00:15:14: man kann gar nicht so richtig sagen, welche Faktoren ein Stadtviertel gesund oder ungesund machen?
00:15:22: Das kann man schon sagen letztendlich.
00:15:25: Dahin geht es ja wissen die Abwesenheit von Grünflächen
00:15:29: z.B.,
00:15:29: die reduzieren die Wahrscheinlichkeit sich zu bewegen.
00:15:33: Wir wissen das dort wo viel Lärm ist und auch wo viel Feinschopbelastung ist, die Wahrscheinigkeit für bestimmte Erkrankungen erhöht ist.
00:15:42: Aber wir können das eben nicht alles komplett erklären mit rechnerischen Methoden, sage ich mal.
00:15:47: Mit den Modellen die wir errechnen und es scheint dann auch Komponent zu sein dass ist eben wie ich gerade sagte die subjektive Wahrnehmung vielleicht von Lärm oder Feindstaub die dort eine Rolle spielen und da stimmen doch relativ weit am Anfang.
00:16:01: Da bin ich gespannt ob wir in ein paar Jahren nochmal sprechen und du uns noch weitere Erkenntnisse teilen kannst.
00:16:07: Renke, jetzt schließt sich ein bisschen der Kreis.
00:16:09: Du hast vorhin gesagt was Mücken brauchen?
00:16:11: Wärme stehen des Wasser möglichst viele Menschen auf engem Raum.
00:16:16: Wenn ich dir jetzt Jobs Karte der heißen Viertel hinlege ist das denn dieselbe Karte in der es auch besonders viele Mücken gibt?
00:16:24: So genaue Daten, so kleinteilig haben wir gar nicht.
00:16:28: Wieder für Deutschland noch für Hamburg.
00:16:29: grundsätzlich sind diese Faktoren Wärme, Urbanisierung grundsätzlich und dann wenn entsprechend auch Roblets zur Verfügung sind, sind auf jeden Fall günstige Bedingungen für sowohl unsere einheimischen Arten als auch exotische Arten.
00:16:43: aber dieser genauelle Link sozusagen welche Faktore dann lokal zu... Risiko zum Beispiel die Übertragung vom Westenvirus führen ist gar nicht so hundertprozentig klar, weil es halt so viele unterschiedliche Faktoren sind.
00:16:55: Die Stechmücken müssen da sein.
00:16:56: Die Wierte insbesondere dann Vögel in diesen Zyklus beim Westen Virus und das muss alles zusammenpassen damit dann entsprechende Üvertragungen auf Menschen stattfindet sodass man so ganz lokale Aussagen gar nicht machen kann.
00:17:09: dass meiste Auch monitorenmäßig was in Deutschland gemacht wird, ist eher auf grundsätzlich über ganz Deutschland Aussagen zu treffen.
00:17:16: Man weiß in welchen Regionen das aktuell zirkuliert und was da Risikofaktoren sind also vor allem halt so wärmebegünstigte Region aber so wirklich kleinteilige lokale Faktoren als eher aktuelle Gegenstand der Forschung.
00:17:28: Uns interessiert in diesem Podcast natürlich vor allen Dingen Hamburg und vielleicht ist dieses Gespräch ja auch gut dafür ein gemeinsames Forschungsvorhaben zu initiieren.
00:17:37: Jobs, bleiben wir mal bei dem Hitze-Aktionsplan den Hamburg seit Kurzem hat.
00:17:42: Kühleorte, Hitzewarnungen, Schulungen für Pflegekräfte sogar Hitzepatenschaften gibt es?
00:17:50: Da hätte ich gerne meine ehrliche Einschätzung von dir reicht das!
00:17:55: Das ist ein wichtiger Schritt der auch überfällig war.
00:17:57: andere Kommunen machen das ja auch und was sich bereits sagte kommt jetzt auf die Umsetzung drauf an.
00:18:04: Umsetzung heißt auf verschiedenen Ebenen Wenn alles umgesetzt werden würde, glaube ich kann man sehr zufrieden sein.
00:18:12: Das ist sehr emozioniert.
00:18:13: aber auf anderen Seite.
00:18:15: Man muss dazu sagen dass viele Maßnahmen ja perspektivisch längerfristig gesehen werden zum Beispiel also wenn das Stadtinfrastruktur oder stadtplanerische Maßnahmen sind die lassen sich von heute auf morgen umsetzen.
00:18:28: Das dauert Jahre vielleicht sogar Jahrzehnte.
00:18:30: deswegen sage ich mal so ein bisschen dass Anpassung eigentlich bei jedem selber anfängt und Bezogen auf Hitze, wirklich das Wichtige ist, dass man sich entsprechend verhält.
00:18:41: Dass man auch wirklich die Kühlenräume aufsucht und dass man viel trinkt diese ganzen Sachen Und das an den Los gelöst von einem Hitz.
00:18:49: der Aktionsplan Das kommt on top sozusagen aber das im Maß am Teil war sie nicht alle sehr lange angelegt sind Die auch wichtig sind.
00:18:57: Aber nächste Hitzewelle kann nächstes Jahr eben mal da sein und da müssen wir darauf reagieren können.
00:19:04: Und das fängt im Prinzip bei uns jedem selber als nächstes an!
00:19:09: In Frankreich gibt es jetzt eine Karte der kühlen Orte, die Menschen aufsuchen können bei Hitze.
00:19:15: Bleiben wir mal bei dem Hamburger Hitz-Aktionsplan Renke?
00:19:18: Wenn du in diesen Plan reinschaust, steht da irgendwas über Mücken drin?
00:19:22: Ja ich habe noch einmal kurz reingeschaut und Stechmücken werden da ein zweimal erwähnt.
00:19:27: Das ist das Potenzial des Risikos.
00:19:30: aber richtig Maßnahmen werden dahin entsprechend nicht beschrieben und entsprechend assoziierte Krankheitserreger werden gar nicht erwähnend Westnevirus zum Beispiel.
00:19:38: wo wir schon die ersten Signale dort auch in Hamburg sehen.
00:19:43: Die Maßnahmen fehlen da, weitest gehen ist er eher dann sozusagen ausgelegt auf so physiologischen Stress für den Menschen und nicht auf
00:19:50: Infektionserreger.".
00:19:53: Dann habe ich ja den Profi jetzt hier sitzen der im Grunde genommen das beisteuern könnte.
00:19:57: du arbeitest an Frühwarnsystemen unter anderem mit einer KI die Mückenarten am Flügel erkennen.
00:20:02: was müsste denn eine Stadt wie Hamburg tun damit sie nicht überrascht wird?
00:20:07: Die Stechmücken übertragende Krankheitserreger sind schon ein ganz relativ neues Feld für Deutschland.
00:20:14: Also es gab bis in die fünftige Jahre Malaria auch in Hamburg, aber danach als sie auch ohne Maßnahmen damals dann verschwand, verschwand auch das komplette Interesse an der Stechmyckenforschung und dadurch erst ungefähr seit fünfzehn Jahren macht man erst wieder systematischere Forschungen in Deutschland.
00:20:30: Das ist vielen Grundsätzlich einfach.
00:20:31: Daten zur Verbreitung.
00:20:33: also man muss auf jeden Fall mehr Monitoring machen um wegzusehen.
00:20:36: verändert sich was etabliert sich die asiatische Tiermücke in Hamburg, das sehen wir vor allem in anderen Regionen.
00:20:42: Wenn man sie sehr früh entdeckt kann man auch noch etwas machen und entsprechend Bekämpfungsmaßnahmen diese Population eindämmen.
00:20:48: wenn man da ein zwei Jahre wartet dann ist auf jeden Fall zu spät und es geht nur darum sozusagen diese population so bisschen zu unterdrücken.
00:20:56: und grundsätzlich hier genau.
00:20:58: Du hast gerade erwähnt, wir entwickeln auch KI-Systeme grundsätzlich die Entomologie.
00:21:03: Es gibt sehr wenig Leute, die in der Lage sind, Insekten überhaupt zu bestimmen.
00:21:07: Auch zum Beispiel viele Leute in Gesundheitsämtern oder Veterinärämtern können das dann nicht und wir versuchen die zu unterstützen mit so KI-Methoden dass sie halt selber auch in die Lage versetzt werden z.B.
00:21:16: asiatische Tierenmücke sehr früh zu entdecken ohne dass Sie die zu unschicken müssen, dass wir da irgendwie unterstützen, um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
00:21:24: Die
00:21:26: Obstrenke hat jetzt gerade ein paar Maßnahmen genannt, die in seinem Feld sinnvoll wären.
00:21:30: Du forscht gerade an hitzeresilienter Gesundheitsversorgung?
00:21:34: Was heißt das in deinem Kontext?
00:21:36: übersetzt also was müsste sich in Arztpraxen pflegeheimen und Krankenhäusern ändern?
00:21:41: Das sind verschiedene Punkte in der Arztpraxis und zum Beispiel ist die Sensibilisierung für die Patienten wichtig.
00:21:47: Wir haben bei HITZ immer noch das Problem, dass sich die wunderablen Gruppen häufig gar nicht darüber bewusst sind, dass sie als wunderabel eingestuft werden.
00:21:54: also gerade ältere Menschen sagen jetzt mal sinngemäß früher war es auch schon warm oder das betrifft nicht und diese ganzen Argumente und dem ist natürlich nicht so.
00:22:02: Das heißt jetzt muss seitens des Arztes eine Sensibilisierung geschaffen werden dahin gehen zu sagen trink bitte mehr und guck mal zum Nachbarn rüber an diese ganzen Sachen.
00:22:13: Das ist wirklich wichtig.
00:22:15: in den Pflegeeinrichtungen, da wird ja auch schon viel gemacht z.B.
00:22:19: Trinkwasserpläne das heißt dort wo eben die wunderbare Menschen unter Beobachtung sind dass es noch ein bisschen einfacher dort.
00:22:27: Das is relativ wichtig.
00:22:28: und darüber hinaus noch von ärztlicher Seite dass eben z. B. Medikamentenplänen angepasst werden Medikamente oder medikamenten Kombination nicht verordnet werden, oder ausgesetzt werden.
00:22:43: Und das ist ein ganzer Blumenstrauß von Maßnahmen der auf verschiedenen Seiten eingesetzt werden kann und wie uns auch damit befassen.
00:22:52: Jetzt stell dir mal vor du wirst nicht Wissenschaftler sondern Bürgermeister und du könntest aus diesem Blumenstrauß an Maßnahmen jetzt eine rauspicken die unmittelbar umgesetzt würde.
00:23:03: welche wäre das?
00:23:06: Das ist keine Einfache Frage.
00:23:09: Normalerweise würde ich sagen, dass es meines Erachtens ganz wichtig ist die Eigenverantwortung zu stärken weil Maßnahmen die von oben sozusagen eingebracht werden Trinkpläne und was das alles an Maßnahmen gibt hier auch auf landfristige Perspektive angelegt sind.
00:23:26: Die sind natürlich wichtig.
00:23:27: aber für mich fängt Anpassungen und Hitzeschutz eigentlich bei mir selber an.
00:23:31: Das heißt, wenn es heiß ist, achte ich darauf, dass sie mich entsprechend ernähre.
00:23:36: Dass sich vielleicht nicht rausgeht und keine Sport machen, diese ganzen Dinge.
00:23:40: Und ich glaube, wenn das jeder beherzigen würde, dann wäre schon ein wichtiger Schritt natürlich neben den anderen Maßnahmen.
00:23:46: Und das kann eben kein Bürgermeister verorten sozusagen und deswegen würde ich mir eigentlich wünschen, dass da für jeden oder von jedem selber aus ein bisschen mehr bewusst sein und auch handeln erfolgt.
00:23:59: Die Antwort ist absolut nachvollziehbar.
00:24:01: Ich versuche es aber trotzdem nochmal mit der gleichen Frage bei dir Renke, du als Bürgermeister was wär deine erste Maßnahme?
00:24:08: Für mich wäre ich Bürgemeister und ist ja auch immer dann eine Ressourcenfrage.
00:24:11: Schluss entweder wenn das dann auch keine Rolle spielen würde, würde ich euch jetzt erstes Maßnahme überall Klimaanlagen installieren.
00:24:18: Das ist auch ein persönlichen Empfinden.
00:24:20: also man ideal Temperatur draußen zu zwanzig Grad alles da drüber finde schon schwierig, aber man sieht's ja so Krankenhäuser Schulen, Kitas, Universitäten.
00:24:30: Jede Art von Räumen vor allem öffentliche Räume müssen entsprechend geschützt werden und das schützt auch Verstechme und Stechme übermögen in der Regel nicht.
00:24:37: Klimatisierte Räime unterstützt dann oft auch vor Entsprechung Kontakt.
00:24:41: Ich gehe natürlich davon aus dass du da von möglichst klimaschonenden Klimaanlagen sprichst Wir hatten schon mal eine Folge in der ersten Staffel bei der wir darüber gesprochen haben wie Denkmalschutz und Klimaschutz zusammen passen.
00:24:55: Das Gleiche könnte man auch mal machen mit Klimaanlagen und Klimaschutz, aber heute ging es um Gesundheit in Hamburg.
00:25:01: Ich danke euch beiden sehr herzlich für eure unterschiedlichen Perspektiven die auf den ersten Blick relativ weit auseinander liegen und am Ende doch eine ähnliche Karte zeichnen.
00:25:12: Schön dass ihr da
00:25:12: wart.
00:25:13: Vielen
00:25:14: Dank!
00:25:15: Was ich heute mitnehme?
00:25:16: Hitze verteilt sich ungleich über
00:25:18: diese Stadt
00:25:19: Und sie bringt Dinge mit an die wir bislang nicht gedacht haben.
00:25:22: das gute daran ist gestaltbar.
00:25:25: Eine Stadt, die ihre Wärmeversorgung umbaut entscheidet dabei auch immer mit wie heiß sie im Sommer wird und für wen.
00:25:31: Und jetzt dann euch unsere Zuhörerinnen und Zuhörer!
00:25:34: Wat Nu?
00:25:35: Wie heiß war es eigentlich bei euch im
00:25:36: Viertel?!
00:25:37: Und was würde euch nächstes Jahr helfen?
00:25:39: Schreibt uns!
00:25:40: Bis zur nächsten Folge von Hamburg.
00:25:42: Wat Nu – wie immer am ersten Montag des Monats.
00:25:45: Bleibt neugierig, bleibt gesund und schaut nach euren Nachbarinnen und Nachbarn.
00:25:49: Dieser Podcast wird gepowert von den Hamburger Energiewerken Deine Stadt Deine Energie, unser Werk.
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