Folge 2 | Sport & Nachhaltigkeit – Was FC St. Pauli und die Hamburg Towers für Hamburg bewegen.

Shownotes

Profisport trifft Verantwortung: In dieser Folge von "Hamburg, watt nu?" spricht Host Kristina Kara mit Franziska Altenrath, Nachhaltigkeitsbeauftragte beim FC St. Pauli, und Jan Fischer, Geschäftsführer der Hamburg Towers, über Nachhaltigkeit im Profisport. Es geht um Verantwortung auf und neben dem Spielfeld, Fan-Kultur, Stadtteilverbundenheit und die Frage, wie Sport Hamburgs Zukunft mitgestalten kann.
Aufgenommen im Café Vju im Energiebunker Wilhelmsburg – dort, wo Sport, Stadtgesellschaft und Energiewende zusammenkommen.

Für Fragen und Anregungen zur Podcast-Folge sendet uns gerne eine E-Mail an: wattnu@hamburger-energiewerke.de

Transkript anzeigen

00:00:21: Guten Tag und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Hamburg Wattnu, dem Podcast, der sich den großen Fragen widmet, wie wir unsere Stadt fit für die Zukunft machen können.

00:00:30: Heute geht es um Sport und Nachhaltigkeit.

00:00:32: Wir fragen, wie Profisport und die Verantwortung für unsere Stadt zusammengehören.

00:00:37: Denn Sport ist viel mehr als Spaß und Spiel.

00:00:39: Er schafft Identität, Begeisterung, Vorbilder, aber auch ökologische und soziale Herausforderungen durch Energie, Mobilität, Infrastruktur.

00:00:48: Zu Gast sind heute Franziska Altenrat, die Nachhaltigkeitsbeauftragte beim FC Sankt Pauli und Jan Fischer, Geschäftsführer der Hamburg Towers.

00:00:56: Beide kennen sich mit den Chancen und Schwierigkeiten nachhaltiger Sportentwicklung aus und stehen für Hamburg.

00:01:02: Ich bin Christina von den Hamburger Energiewerken, die nicht nur diesen Podcast powern, sondern auch einen großen Teil der Energiewende in unserer Stadt.

00:01:09: Daher treffen wir uns auch nicht irgendwo, sondern wieder im historischen Energiebunker in Wilhelmsburg.

00:01:15: Vom Café View aus haben wir einen fantastischen Blick auf unsere Stadt.

00:01:32: Herzlich willkommen Franziska.

00:01:34: Hallo.

00:01:35: Herzlich willkommen Jan.

00:01:37: Dann fange ich mal mit Jan an.

00:01:41: Sie sind ja den Blick von Wilhelmsburg rüber auf unsere schöne Hansestadt schon ziemlich gewohnt, weil die Towers hier im Stadtteil recht verwurzelt sind.

00:01:50: Wenn Sie rüber schauen auf die Skyline Hamburgs, woran bleibt denn Ihr Blick eigentlich hängen?

00:01:56: Ja, also erst mal ist der Blick tatsächlich für mich Alltag.

00:01:59: Weil ich nicht nur hier arbeite, sondern auch hier lebe seit neun Jahren.

00:02:02: Und was mir auffällt, zum einen, dass die Innenstadt ja gar nicht so weit weg ist.

00:02:07: wie sich es manchmal anfühlt, wenn man hier im Stadtteil unterwegs ist und vor allen Dingen auch nicht, wenn man auf der anderen Seite der Elbe unterwegs ist.

00:02:14: Und was mir auf jeden Fall ins Auge fällt, ist die Elbphilharmonie, denn das ist ein sehr schönes Gebäude.

00:02:19: Aber das steht auch sinnbildlich so für etwas.

00:02:23: Als die gebaut wurde, haben viele Leute das kritisiert, weil es ja teuer ist.

00:02:27: Und ich glaube, mit dem Tag, als die geöffnet wurde, sind die meisten Leute zu Fans geworden.

00:02:32: Und ich finde, das steht so ein bisschen sinnbildlich auch für wie wir Themen in der Stadt angehen sollten.

00:02:37: Nicht so viel kritisieren, sondern eher auf das gucken, was man am Ende dabei auch rausbekommt.

00:02:42: Und für mich als Sportler, ich sehe da gleich so eine Parallele zu Olympia, was ja auch viel kritisiert wird.

00:02:48: Und ich glaube aber, dass so etwas und auch andere größere Projekte, auch kleinere Projekte, das wichtig ist, Dinge einfach zu machen, umzusetzen und das dann erst zu bewerten und nicht bevor die Sachen entstehen.

00:02:59: Klingt mega interessant, Franziska.

00:03:00: Jetzt kann man das St.

00:03:01: Pauli Stadion nicht genau sehen, aber man sieht den grünen Bunker, übrigens ein Schwesternbunker vom Energiebunker.

00:03:09: Woran bleibt denn Ihr Blick so hängen?

00:03:11: Was sehen Sie?

00:03:12: Was fällt Ihnen ins Auge, wenn Sie rüber schauen?

00:03:16: Mein Blick bleibt als erstes an den vielen Containern hängen, die man so sieht.

00:03:20: Und für mich ist das eine ständige Erinnerung daran, wie nah wir in Hamburg an der Welt sind und wie viel einfach das Weltgeschehen auch mit uns hier in Hamburg zu tun hat.

00:03:29: Und daran bin ich hier im Stadtteil auf jeden Fall immer erinnert.

00:03:32: Ich habe ja auch mal gewohnt eine Zeit lang, meine erste Zeit in Hamburg.

00:03:35: Entsprechend habe ich den Weg von hier nach St.

00:03:37: Pauli auch öfter zurückgelegt, mal mit der Fähre, mal mit der S-Bahn und finde es eben immer wieder beeindruckend, wie vielseitig Hamburg

00:03:44: ist.

00:03:45: Es

00:03:46: ist toll wie metaphorisch sie jetzt beide angefangen haben.

00:03:48: Ich krieg richtig Gänsehaut.

00:03:50: Jetzt werden wir aber ein bisschen konkreter Jan.

00:03:52: Man kann jetzt die Towers von hier aus nicht direkt sehen, aber schauen wir doch trotzdem mal mit unserem inneren Auge drauf.

00:04:00: So im Bezug auf den Alltag der Towers, also im Bezug auf Energie, auf Ressourceneinsatz, aber eben auch auf die sozialen Herausforderungen, die dieses große Thema Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit mit sich bringt.

00:04:14: Wie sieht es da aus bei Ihnen im Verein?

00:04:17: Ja, ist auf jeden Fall ein großes Thema, ein wichtiges Thema.

00:04:21: Wir haben uns als Liga vor knapp drei, dreieinhalb Jahren auch selber Auflagen gegeben im Bereich der Nachhaltigkeit, also abgeleitet vor den SDGs, die wir als Bundesliga-Feine verbindlich erfüllen müssen.

00:04:34: Das war ein wichtiger Schritt, zum einen, dass das wirklich Teil der Lizenzierung wird, zum anderen aber auch, dass alle Vereine gleichen Standard erfüllen müssen.

00:04:43: Und ich glaube, Für uns war das auf jeden Fall so, ich denke mal, es ging vielen anderen Feiern auch, was dieses ganze Thema betrifft, nochmal mehr Orientierung auch zu bekommen.

00:04:51: Und das hat uns auf jeden Fall nochmal geholfen, in verschiedenen Bereichen uns nochmal selber zu hinterfragen, Möglichkeiten zu sehen.

00:04:57: Es ist immer eine große Herausforderung für einen Profisportverein, weil wir sind am Ende des Tages immer Ergebnis getrieben und der Sieg von gestern hilft ihr morgen nicht.

00:05:06: Das ist eine große Herausforderung und man versucht auch letztendlich... Ja, den sportlichen Erfolg, alles muss auf den sportlichen Erfolg ausgerichtet sein.

00:05:14: Da ist das schon eine Herausforderung aus nicht unmöglich, sondern es kann auch sehr gut hand in hand gehen.

00:05:18: Und dadurch, dass wir zum einen die ökologischen Nachhaltigkeit da versuchen, Dinge zu tun, was nicht mal ganz leicht ist, gerade wenn man auch in Deutschland unterwegs auf Spiele zu spielen oder im europäischen Wettbewerb auch auf Flugzeuge angewiesen ist, aber auch gerade in den Bereichen am Spieltag kann man viel tun.

00:05:35: Und sonst gibt es noch den Bereich der sozialen Nachhaltigkeit, wo wir sehr viel aktiv sind.

00:05:38: Also insofern gibt es da schon Möglichkeiten, Ansatzpunkte und letztendlich auch eine Verantwortung für jedes Profiteam in dem Bereich aktiv zu werden.

00:05:47: Vielen Dank dafür.

00:05:48: Franziska, wie sieht das bei Ihnen aus?

00:05:50: Der FT Sankt Pauli hat ja so ein bestimmtes Image.

00:05:55: Wie hoch ist eigentlich das Bewusstsein im Verein für Klimaschutz und Soziales?

00:05:59: Und vielleicht können Sie uns auch schon sagen, welche konkreten Projekte und Initiativen es da gibt.

00:06:05: Ja, wie langsam habe ich Zeichen?

00:06:08: Es gibt viel zu erzählen dazu, aber ich glaube, das, was erst mal bekannt ist oder wichtig ist, ist, dass der FC Sankt Pauli sich als Visionen gesetzt hat, eine Form von Weltverbesserung leisten zu wollen durch den Profifußball.

00:06:23: Und das klingt vielleicht erst mal ein bisschen blumig, aber es wird dann eben doch recht konkret, wenn man sich anschaut, was für eine gigantische Plattform die Bundesliga ist und ja mittlerweile eben auch nicht nur die zweite, sondern die Bundesliga.

00:06:35: Dadurch hat sich die Reichweite nochmal erhöht und diese Plattform, die wollen wir nutzen für unsere Themen.

00:06:41: Und diese Themen, die bespielen wir auch nicht isoliert als Verein, sondern in der Gemeinschaft mit unseren Fans und Mitgliedern, von denen eben sehr, sehr viele Initiativen kommen, die bis heute den ein Verein prägen.

00:06:53: In Sachen Klimaschutz haben wir uns ein Ziel gesetzt.

00:06:56: Wir wollen bis zum Jahr zwanzig dreißig unsere Emissionen halbieren im Vergleich zur vorletzten Saison und haben uns zeitgleich eben auf dem Weg gemacht, erst mal eine bessere Datengrundlage herzustellen.

00:07:08: Das würde ich sagen ist auch on-going, weil ich gerade, wenn man so in die Scope drei Emissionen reinschaut, da wird es ja dann doch irgendwie recht detailreich schnell.

00:07:17: Aber wir werden da jede Saison besser und arbeiten immer weiter daran und haben parallel einen Transformationsplan.

00:07:22: der Arbeit.

00:07:23: Das heißt, eine konkrete Idee, versucht zu entwickeln dafür, wie wir eben dieses Ziel erreichen wollen.

00:07:29: Und auch dieser Plan wird jedes Jahr angefasst und jedes Jahr erneuert.

00:07:32: Es kommen neue Maßnahmen drauf.

00:07:33: Es wird sich angeschaut, sind die Daten eben noch aktuell und so weiter.

00:07:37: Also wir versuchen da eben relativ konkret zu werden.

00:07:39: Ich glaube, ein Projekt, von dem wahrscheinlich viele Menschen in Hamburg mitbekommen haben, ist die neue Photovoltaikanlage auf der Nordtribüne im Regenbogenfarben.

00:07:47: Das ist eben unter anderem eine Maßnahme gewesen in unserem Transformationsplan.

00:07:52: Mich interessieren diese konkreten Maßnahmen sehr.

00:07:55: Ich würde gerne aber noch mal einen Schritt zurückgehen und zwar sprechen wir ja von zwei unterschiedlichen Stadtteilen in Hamburg, Wilhelmsburg und Sankt Pauli.

00:08:04: Jetzt ist es lustigerweise so, dass sie beide schon mal hier in Wilhelmsburg gelebt haben.

00:08:07: Deshalb fange ich jetzt mal mit ihnen an.

00:08:09: Wie wichtig ist eigentlich diese Verwurzelung im Stadtteil?

00:08:15: Na klar, das ist schon ein wichtiger Aspekt.

00:08:17: Gerade für uns, wir sind ja nicht nur ein Profiteam, wir sind ein Hamburger Profiteam, also erst mal repräsentieren wir ganz Hamburg, aber unser breiten Sport findet überwiegend in Williamsburg statt.

00:08:28: Insofern haben wir dadurch schon mal eine sehr große Verwurzelung hier im Stadtteil und sehen auch eine Verantwortung, die wir hier als Profi-Fein haben, der hier auch seine Spieler austrägt, um möglichst viel dazu beizutragen, dass gute nachhaltige Sportangebote hier im Stadtteil stattfinden können.

00:08:44: Das hängt auch so ein bisschen mit unserer Gründungsgeschichte zusammen.

00:08:48: Es gab vorher, bevor es das Profi-Team gab, schon breiten Sportangebote, die wir auch hier im Stadtteil durchgeführt haben.

00:08:53: Insofern kam das Profi-Team erst später sozusagen mit oben drauf.

00:08:57: Und das hat uns seitdem auch nicht losgelassen, dass eher das mehr geworden ist.

00:09:01: Und da sehen wir schon eine große Verantwortung hier im Stadtteil auch einen Beitrag zu leisten.

00:09:06: Wir sind entstanden so im Zuge der ganzen Die bei IGS, die hier im Jahr die Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im

00:09:25: Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die hier im Jahrzehnte, die Seit Jahrzehnte sind wir stolzer Exklusivpartner der Hamburg Towers.

00:09:44: Bei der Profimannschaft liegt uns besonders die Jugendförderung am Herzen.

00:09:48: Mit den Girls Camps wollen wir Mädchen eine Chance geben, sich im Basketball zu probieren und zu beweisen.

00:09:54: Diese langfristige Partnerschaft hat den Anspruch, nachhaltige Sportentwicklung zu fördern.

00:09:59: Denn Sport erreicht Menschen aller Altersgruppen, Sport verbindet und wir glauben, dass Sportvereine Vorreiter sein können in Sachen Klimaschutz und sozialem Engagement.

00:10:14: Jetzt trägt der FC Sankt Pauli den Stadtteil im Namen.

00:10:17: Wie ist da der Bezug zu der unmittelbaren Umgebung?

00:10:21: Ja, ich glaube, der Bezug ist ganz gigantisch und riesengroß.

00:10:24: Die Geschichte des Vereins ist sehr, sehr verbunden mit St.

00:10:28: Pauli und ganz, ganz viel von dem, was wir heute sind, was wir heute repräsentieren, kommt aus dem Stadtteil und aus den Menschen, die dort leben und handeln und wirken.

00:10:37: Entsprechend könnte die Verankerung nicht größer sein.

00:10:41: Zeitgleich schauen wir, gerade wenn wir auf das Sozial-, Gesellschaftspolitische Engagement schauen, sowohl ganz konkret auf den Stadtteil als eben auch auf die auf die weitere Gesellschaft.

00:10:53: Wir adressieren durch unser Engagement vielfältige Initiativen im Stadtteil.

00:10:58: Aber wir schauen eben auch wieder auf der Plattform Bundesliga.

00:11:00: Wie können wir darüber hinaus wirken?

00:11:03: Jan, jetzt hatten Sie eben schon die Geschichte der Towers angesprochen.

00:11:05: Können Sie da noch mal ein bisschen erläutern, wie ist das passiert vom Breitensport zum Profisport, zum höchst erfolgreichen Profisport?

00:11:14: Es hat eigentlich begonnen mit der Gründung eines Vereins namens Sport und Grenzen.

00:11:18: Das war so eine Idee-Initiative aus dem Freundeskreis heraus.

00:11:22: Wir haben alle Basketball gespielt im Verein auf unterschiedlichen Levels und da hatten eigentlich damals die Lust selber Angebote für Kinder und Jugendliche zu machen.

00:11:31: Das haben wir über die Jahre als Hobby gemacht, neben dem Studium, neben dem Profi da sein, neben der Arbeit.

00:11:39: Und das hat sich über die Jahre Schritt für Schritt weiterentwickelt.

00:11:41: Irgendwann kam dann eine Nachwuchs-Bundensliga dazu.

00:11:45: Dann kam eine Jugendbundesliga, dann kam die Nachwuchsbundesliga dazu.

00:11:49: Und so ist es jedes Jahr ein bisschen größer geworden, haben Aufträge von der Schulbehörde bekommen, haben auch in ganz Hamburg Projekte durchgeführt in der Ferienbetreuung.

00:11:59: Und irgendwann wurde der Wunsch immer größer und irgendwann gab es auch die Möglichkeit, dass wir ein Profi-Team nach Hamburg holen können.

00:12:05: Das haben wir dann letztendlich auch mit der Möglichkeit, die Inselpark Arena als Heimspielstätte zu nutzen, realisieren können.

00:12:11: Und seitdem, seit Jahrzehnte, treten wir auch im Profisport an.

00:12:17: Franziska, mich interessiert.

00:12:18: Sie hatten schon so ein bisschen ausgeführt.

00:12:20: Sie haben eigentlich einen ganz konkreten Plan, immer wieder verschiedene Zwischenschritte.

00:12:25: Das eine ist ja, was man beschließt als Verein und das andere ist aber dann, wie man wirklich in die Umsetzung geht.

00:12:30: Und da stelle ich mir vor, dass es mehrere Zielgruppen gibt, die man ja auch überzeugen muss und mitnehmen muss auf diesem Weg.

00:12:36: Zum einen natürlich die Sportlerinnen und Sportler im Verein, aber darüber hinaus auch die Fans.

00:12:41: Wie sieht das denn so aus?

00:12:42: Tragen die diese Ziele mit?

00:12:44: Wie ist da das Engagement?

00:12:46: Ja, absolut.

00:12:46: Also tatsächlich ist es so, dass ganz viele der Initiativen, die wir umsetzen und Aktionen und Maßnahmen von den Fans kommen, also von den Fans vorgeschlagen werden, auf der Mitgliederversammlung eingebracht werden als Beschlüsse.

00:12:58: Und das hilft natürlich ungemein, gerade für die Nachhaltigkeitsthemen, um diese eben auch, was die Prioritäten angeht, ganz nach oben zu holen.

00:13:06: Und wenn man sich anschaut, das Beispiel in Mobilität, da gab es jetzt zum letzten Hamburg Derby beispielsweise eine große Fahrradaktion.

00:13:14: Da sind ganz viele Fans gemeinsam eben zum HSV-Stadion mit dem Fahrrad gefahren, was eine absolut fanorganisierte Aktion war.

00:13:22: Aber was finde ich zeigt, dass die Fans und Mitglieder ein wachsendes Bewusstsein haben für die Themen.

00:13:27: und verstehen, dass, was sie eben auch selber beitragen können, damit wir mehr fürs Gemeinwohl tun.

00:13:34: Und wie sieht es bei den Menschen aus, die für den Vereinen spielen?

00:13:38: Ja, da ist es sicherlich auch ein Thema.

00:13:40: Wir haben ein paar Spieler, die eben auch bei uns in der Nachbarschaft wohnen, die selber mit dem ÖPNV anreisen.

00:13:47: Aber ganz klar ist, dass ja auch an denen so das Weltgeschehen nicht vorbeigeht und dass auch die sich fragen, was ist das für eine Welt, die wir unseren Kindern hinterlassen.

00:13:57: Und ja, da sind wir auch in Gesprächen drüber.

00:14:00: Jan, wie ist es bei den Towers?

00:14:01: Sie haben jetzt eben gesagt, eigentlich richtet sich natürlich alles nach dem sportlichen Erfolg.

00:14:07: Es wird immer weiter daran gefeilt, da möglichst erfolgreich zu sein.

00:14:12: Und sie haben so ein bisschen anklingen lassen, dass das manchmal schwierig ist, dieses eine Profisport zu machen und zwar wirklich so gut, dass man immer weiter kommt, aber gleichzeitig auch Verantwortung zu übernehmen.

00:14:22: Verantwortung für den Stadtteil, für die Fans, für die Zukunft, wofür eigentlich nicht.

00:14:28: Wie lässt sich da so der Mittelweg finden?

00:14:34: Ich würde mal sagen, indem man es macht.

00:14:36: Also das ist ja ein... Ein Prozess, in dem man sich reinbegibt und da gibt es, glaube ich, nicht für jeden Verein oder eine pauschale Lösung, die für jeden Verein funktioniert, sondern jeder Verein, jeder Standort hat da seine individuellen Herausforderungen.

00:14:50: Das beginnt ja meistens schon mit der Spielstätte.

00:14:52: Also wie viel Einfluss hat man tatsächlich auf das Stadion, auf die Arena, in der man spielt?

00:14:57: Wir haben das große Glück, dass wir da sehr enge Verbandlungen haben, weil das letztendlich alles aus einer gemeinsamen Entwicklung stammt, aber wenn man da jetzt einen externen Betreiber beispielsweise hat.

00:15:06: der vielleicht nicht so eine große Sensibilität hat.

00:15:09: Das ist vor allem sehr schwer, dort irgendwelche Dinge umzusetzen.

00:15:13: Gleiches gilt die Anbindung ÖPNV.

00:15:15: Wir haben hier eine sehr gute Situation, dass wir eine gute Anbindung haben, dass viele Menschen ÖPNV nutzen, aber auch das muss gegeben sein.

00:15:22: Und wenn das nicht der Fall ist, ist es auch schwierig.

00:15:24: Also insofern, man muss, glaube ich, immer individuell gucken, was ist möglich.

00:15:28: Letztendlich natürlich auch zu schauen, welche finanziellen Ressourcen hat man zur Verfügung.

00:15:33: Da sind wir leider noch ein bisschen weit entfernt vom Fußball.

00:15:35: Ich glaube, dass das trotzdem für jeden Fall auch immer individuelle Herausforderungen ist, auch wenn man in der Bundesliga spielt und damit deutlich größeren Zahlen handiert, sind die Kosten auf der anderen Seite auch größer.

00:15:45: Und auch da muss man sehen, wie kriegt man den sportlichen Erfolg mit diesen Themen auch unter einen Hut.

00:15:50: Aber wir stellen uns der Aufgabe, versuchen da möglichst viel rauszuholen, auch gemeinsam mit unseren Partnern und Sponsoren, wo wir auch einige haben, die aus Bereichen kommen, in denen diese aktiv sind.

00:16:02: Und ja, es geht einfach nur darum, immer dran zu bleiben und jedes Jahr einen Schritt weiter zu kommen.

00:16:07: Dann ist man, glaube ich, auf einem sehr guten Weg.

00:16:10: Können Sie sagen, was da diesbezüglich so das dickste Brett ist, was es gerade zu bohren gibt?

00:16:16: Ich glaube, wenn man sich das mal so komplett anschaut, größte Herausforderung ist aktuell, wir spielen im internationalen Wettbewerb und sind auf Flugzeug angewiesen.

00:16:23: Und da wird es in absehbarer Zeit, glaube ich, keine Möglichkeit geben, die Reisen auf irgendeinem CO²-neutralen Weg.

00:16:30: zu machen.

00:16:31: Da sind wir letztendlich auch von externen Faktoren abhängig.

00:16:34: Ansonsten ist das Thema Müll auf jeden Fall ein ganz wichtiges in der Arena, wo wir auch schon verschiedene Maßnahmen umgesetzt haben, bis hin zu einem Partner von uns, Viola, die mal Klatschpappen, also wenn man sieht Klatschpappen, die man in Zusammenfalten kann, mit denen man Lärm machen kann.

00:16:48: Im Fußball ist das, glaube ich, eher schwierig so ein Thema, aber die das auch auf so einer, ich glaube, auf einer Rasenschnittgrundlage gemacht haben oder sowas.

00:16:55: Also da zeigt sich ja schon, was für Möglichkeiten es gibt.

00:16:58: Man kann das gleiche aus Papier machen, was jetzt nicht unbedingt das Nachhaltigste ist oder man kann sich andere Wege einfallen lassen.

00:17:04: die vielleicht im ersten Schritt ein bisschen aufwendiger sind, aber es funktioniert genauso gut.

00:17:08: Und so kann man die Liste im Endeffekt weiterführen.

00:17:10: Wir haben Catering, ein Partner, der nur auf Bioprodukte zurückgreift und versucht regional nachhaltig die ganzen Dinge ordentlich versucht ist, macht, regional nachhaltig die Sachen herzustellen.

00:17:21: Das Thema Strom natürlich, dass wir Ökostrom nutzen für die Arena.

00:17:24: Wir versuchen, unsere Fans, unsere Zuschauer, noch mehr für den ÖPNV zu motivieren, das auch zu nutzen.

00:17:31: So kann man die Liste immer weiter fortsetzen und immer mehr ins Detail gehen, wo es überall Stellschrauben gibt, an dem man drehen kann und das dann auch der Anspruch in den Bereichen auch Sachen umzusetzen und die Dinge, die man eben nicht ändern kann.

00:17:43: Da muss man letztendlich gucken, was kann man noch kompensieren oder wo gibt es dann hoffentlich auch irgendwann andere Lösungen, um dort auch noch besser unterwegs zu sein.

00:17:51: Auch da interessiert mich, inwiefern nehmen die Fans das eigentlich wahr?

00:17:54: Wie kommt das an oder bleibt vieles eben auch ungesehen?

00:17:59: Ich glaube, es ist ja Vieles.

00:18:01: wir kommunizieren schon über die Themen und versuchen das auch immer wieder zum Thema zu machen.

00:18:06: Auf der anderen Seite finde ich es auch nicht schlimm, wenn gewisse Dinge nicht auffallen, weil es zeigt ja auch, dass es funktioniert.

00:18:12: Also schlimmer wäre es ja auch, wenn man irgendwelche Dinge macht und das für die Fans ein großes Problem darstellt.

00:18:17: Aber am Ende des Tages möchten wir auch so eine gewisse Vorbildrolle haben und sie mit auf den Weg nehmen und auch die Leute motivieren ihr individuelles Verhalten vielleicht auch zu überdenken.

00:18:25: Ich denke mal so in einer ähnlichen Art und Weise auch immer zu schauen, in welchen Bereichen habe ich Möglichkeiten jetzt auch schon konkret was zu machen, was kann ich vielleicht heute schon umsetzen, was vielleicht erst morgen, was übermorgen, aber dass man heute anfängt, ist glaube ich ganz, ganz wichtig.

00:18:39: Franziska, Sie haben eben schon Beispiel genannt.

00:18:42: Gibt es vielleicht noch weitere Maßnahmen, auf die Sie besonders stolz sind, die der Verein umgesetzt hat, auf Anregung der Fans oder auch aus Eigeninitiative?

00:18:52: Ja, da gibt es tatsächlich einiges.

00:18:54: Also, was sich ganz beeindruckend finde und was es auch schon gab, bevor ich zum Verein gekommen bin, war eine komplette Umstellung des Merchandise auf Nachhaltigkeit.

00:19:03: Was wiederum entstanden ist durch den Antrag von einem Mitglied auf einer Mitgliederversammlung, ich glaube, im Jahr oder so.

00:19:09: Und da auf Basis dieses Beschlusses wurden dann eben ganz, ganz viele Stellschrauben betätigt, um nachhaltigeres Merchandise-Sortiemen zu erstellen.

00:19:16: Dann haben wir uns auf dem Weg gemacht, auch mehr Bioprodukte ins Public Catering vor allem zu buchen.

00:19:21: kommen.

00:19:22: Da haben wir jetzt einen Anteil von knapp fünfzig Prozent.

00:19:25: Auch das finde ich ganz bemerkenswert, vor allem für die Stadion Wurst, ja ein sehr wichtiges Gut ist für uns auch im Spieltagsaufenthalt.

00:19:33: Die ist jetzt mittlerweile bio sowohl in der Fleischlichen als auch in der veganen Version.

00:19:37: Dann haben wir ganz viel gearbeitet im Bereich Energieeffizienz, also die Beleuchtung umgestellt.

00:19:42: Wir schauen uns gerade unterschiedliche Optionen für Flutlicht an, dann natürlich die neue Photovoltaikanlage auf der Nordtribüne, ja und haben dann noch so einiges im Plan.

00:19:51: Was hinzukommt, ein ganz wichtiger Treiber für unsere Treiber aus Gasbilanz ist die Mobilität, die Fan-Mobilität, die macht knapp die Hälfte unseres CO-Zweifussabdrucks aus.

00:19:59: Das heißt, auch da arbeiten wir an ganz, ganz vielen unterschiedlichen Maßnahmen, sodass Fans es leichter gemacht wird mit dem Fahrrad, mit dem ÖPNV, mit Fahrgemeinschaften anzureisen, gucken, dass wir dort auch noch mal in die Kommunikation gehen.

00:20:12: Und ja, das sind so ein paar Beispiele, hat dafür was betrunken.

00:20:15: Ich mache das als Hamburgerin richtig stolz, dass Hamburg zwei so Vereine hat, die dann wirklich nach vorne gehen.

00:20:22: Ich würde aber gerne einmal den Blick von dieser wunderschönen Kulisse und dieser Stadt abwenden und mal ein bisschen größer schauen.

00:20:28: Gibt es international oder national Vereine, die Sie als Vorbilder sehen, die quasi noch mehr in die richtige Richtung richtig machen?

00:20:38: Ja, ich glaube, wie schon gesagt, ist es glaube ich wichtig, dass jeder seinen individuellen Weg findet und was jetzt Bei Sankt Pauli gemacht wird, können wir uns sicherlich noch vieles abgucken, aber manche Sachen können wir einfach nicht umsetzen, weil wir einfach andere Rahmenbedingungen haben.

00:20:51: Ein Beispiel, was mir aus den letzten Jahren so im Kopf geblieben ist, ist ein Mainz Null Fünf, da sie sich schon sehr, sehr lange auch sich auf dem Weg gemacht haben und glaube ich auch schon seit vielen Jahren CO²-neutral sind.

00:21:02: und das auch nicht nur auf der ökologischen Nachhaltigkeit sozusagen sich in dem Feld bewegen, sondern auch in die Bereiche sozialen sozusagen, das auch sehr konsequent umsetzen.

00:21:12: Das hat mich schon sehr beeindruckt, was die dort machen, mit welcher Konsequenz.

00:21:15: Und ja, das würde ich so als Einvorbild nennen, was mir auf jeden Fall im Kopf geblieben ist.

00:21:20: Ansiska, wie ist das bei Ihnen?

00:21:21: Schauen Sie da zu jemandem auf?

00:21:24: Ja, wir sind ja im engen Austausch aller Nachhaltigkeitsverantwortlichen von den Bundesligavereinen.

00:21:28: Das ist auch super, super wertvoll.

00:21:30: Meins, das macht ganz tolle Arbeit auf Freiburg, wer da noch zu nennen.

00:21:34: Aber das kommt auch immer so ein bisschen auf das Metier an.

00:21:37: Also es gibt unterschiedliche Vereine, die in unterschiedlichen Bereichen echt tolle Arbeit machen.

00:21:41: Ich finde den Austausch total klasse.

00:21:42: Auch wir haben ja Lizensierungskriterien.

00:21:44: Das heißt, wir haben uns auch als Liga einen gewissen Standard selbst gegeben.

00:21:47: Und daraus ist dann letztendlich ein ganz wertvoller Diskurs entstanden.

00:21:52: Und so können wir uns viel austauschen, weil ich glaube, was ganz klar ist, dass im Bereich Nachhaltigkeit eben kein Wettbewerb herrscht, sondern wir alle davon profitieren gegenseitig zu lernen und uns zu unterstützen.

00:22:03: Das klingt toll.

00:22:04: Also im Sport gibt es den Wettbewerb, aber den gemeinsamen Ehrgeiz, den gibt es dann in Sachen Zukunftsgestaltung.

00:22:11: Vielen, vielen Dank für das Gespräch bis hierhin.

00:22:13: Aber eine Frage habe ich noch an Sie beide.

00:22:15: Es geht da eher in Richtung Breitensport.

00:22:18: Welche eine Maßnahme sollte denn für Hamburgs Sportlandschaft ausgerufen werden, um Sport und Nachhaltigkeit noch besser zu verbinden.

00:22:27: Jan, ich fange mit Ihnen an.

00:22:28: Das

00:22:29: sind billige Wäsche.

00:22:31: Ich fange mir viele Maßnahmen ein.

00:22:33: Also,

00:22:34: um

00:22:34: breiten Sport nachhaltig gut anbieten zu können, ist aus unserer Perspektive die Kapazität von Sportflächen, die größte Herausforderung, die wir aktuell haben.

00:22:44: Und wenn man mit anderen Vereinen spricht, bestätigen einem das eigentlich.

00:22:52: Wir haben eine große Nachfrage von Kinder und Jugendlichen, die gerne bei uns im Verein Sport treiben möchten.

00:22:57: Und wir können diese Kinder und Jugendlichen nicht in den Verein aufnehmen, weil wir nicht genug Zeit haben.

00:23:01: Das ist wirklich sehr, sehr schade, weil wenn man das Thema Nachhaltigkeit ein bisschen breiter fasst, auch über diesen ökologischen Aspekt hinaus, ist Sport, glaube ich, ein Mittel, wo man sehr, sehr viel im Bereich der sozialen Nachhaltigkeit tun kann.

00:23:14: Und das ist wirklich sehr, sehr schade, dass es Kinder und Jugendliche gerne wollen.

00:23:18: und nicht können, weil es nicht genug Sportflächen gibt.

00:23:20: Und das wäre so mein Top-Eins-Thema, wenn ich einen Wunsch hätte, das dem Rechnung getragen wird.

00:23:26: Sie lassen sich natürlich nicht so schnell Sportflächen bauen, aber das ist ein Thema, das glaube ich auch in Zukunft weiterhin eine große Relevanz haben wird und deswegen das ist mein Top-Wunsch für den Wunschzettel.

00:23:38: Franziska, Sie haben genickt.

00:23:39: Gibt es noch einen anderen Top-Iens bei Ihnen?

00:23:41: Ich

00:23:41: möchte jetzt sagen, es ist ein bisschen langweilig, aber ich kann das wirklich nur unterstreichen, weil ich finde, Breitensport an sich ist ganz besonders nachhaltig und nachhaltig.

00:23:50: Und alles, was Jan schon gesagt hat, deswegen mehr Sportflächen wären super.

00:23:55: Ein Thema, mit dem wir uns noch beschäftigen, gerade auch im Jugendbreitensport ist Suchtprävention.

00:24:00: Da überlegen wir gerade, was wir da noch tun können, um präventive Maßnahmen dort zu verankern.

00:24:07: die Vereine haben dann eine ganz tolle Chance, positiv zu wirken auf Kinder und Jugendliche.

00:24:13: Dann machen wir hier mal einen Punkt und ich bedanke mich sehr, sehr herzlich für das schöne Gespräch.

00:24:19: Bis bald.

00:24:20: Vielen Dank für die Einladung.

00:24:23: Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn euch dieses Gespräch gefallen hat, dann teilt es gern weiter und abonniert diesen Podcast.

00:24:29: Schreibt uns außerdem gern, wo seht ihr Potenzial und was wünscht ihr euch vom Sport in Hamburg in Sachen Zukunftsfähigkeit?

00:24:36: Bis zur nächsten Folge von Hamburg-Wattnu.

00:24:38: Bleibt neugierig, engagiert und sportlich.

00:24:41: Dieser Podcast wird von den Hamburger

00:24:42: Energiewerken

00:24:43: gepowert.

00:24:44: Deine Stadt, deine Energie, unser Werk.

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