Folge 4 | Klimaschutz & Wirtschaftswachstum – Wie bleibt Hamburg wettbewerbsfähig und klimaneutral?

Shownotes

Klimaschutz ambitioniert vorantreiben und gleichzeitig Arbeitsplätze, Wohlstand und industrielle Stärke sichern – geht das zusammen?
In dieser Folge von „Hamburg, watt nu?“ spricht Host Kristina Kara mit Katharina Fegebank, Zweiter Bürgermeisterin und Umweltsenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, sowie Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg.
Im Mittelpunkt stehen der Zukunftsentscheid zur Klimaneutralität 2040, die Bedeutung bezahlbarer und grüner Energie, die Rolle von Industrie und Innovation sowie die Frage, wie Politik verlässliche Rahmenbedingungen schaffen kann, ohne Wettbewerbsfähigkeit und unternehmerische Initiative zu gefährden. Diskutiert werden zentrale Hebel wie Elektrifizierung, Wärmewende, neue Technologien und der Abbau von Bürokratie.
Aufgenommen im Energiebunker in Wilhelmsburg – mit Blick auf Hafen, Industrie und eine Stadt im Wandel, in der Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke gemeinsam gedacht werden müssen.

Für Fragen und Anregungen zur Podcast-Folge sendet uns gerne eine E-Mail an:
wattnu@hamburger-energiewerke.de

Transkript anzeigen

00:00:21: Guten Tag und herzlich willkommen zur nächsten Folge von Hamburg-Vatnu, dem Podcast, in dem wir fragen, wie bleibt unsere Hansestadt im Wandel lebenswert?

00:00:29: Heute schauen wir auf ein zentrales Spannungsfeld.

00:00:31: Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit.

00:00:33: Wie kann Hamburg seinen Klimaambitionen gerecht werden und gleichzeitig den Erhalt von Arbeitsplätzen, Innovationen und unternehmerischer Freiheit sichern?

00:00:57: Zu Gast sind Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin und Umweltsenatorin der Stadt Hamburg und Malte Heine, Geschäftsführer der Handelskammer Hamburg.

00:01:05: Also zwei zentrale Stimmen der Stadt mit einem klaren Blick auf Transformation und Tradition.

00:01:11: Herzlich willkommen an Sie beide.

00:01:13: Moin.

00:01:14: Ja, schön,

00:01:15: dass Sie alle dürfen.

00:01:16: Schön, dass Sie da sind.

00:01:17: Ich bin Christina von den Hamburger Energiewerken und wir treffen uns heute wieder im Energiebunker in Wilhelmsburg, einem Ort, der zeigt, dass Geschichte und Wandel sich bestens miteinander verbinden lassen.

00:01:28: Katarina, dann fange ich mal mit Ihnen an.

00:01:31: Wir haben uns zum letzten Mal hier beim parlamentarischen Abend der Hamburger Energiewerke auf dem Dach des Energiewunkers gesehen.

00:01:38: Die Bukäa lässt sich von Ihrem Platz aus jetzt gerade nicht erblicken, aber wenn Sie auf die Stadt schauen, woran bleibt Ihr Blick denn hängen?

00:01:45: Also wenn ich von hier auf die Stadt schaue, dann sehe ich genau das, was sie auszeichnet, nämlich Die DNA, den Hafen, der Blick in die Weite und gleichzeitig auch ein Stück Kulisse und Panorama der Hamburger Innenstadt mit Kirchtürmen, die ranken und dann wiederum der Blick zurück auf die Kulisse der Terminals, wo wir automatisierte Prozesse auf der einen Seite sehen und gleichzeitig auch schon einige Innovationen in die Höhe schnellen.

00:02:20: und noch ein Stück weitergeblickt.

00:02:22: dann das ehemalige Kohlekraftwerk, das gerade in einem der spannendsten Transformationsprozesse ist, die man sich vorstellen kann, nämlich zu einem großen Green Energy Hub,

00:02:34: wo

00:02:35: Elektrolyse stattfinden wird, wo Wasserstoff produziert und verarbeitet vertrieben wird.

00:02:41: Und das sind eigentlich ganz spannende Perspektiven, die ich da

00:02:44: habe.

00:02:45: Vielen Dank dafür, Malte.

00:02:46: Jetzt man sieht, bei besserem Wetter auf jeden Fall den Turm des Rathauses.

00:02:51: Unweit der Handelskammer.

00:02:52: Woran bleibt Ihr Blick denn hängen?

00:02:56: Ja, der Teil ist der Blick hier auf die Skyline.

00:02:59: Der ist schon super.

00:03:00: Das Rathaus sehe ich häufig von Handelskammern aus.

00:03:02: Insofern ist mein Blick eher so ein bisschen nochmal was dazwischen liegt.

00:03:07: Und das ist eigentlich Hamburgs industrielles Herzen.

00:03:10: Der Hafen ist dafür auch verantwortlich, dass wir hier das größte zusammenhängende Industriegebiet Europas haben.

00:03:16: Hamburg ist die größte Industrie, statt nach Porto Wertscherfunk.

00:03:19: Ganz Deutschland, das wissen die wenigsten.

00:03:21: Und das ist eigentlich noch mal ein ganz zentraler Blick, wenn man hier im Süden ist, auf dem Energiemodus guckt, was Hamburg ausmacht und wo der Wohlstand auch mit herkommt.

00:03:30: Hafenverbindung zur Industrie und auch mit Energie, was ja auch ein starkes Thema für die Zukunft ist.

00:03:36: Genau das wollen wir halt sprechen.

00:03:37: Wohlstand und Energie, Klimaschutz.

00:03:40: Katharina als Umwelt-Szenatoren und zuvor als Wissenschafts-Szenatoren.

00:03:44: Da haben Sie schon lange dieses Spannungsfeld, Klima und Stadtentwicklung im Blick.

00:03:48: Die Hamburgerinnen und Hamburger haben sich jetzt entschieden, zwanzigvierzig klimaneutral zu werden.

00:03:53: Bundespolitisch geht Deutschland gerade einen anderen Weg.

00:03:57: Wie sehen Sie denn die Bedeutung des Zukunftsentscheides für Hamburg?

00:04:01: Ja, der Zukunftsentscheid hat die Gemüter bewegt.

00:04:05: auch eine intensive Debatte rund um das Thema Klimawandel und Klimaschutz in den letzten Wochen und Monaten hier ausgelöst, aber die Bürgerinnen und Bürger haben eine Entscheidung getroffen.

00:04:16: Und unabhängig davon, wie man dazu stand, wie man zur Initiative stand, auch zu der Frage, was es bedeutet, fünf Jahre früher, nämlich schon zwanzig, vierzig und nicht zwanzig, vierzig, klimaneutral zu werden und welche Zwischenschritte einzuziehen ist, ist das jetzt unsere Aufgabe.

00:04:35: Das ist jetzt der Auftrag und ich gucke mit eigentlich großer Freude auf das, was kommt.

00:04:43: Ich weiß, das ist eine riesengroße Aufgabe und sie wird schwer sein, sie zu bewältigen.

00:04:50: Aber ich glaube an die Kraft der Stadt, ich glaube an die Kraft der Wirtschaft und der Industrie und ich glaube auch daran, dass es uns gelingen kann, wirklich als Team Hoffnung und Team Optimismus und Team Mut zu zeigen, dass Hamburg echt Vorreiterin sein kann.

00:05:06: und Klimaschutz und industrielle Transformation, wirtschaftliche Transformation bedingen sich gegenseitig, das kann man überhaupt nicht mehr losgelöst.

00:05:16: Voneinander betrachten.

00:05:18: Wir gucken natürlich auch auf alle Sorgen, die da mit einhergehen.

00:05:21: Aber vor allem will ich, dass wir mit einem positiven Blick auf das gucken, was auch da drin liegen kann und was für alle positiv auch sein kann.

00:05:31: Sie haben wirklich gestrahlt, als Sie das gesagt haben.

00:05:34: Malte, jetzt hat Katharina gerade

00:05:35: gesagt,

00:05:36: egal wie man vorher zu dem Zukunftsentscheid stand.

00:05:39: Vor dem Zukunftsentscheid hat die Handelskammer in einer Stellungnahme betont, dass sie das Ziel der Klimaneutralität grundsätzlich unterstützt, aber nicht die von manchen vorgeschlagenen Regulierungen.

00:05:51: Können Sie das etwas genauer erläutern im Zusammenhang damit, wie Sie eigentlich die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Hamburg, das haben Sie ja eben auch gerade betont, im Hinblick auf den Zukunftsentscheid einschätzen?

00:06:03: Ja, gerne.

00:06:04: Und ich glaube, da muss man auch noch mal ein bisschen einordnen.

00:06:07: Also gerade in der Wirtschaft in Hamburg Wir hatten viele Zukunftschancen gesehen in der Verbindung von Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit.

00:06:14: Da sind wirklich viele Unternehmen sehr aktiv durch eigene Ziele gesetzt, durch eigene Initiative investieren in diesem Bereich auch natürlich um Energie zu sparen, aber auch sozusagen sauber zu produzieren.

00:06:25: Das nochmal der Bezug zur Industrie.

00:06:27: Das ist wirklich der Treiber dieser Transformation und das ist mal auch beides Pudels Kern.

00:06:31: Also Grundstoffindustrie hier, Kupfer, Aluminium, Stahl.

00:06:35: Wenn man mal sieht, die produzieren mit wirklich nur der Hälfte der CO-Zwei-Emissionen im Weltmarktmachsstab.

00:06:41: Also ein absolut jetzt schon Vorreiter.

00:06:44: Aber eben auf Basis der bestehenden Regeln, auch bei der Möglichkeit mit Innovationen, mit neuen Technologien.

00:06:50: dass diese Wirtschaft sich auf den Weg macht und diese Chancen sieht.

00:06:54: Und jetzt durch diesen Zukunftsentscheiden, das ist auch kommunikativ, muss man sagen, schwer zu vermitteln, jetzt quasi eher Stein in den Weg gelegt kriegt.

00:07:03: Man wird ja aus der Unternehmensperspektive gesprochen, weil jetzt zusätzliche Bürokratie droht.

00:07:07: Das ist Unsicherheit, die mit da ist.

00:07:11: Das bremst das Engagement für Klimaschutz aus.

00:07:14: Insofern sind wir da sehr kritisch, was diesen Weg angeht, der da beschlossen worden ist.

00:07:21: Das muss jetzt nicht jammern.

00:07:22: Also jammern ist keine unternehmerische Tätigkeit.

00:07:24: Da guckt man jetzt dann, was man daraus machen kann.

00:07:27: Nur das wird eher... ausbremsen und Unsicherheit schaffen.

00:07:30: Und das ist eigentlich das Hauptproblem.

00:07:32: Und unsere Kernforderung ist eigentlich nochmal in diesem ganzen Kontext immer gewesen.

00:07:37: Die Wirtschaft hat einen Eigeninteresse an Klimaschutz, weil es eben auch Kosten spart und weil die Überzeugung auch wirklich weit verbreitet ist.

00:07:44: Und das wird auch bestätigt von der OECD, mit der wir bei dem Thema zusammengehalten haben.

00:07:48: Fossilfrei CO²-neutrale Geschäftsmodelle werden in der Zukunft profitabler sein als die Fossil.

00:07:54: Das heißt, der unternehmerische Horizont Das bringt einen dahin, das sowieso zu betreiben in seiner eigenen Geschwindigkeit.

00:08:00: Nur dazu brauche ich eben Ressourcen und muss investieren.

00:08:03: Und je mehr ich sozusagen eigentlich in Verwaltung, Administration, Berichtswesen habe und diese Unsicherheit habe, dann ist das eben kontrapolitiv für das eigene Engagement.

00:08:10: Und das ist unsere große Sorge

00:08:11: dabei.

00:08:12: Und da will ich mal ganz kurz einhaken, weil es genau darum geht, diese Sorge zu nehmen und vielleicht auch nochmal aufzuräumen mit so ein paar Annahmen, die jetzt mit dem Zukunftsentscheid einhergehen.

00:08:24: Auch nochmal einen Schritt zurück.

00:08:26: Wir waren als Senat mit dem zwanzig-fünfundvierzig-Kurs und den wirklich dahinterliegenden, heißt der immer so schön, Transformationsfaden wirklich gut auf Kurs.

00:08:35: Und wenn man sich die aktuellen Entwicklungen anguckt, sowohl in Berlin, aber auch in Brüssel, dann sieht man, dass da die Zeichen jetzt nicht auf volle Kraft voraus, sondern eher auch etwas abwartend und hier und da mal eine Bremse anziehen stehen.

00:08:51: Und insofern mag es jetzt noch mal ambitionierter sein.

00:08:54: diesen Kurs, mit den begleitenden Anforderungen oder Erwartungen aus dem Klimaschutzverbesserungsgesetz, über das hier abgestimmt wurde, voranzubringen.

00:09:05: Unsere Aufgabe wird es jetzt sein, sehr sorgfältig, aber nicht aktionistisch, genau diese Sicherheit.

00:09:12: zu schaffen, diese planbare, diese verlässliche Perspektive, die wir übrigens mit Blick auf bezahlbare Energie, und das ist ja der Gamechanger auch für die Frage von Wettbewerbsfähigkeit, von strombasierten Technologien und Innovationen, die wir ja vermissen bei der, auf der Bundesebene in Berlin, dass wir diese Klarheit, dass wir diese Sicherheit für alles, was an Hebelregulaturik in Hamburger Hand liegt, auch tatsächlich zu schaffen.

00:09:39: Und wir nehmen uns jetzt zum einen die Zeit, um zum zweiten wollen wir aber ausstrahlen.

00:09:43: Wir kriegen das erstens nur gemeinsam hin.

00:09:45: Zweitens ist jetzt keine Zeit für Totengräberstimmung.

00:09:47: Das ist mir noch mal total wichtig zu sagen.

00:09:50: Oft ist es ja auch das Mindset und eine Haltung, also Psychologie in der Wirtschaft.

00:09:55: absolut entscheidend ist.

00:09:57: Und wenn wir jetzt schmerzfeinderei betreiben und irgendwelche Horrorszenarien dastehen, dass wir kurz vorm Abgrund stehen und nur der nächste Schritt, der uns alle in den Tod reißt, dann verbreitet das Angst.

00:10:08: Dann ist das eine Form von Spaltung.

00:10:09: Übrigens, wenn man auf die Sektoren guckt, die ja dann einzahlen auf CO-Zwei-Bilanzen und Budgets, ist der Sektor, der wirklich on-track ist und das nicht nur aufgrund der schwachen Konjunktur.

00:10:23: Wir haben uns die Zahlen jetzt mal angeguckt.

00:10:25: Das heißt ja immer, die sind on-track, weil die Konjunktur so schlecht war und weil einige Werke runtergefahren wurden, gerade in der Grundstoffindustrie.

00:10:34: Nein, wegen der von Malta Heine beschriebenen Anstrengungen, Aktivitäten, starken Investitionen ist der Sektor der Industrie.

00:10:42: Also die sind wirklich schon voll auf Kurs, was auch Zwischenziele, zum Beispiel,

00:10:47: Bevor Sie darauf Bezug nehmen, Malt,

00:10:50: muss

00:10:50: ich eine Nachfrage stellen.

00:10:51: Katharina, was sind denn dann konkret Ihre Erwartungen an die Wirtschaft?

00:10:55: Also wie soll die wirtschaftlich behalten?

00:10:57: Sie haben gesagt, Sie möchten für Sicherheit sagen, was soll die Wirtschaft machen?

00:11:02: Klare Erwartungen formulieren, klare auch Vorstellungen, wie man so einen Weg gemeinsam gehen kann.

00:11:10: Ich finde, dass die Wirtschaft ist ja... zwar ein Begriff, aber bunter, vielfältiger könnte es ja kaum sein, auch gerade in Hamburg.

00:11:18: Wir haben eben über Grundstoffindustrie gesprochen, bis runter zu Logistik, Einzelhandel, Dienstleistung.

00:11:26: Ist ja sehr breit mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen und auch ganz unterschiedlichen Herangehensweisen an.

00:11:33: jetzt ein Klimaziel.

00:11:35: Wenn ich in meinen Aufsichtsräten der öffentlichen Unternehmensitze von Hamburger Energiewerken über Stadtreinigung bis hin zu Bederland beispielsweise, dann haben die auch ihre jeweiligen Strategien, Stadtwirtschaftsstrategie, Klimaneutralität, ... und haben aber ganz unterschiedliche Ansätze.

00:11:53: und darüber eine Klarheit zu haben, darüber eine Transparenz zu haben, mit uns zu teilen, was geht, aber an welcher Stelle auch was nicht geht.

00:12:02: Das wäre jetzt, glaube ich, das Gebot der Stunde und ein richtiges starkes Signal.

00:12:06: Und ich habe auch schon viel jetzt seit dem Zukunftsentscheid gesprochen mit CEOs der großen Unternehmen.

00:12:15: Und wir haben gesagt, da wird nichts irgendwo im Kämmerlein oder in der Behörde entwickelt, am Reisbrett irgendwelche

00:12:22: Horror-Listen

00:12:23: an konkreten Maßnahmen, die wir machen, das zusammen.

00:12:25: Das muss wirtschaftlich attraktiv sein, es muss sozial verträglich sein.

00:12:30: Das sind ja die Leitplanken, die auch der Klimaentscheid vorgibt.

00:12:34: Es muss pragmatisch sein, es muss wirksam sein und deshalb wollen wir uns jetzt zusammen mit Wirtschaft, Industrie, aber auch den anderen Sektoren hinsetzen und verstehen, was sind eigentlich die großen Hebel, über die wir vielleicht auch gleich noch mal sprechen können.

00:12:47: Also jetzt nicht irgendwie kleinsten Maßnahmen identifizieren, wo man hier und rein noch ein paar Gramm CO₂ einspangen kann, sondern was sind die großen Hebel?

00:12:55: Transformationshebel, die uns auch voll in die Wettbewerbsfähigkeit bringen.

00:13:03: In dieser Folge sprechen wir über Wirtschaft und Klimaschutz.

00:13:06: Wie gut das zusammengeht, zeigen die Hamburger Energiewerke und der Kupferhersteller Europes am Beispiel der Abwärmenutzung.

00:13:13: Bis zu zwanzigtausend Hamburger Haushalte können dank ihres gemeinsamen Wärmeprojekts seit zwanzig vierundzwanzig klimaneutral heizen.

00:13:21: Wie das funktioniert?

00:13:23: In einem Nebenprozess der Kupferproduktion wird industrielle Abwärme ausgekoppelt, weil diese dann aber oft nicht genau dann anfällt, wenn die Kundinnen und Kunden ihre Heizungen aufdrehen möchten, wird die Abwärme zunächst in heißem Wasser im nahegelegenen Druckwärmespeicher zwischengespeichert.

00:13:39: Dieser funktioniert ähnlich wie eine Thermoskanne.

00:13:41: Bei Bedarf wird die Wärme in das über eighthundertsechzig Kilometer lange Stadtnetz eingespeist.

00:13:47: Die Industriewärmelieferung von Arubis in Kombination mit dem Wärmespeicher ist ein Baustein des Energieparks Tiefstack, mit dem die Hamburger Energiewerke den Kohleausstieg Hamburgs bis zu zwanzig dreißig besiegeln.

00:13:58: Mit dem aktuellen Projekt gestalten Aurobes und die Hamburger Energiewerke gemeinsam die Wärme wende aktiv mit und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Hamburger Klimaziele.

00:14:12: Wir sprechen gleich über die großen Hebel, aber Malte Katharina hat gesagt, die Wirtschaft soll sagen, was geht und was nicht geht.

00:14:18: Was sagen Sie dazu?

00:14:19: Naja, also ich glaube, ich will nochmal kurz darauf eingehen, natürlich

00:14:23: hat...

00:14:24: auch viel was mit Einstellung und es geht Haltung zu tun.

00:14:27: Das halten Unternehmen natürlich mal aus, dass sie immer in der Zukunft versuchen das Beste auch für sich dann rauszukriegen, das ist Unternehmertum.

00:14:33: Aber ich lasse es schon mehr als Psychologie.

00:14:35: und was wir hier sprechen.

00:14:36: Wir hatten auch völlig unabhängig von diesem Zukunftsentscheid.

00:14:39: Natürlich schon die große Herausforderung mit unserer Energiewende.

00:14:43: Aber nicht vor, was geht.

00:14:44: Wir haben einfach schneller abgeschaltet, als wir zugebaut haben.

00:14:46: Wir haben die Netze nicht ausgebaut.

00:14:48: Das hat alles Gründe, welche nicht ausbreiten, führt zur Situation, dass wir hier in Norddeutschland viel stärker schon in grüne Energie investiert haben.

00:14:55: Trotzdem wegen Mangelnetzausbau eben höhere Netzengeld bezahlen müssen und teilweise Strom abgeriegelt wird, nicht genutzt wird, obwohl der Wind weht.

00:15:02: Das sind natürlich alles Versäumnisse, die wir jetzt auch betrachten müssen, die zu hohen Energiepreisen geführt haben, die zu Unsicherheiten, Versorgungssicherheit geführt haben.

00:15:10: Gasmangellage hängt uns sozusagen oder die drohende Grasmagnar hängt unter Wirtschaft stark in den Knochen.

00:15:17: Und ich glaube, wichtig wird eben nochmal sein, es sind schon handfest reale Probleme mit den Energiepreisen, Energieversorgung.

00:15:21: Wir brauchen die grünen, günstig und grundlastfähig, damit eben auch die Industrie hier sicher ohne Schwankung produzieren kann.

00:15:27: Aber ich will auch nochmal den Blick ein bisschen weiten.

00:15:30: Also auf Bundesebene wird ein Industriestrompreis beschlossen.

00:15:33: Das ist Immer nur die Situation, weil wir sozusagen die Rahmenbedingungen nicht richtig hingekriegt haben.

00:15:39: Wir müssen schon massiv dran arbeiten und da sind wir nicht in Hamburg allein in der Hand.

00:15:44: Das ist eine Sache, die wird auch Bundes- und EU-Ebene stattfindet.

00:15:48: Wie kriegen wir diese Energie-Rahmbedingung hin?

00:15:51: Und da ist eigentlich für uns noch mal ein ganz zentraler Punkt.

00:15:54: Es geht nicht nur um die, natürlich ist es wichtig, die Grundlastindustrie und die, die, wir haben eine Achtzigtausend Unternehmen, es sind viele kleine Unternehmen, die sind auch massiv betroffen von der Gekosten.

00:16:05: und die Enttäuschung darüber, das Unverständnis ist riesengroß, dass die zugesagte Senkung der Stromsteuer aus europäischem Mindestmaß nicht erfolgt ist in der Bundesregierung.

00:16:13: Das ist eigentlich, also mein katastrophales Signal dafür, das muss auch passieren und nachgeholt werden, damit eben alle auch etwas runterkommen von der Gekosten und wieder dann sehen, wir haben die Chance, es ist attraktiver sozusagen dann auch quasi in diese Transformation zu investieren und damit klarzukommen.

00:16:27: So, jetzt aber der Blick nach vorne, wir müssen jetzt glaube ich schon gucken, wir müssen uns da ehrlich machen, dass es sozusagen mit der Stringenz und der gesetzlichen Vorgabe eine große Herausforderung ist.

00:16:36: Freuen uns über die Signale auch von Katharina Fegebank aus dem Senat, dass sowas wie diese ominösen Sofortprogramme eben, also die da beschlossen worden sind, wenn man Ziele verfehlt, nicht in der Form quasi dann durchsetzen möchte.

00:16:49: Das ist schon mal wichtig, gleichwohl geht es jetzt auch um vertrauensbildende Maßnahmen.

00:16:53: Das geht jetzt auch darum gemeinsam.

00:16:55: Und da stehen wir auch zur Verfügung.

00:16:56: Wir haben ja in unserer Strategie Hamburg Net Zero, wie wir sozusagen auch den Weg zur Klimaatreistät gestalten wollen, auch völlig unabhängig von diesem Klima-Einschalt konkrete Vorschläge gemacht, was man machen kann.

00:17:06: Zum Beispiel die Elektrifizierung der LKW-Verkehre hier am Hafen.

00:17:09: Da ist ein Riesenpotenzial bei der Empfehlung der OECD.

00:17:12: Ein Vorschlag, ganz konkret zu werden, auch an die Energiewerke und an die Energiesenatorinnen.

00:17:17: Lass uns doch mal überlegen, ob wir für die Hamburger Industrie einen Offshore Windpark in der Nordsee gebaut können.

00:17:22: mit einem PPA-Modell dahinter, um sozusagen der Hamburger Industrie auch diesen Zugang zu den grünstigen, günstigeren Strom dann auch zu garantieren.

00:17:30: Ich glaube, solche Initiativen, die sehr konkret unternehmensnah sind, um die muss ich jetzt gehen.

00:17:35: Aber das bestätigt eigentlich das, was ich eben sagte.

00:17:37: Wir müssen jetzt auf die großen Hebel gucken und wir müssen gucken, wo wir gemeinsam in Richtung Bund und Europa unsere ganze Kraft irgendwie in die Waagschale legen.

00:17:48: Den Dreh- und Angelpunkt hast du genannt, das ist das Thema grüner bezahlbarer grundlastfähiger Strom.

00:17:55: Viele Jahre sind verstrichen und wir haben jetzt nur eine Gruppe herausgenommen, die davon profitieren.

00:18:00: Sie profitieren auch wirklich hoffentlich davon und viele andere gucken in die Röhre.

00:18:04: Also buchstichlich in die Röhre.

00:18:06: Das sind viele, viele andere Unternehmen, aber es sind auch die privaten Haushalte.

00:18:10: Und ich habe eben davon gesprochen, die großen Hebel.

00:18:13: Das sind zum einen das Thema Elektrifizierung, nicht nur PKW, sondern auch LKW-Verkehr.

00:18:18: Bei den Signalen, die wir gerade hören aus Brüssel, aber eben auch aus Berlin.

00:18:23: wird nicht gerade eine große Anreizstruktur geschaffen, da jetzt in Sachen Mobilitätswende, und das ist ein Drittel des Ausstoßes zwischen vierzig und fünfundvierzig, den wir reduzieren müssen.

00:18:32: Dann haben wir das ganze Thema Wärmewende, Wärmepumpeversorgung, Ausbau der Netze, wo wir auch jetzt richtig auf die Tube drücken müssen und klar priorisieren, aber auch auf Signale aus Berlin noch mal warten.

00:18:47: Also ich will jetzt nicht nochmal hier Vergangenheitsbewältigung betreiben und hier so einen psychologischen Zirkel aufbauen.

00:18:54: Aber wie ist gehetzt worden gegen das Gebäudeenergiegesetz?

00:18:58: Wie ist gehetzt worden gegen die Wärmepumpe?

00:18:59: Wir erleben jetzt steigende Zahlen.

00:19:02: Wir merken, dass sich viele Verbraucher darüber Gedanken machen, was ist eigentlich meine Perspektive, sei es ein Familienhaus, sei es Mietwohnung verbunden im Quartier.

00:19:11: Und oh Wunder, neben der Fernwärme wird die Wärmepumpe das Mittel der Wahl sein, um perspektivisch und nachhaltig bezahlbar in der Wärmeversorgung drin zu sein.

00:19:23: Und da haben wir viele kleine Themen, die im Moment noch hinderlich sind, die großen Hebel, also Wärme-Energiewende, die Frage von Elektrifizierung, die Frage übrigens auch von CCS-Innovativen Technologien, hier thermischer Abfall.

00:19:39: Behandlung und dort CO-Zwei-Reduktionen in Form von Abscheidung, Verpressung und weiter Transport oder weiter Nutzung auch wirklich hinzukriegen.

00:19:47: Auch da könnte Hamburg Vorreiterin sein.

00:19:48: Wir haben jetzt endlich da eine gesetzliche Grundlage vor wenigen Wochen geschaffen.

00:19:53: Warum ist die Industrie soweit vorn?

00:19:56: nicht aus reiner Menschenliebe, also bei aller Liebe, sondern weil sie dahinter wettbewerbsfähige und zwar international wettbewerbsfähige Geschäftsmodelle sehen.

00:20:05: und da müssen wir doch viel mehr hingucken.

00:20:07: welches Potenzial?

00:20:08: das schlummert auch noch mal viel stärker in der Verbindung zwischen wissenschaftlicher Innovation und wirtschaftlicher Kraft.

00:20:15: Auf diese Begriffe der echten Geschäftsmodelle, da würde ich gerne noch mal zu sprechen kommen und zwar am liebsten erstmal mit Ihnen malte, denn man kann den Spieß ja auch umdrehen, welche Risiken bestimmten denn für die Hamburger Wirtschaft, wenn man jetzt diesen Klimazielen nicht nachkommen würde.

00:20:31: Na ja, also nochmal klar ist, erstmal das Risiko besteht jetzt darin, dass wir diese entscheidende Rahmenbedingungen grün, grundlastfähig, günstig nicht erfüllt bekommen.

00:20:41: Wenn das passiert, kann keiner gegen andere pensionieren.

00:20:44: Dann können wir machen, was wir wollen.

00:20:45: Wenn das nicht passiert, werden Industriebetriebe, Unternehmen weiter abwandern.

00:20:50: Das müssen wir sehen.

00:20:51: Und das ist eine riesige Gefahr, die wir in Deutschland haben und in ganz Europa haben.

00:20:54: Das können wir uns überhaupt nicht leisten.

00:20:56: Und natürlich in Hamburg mit so einer verschärften Situation kann das auch sozusagen auch nochmal einen Kipppunkt geben in der einen oder anderen Investitionsentscheidung.

00:21:02: Und sofern ist das ein sehr reales Risiko, an dem wir wirklich dringend arbeiten müssen.

00:21:06: Die Perspektive ist natürlich so, ich habe es euch gesehen, McKinsey Global Energy Outlook bis zum Jahr zwanzigfünfzig.

00:21:11: Zwanzigfünfzig werden noch die Hälfte im realistischen Szenario des Energieverbrauchs weltweit fossil sein.

00:21:18: Ist erst mal ein Indikator dafür, dass man eben auch aufpassen muss, was macht das mit den Preisen mit Bewerbsfähigkeit.

00:21:23: Man kann das auch chancenorientiert drehen und sagen, also Stichworte, die Katharina Fegwer gerade gesagt hat.

00:21:29: CCS, CO-Zweihnutzungstechnologien.

00:21:33: Sachen da eine Offenheit führt zu entwickeln.

00:21:34: Das wird ohne CCS-Nutzung, wird es nicht funktionieren, hier die Industrie zu halten und das haben sich für sich klimaatral zu machen.

00:21:40: Das müssen wir auch pragmatisch und offen angehen.

00:21:43: Wenn uns das gelingt.

00:21:44: und da eben auch technologisch diese Einwendungserfahrung zu haben.

00:21:47: Und auch früher, als die anderen, kann man natürlich auch sagen, also wir haben dann mindestens bis zu zweizig-fünfzig haben wir die Hälfte noch, wo wir sozusagen dann weiter Geld verdienen können, unsere Lösung verkaufen können.

00:21:55: Das ist natürlich eine Überzeugung, die wir auch dann mitnehmen müssen.

00:21:58: Nur das Entscheidende ist nochmal, dass wir jetzt nicht quasi sagen, wenn wir diese Rahmenbedienung nicht erfüllt kriegen und das mit Berichtspflichten sozusagen weiter den Stecker da ziehen, dann gibt das ein Problem.

00:22:07: Und das beobachten wir durchaus auch aus Hamburg, außerhalb der Wirtschaft mit einer gewissen Sorge, die Diskussion, die wir auch deutschlandweit haben, auch mit anderen industriellen Handelskammern in Deutschland, wo denn die Stimmung ist, naja, wir müssen jetzt eigentlich die Klimaziele verschieben, eine Diskussion, die da auch geführt werden, wo wir sagen, naja, also erst mal wem ist geholfen, wenn wir das machen, ja, es ist auch so ein Reflex heraus und man sagt, also jetzt wir müssen uns an China und USA orientieren, die machen es ja auch nicht, das weiß nicht, ob das hilft, die Chancen dann zu ergreifen, vor allem aber muss man eben gucken, unsere größte Sorge ist, wenn man das verschieben würde, das würde eigentlich den Druck nehmen davon, diese grüne, grundlastfähige, günstige Energieversorgung herbeizuführen.

00:22:45: Und das darf nicht passieren, weil das wäre wirklich ein schusses Knie.

00:22:48: Bleiben wir mal bei dem Thema Maltesprache jetzt gerade von Chancenorientierung.

00:22:52: Sie haben CCS auch als Beispiel erwähnt, Katharina.

00:22:55: Welche Maßnahmen wollen Sie denn priorisieren, um den Zielen des Zukunfts entscheidend wirklich gerecht zu werden,

00:23:00: ohne

00:23:01: die Wirtschaft oder die Bevölkerung zu überfordern?

00:23:06: Also mir geht es in erster Linie nochmal darum, darüber nachzudenken, wo sind die großen Hebel?

00:23:12: Also jetzt nicht zu versuchen, in irgendeinem Quartier oder Stadtteil kleine Projekte anzustoßen, die dann am Ende ein paar Gramm CO² einsparen.

00:23:22: Das ist sehr gut und sehr wichtig für Selbstwirksamkeit, für Initiativen, die vor Ort sagen, oh Gott, die Lage ist so dramatisch.

00:23:32: Kriegekrisen, Konflikte überall, wir sprechen hier über.

00:23:36: vorgezogene Klimaziele, aber wo stehe ich denn da eigentlich als Einzelperson in meiner Schulklasse oder im Seminar, im Studium oder tatsächlich auch mit meiner Firma?

00:23:46: und das sind so kleine Initiativen, wo auch vor Ort und das erlebe ich immer wieder ganz stark Selbstwirksamkeit auch entwickelt werden kann.

00:23:54: Es ist unglaublich wichtig auch in dieser Zeit, aber dann geht es darum, um richtig was auf die Straße zu bringen, die großen Hebel zu identifizieren.

00:24:02: Und die lagen hier eben gerade eigentlich auch schon auf dem Tisch.

00:24:05: Das Thema Elektrifizierung, das Thema Wärmewende und das Thema Offenheit für neue Technologien.

00:24:12: Das sind die großen Hebel, um in allen Sektoren sowohl vor dem Hintergrund Sozialverträglichkeit, Machbarkeit und Wirksamkeit, aber vor allem Aufwirtschaftlichkeit voranzukommen.

00:24:27: Unser Ansatz und mein Ansatz ist es sehr stark über Angebote und Anreize nachzudenken und jetzt nicht schon über Listen des Grauens zu sprechen, weil das einfach

00:24:38: Abtörner sind.

00:24:40: Ja, ich habe es glaube ich hier auch bisher noch nicht gemacht, aber das ist die Debatte, die ich in der Öffentlichkeit wahrnehme.

00:24:46: Also, wann Flächendeckentempo-Treißig eingeführt wird oder wann die erste Fahrverbotszone eingeführt wird.

00:24:53: Ich sage nicht, dass man sich nicht auch Dinge angucken muss.

00:24:58: Aber die Hebelwirkung wird woanders erzeugt und es macht viel mehr Spaß darüber nachzudenken, wie sich einzelne auch einbringen können.

00:25:06: Also richtig eine Offensive zu starten, die uns irgendwann dahin bringt, dass ein E-Auto günstiger ist als ein gebrauchter Verbrenner.

00:25:17: Und das muss ja das Geschäftsmodell sein.

00:25:18: Für Leute, die in den Hamburger Außen-Stadtteilen-Leben auf ihr Auto angewiesen sind, reinpendeln, vielleicht im Schichtdienst tätig sind.

00:25:27: Und den ich nicht sagen kann, jetzt kauft euch doch mal bitte ein E-Auto.

00:25:31: Ja, ich hab keine Ladesäueninfrastruktur, ich hab nicht mal bei mir zu Hause, sei es in der Reihenhaussiedlung, im Wohnblock oder im Einfamilienhaus, hab ich gar keine Anschlüsse.

00:25:40: Und daraus in einen Wettbewerb zu gehen, wie man das eigentlich gut und vernünftig hinkriegt, Das finde ich jetzt eine Aufgabe vor, der wir stehen und die ich auch sehr, sehr gerne annehme.

00:25:53: Aber Dreh- und Angelpunkt ist einfach bezahlbare Energie.

00:25:56: Bezahlbare Energie, möglichst grün und grundlastfähig.

00:26:01: Und wenn wir das hinkriegen, wir haben versäumt, uns um Speicher zu kümmern und um Leitungskapazitäten und um die Frage, wie auch Erneuerbare eben in die Grundlastfähigkeit reinkommen können.

00:26:13: Das ist ja eigentlich auch kein Hexenwerk.

00:26:15: Dann komme ich auch nochmal zu Malte Heine zurück.

00:26:18: Katharina möchte Anreize schaffen, mich interessiert, unternehmerische Initiative.

00:26:24: Wie kann die Stadt Rahmenbedingungen schaffen, für diese unternehmerische Initiative ohne Innovation zum Beispiel dabei zu ersticken?

00:26:32: Innovation ist, glaube ich, unternehmerische Initiative und geht da absolut in die Richtung.

00:26:37: Der Hauptanreiz ist eben ein attraktiver Strompreis.

00:26:42: Wenn wir alles elektrifizieren wollen, die Produktionsprozesse, die Mobilität, dann haben wir erstmal eine steigende Nachfrage nach Strom.

00:26:49: Das ist erstmal preistreibend.

00:26:50: Und wir haben noch nicht das ausreichende Angebot.

00:26:52: Das heißt, wir müssen an der Angebotsseite wirklich nachlegen und dann wird es auch dann günstig, aber auch die regulatorik so anpassen.

00:26:59: Deswegen nochmal ganz klar und es ist wichtig, dass wir hier in Hamburg und Norddeutschland gemeinsam über den Bundesrat für eine Senkung der Stromsteuer dann auch sorgen, weil dann wird es auch wieder günstiger und die Investitionen, die getätigt werden müssen in neue Anlagen, in neue Technologien, werden dann eben auch günstiger im Betrieb, wenn der Strom aber günstiger ist.

00:27:17: Das ist der Hauptanreiz, der geschaffen werden muss.

00:27:19: Das muss man ganz klar sehen.

00:27:21: Aber ansonsten sind sich die Rahmenbedingungen, ich glaube nochmal wichtig, auch einzuordnen, was ist in diesem Zukunftsentscheid dann beschlossen.

00:27:28: Es wurde ja auch viel Unsicherheit, kam auch dadurch, dass man sagt, Mensch, die dürfen die Schiffe nicht mehr in den Hafen fahren oder sozusagen die Autobahnen werden durch Hamburg gesperrt.

00:27:35: Man kommt nicht mehr

00:27:36: nach Hamburg rein.

00:27:37: Das

00:27:37: ist auch selbst von Initiatoren nicht berücksichtigt worden in dem Volksentscheid.

00:27:41: Das ist sozusagen, das ist eine Bundesautobahn, da hat Hamburger kein Einfluss drauf.

00:27:45: Auf die Seewege genauso, auf dem Flughafen genauso wenig.

00:27:48: Das heißt, also das muss man aber auch ein bisschen einordnen.

00:27:50: Da ist auch viel Unsicherheit.

00:27:52: Dadurch entstanden das mal zur Klarstellung, es geht in den Hamburger Wirkungsbereich, kann nicht das Bundes- oder internationales Recht brechen.

00:27:58: Es ist schon wichtig, jetzt Tempo aufzunehmen und klarzumachen, jetzt Signal zu senden.

00:28:02: Und ich glaube, das ist auch weniger ein Förderprogramm-Thema als jetzt wirklich konkrete Infrastrukturen bereitzustellen, Freude zu entwickeln.

00:28:09: Ich habe zwei genannt, auch zu ermöglichen, wir arbeiten jetzt als Kammer dran.

00:28:12: Zum Beispiel kann man nicht auch gerade den kleinen Unternehmen helfen, im Gewerbegebiet so Strompooling Sachen zu machen, dass man einfach den Genossenschafts-Gedanken dafür ein bisschen zu stärken, um im Einkauf günstiger zu werden, eine höhere Nachfrage zu erzeugen, gemeinsam.

00:28:25: die Investitionen zu Schultern, die vielleicht für ein Gesamtkomplex dann notwendig sind.

00:28:29: Ich glaube, das sind jetzt wichtige Initiativen, die man auch solche Projekte, solche Sachen sind wir jetzt auch dran, auch in Gesprächen, auch mit der Stadt, wo man vielleicht die Ladeinfrastruktur nochmal stärker ausbauen kann.

00:28:39: Das ist jetzt aber notwendig und diese Projekte müssen auch prominent kommuniziert werden, vorangetrieben werden.

00:28:45: Das schafft auch wieder Vertrauen und sozusagen positiv Beispiel, die kommen.

00:28:48: Ich glaube, wir müssen aber dann auch sehr genau gucken, was nicht passieren darf, ist, dass wir hier wirklich unsere Webwärtsfähigkeit verlieren, unsere wirkliche Stärke.

00:28:58: Wir werden Vorreiter rollen haben.

00:29:00: Sehen wir auch Chancen, wenn es uns nicht gelingt, unsere Industrie und unsere Unternehmen hier abwandern, dann haben wir mit Zitronen gehandelt und das Weltklima hat auch verloren, wenn Europas künftig woanders investiert, wie ich sage mal, Zeitung zu lesen waren.

00:29:11: Das ist fatal und deswegen müssen wir da schon sehr genau hingucken.

00:29:14: Aus Wirtschaftsperspektive ist das realistisch.

00:29:17: und wo muss man dann auch in diesem Gesetz nochmal nachsteuern, wenn es sich zeigt, dass das Engagement irgendwie nicht erreichbar ist oder vor allem diese wichtige Rahmenbedingungen, die wir nicht in der Hand haben, grünen Grundlassfähig und günstig den Strom zu haben, wenn die nicht erfüllt ist.

00:29:29: Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt.

00:29:32: Dann geht meine letzte Frage an Sie, Katharina.

00:29:34: Es wurde jetzt Wettbewerbsfähigkeit angesprochen.

00:29:36: Ein weiteres großes Stichwort, was wir im Moment sehr viel hören, ist das Thema Endbürokratisierung.

00:29:42: Wie kann denn eine Politik aussehen, die sowohl ambitionierte Klimaziele setzt, aber eben nicht in so ein Regulierungskorsett verfällt?

00:29:52: Es gibt ja viele Initiativen, die im Moment genau in die richtige Richtung gehen.

00:29:58: lange gedauert, aber inzwischen werden die Kräfte schon dahingehend gebündelt, dass man sich anguckt.

00:30:04: Erstens wurde im Hintergrund Staatsmodernisierung, zweitens mit der Perspektive viel schneller auch in Digitalisierungsprozesse reinzukommen, sowohl in der Verwaltung, aber auch weit darüber hinaus und dann auch zu gucken, wie bestimmte Verfahren, die im Moment noch viel zu lange dauern, stark beschleunigt werden können.

00:30:26: Und da gibt

00:30:27: es

00:30:27: viele Vorschläge, die jetzt auf dem Tisch liegen, für die es dann am Ende auch eine Einigung braucht, eine Einigung der Länder, auch mit der Bundesregierung.

00:30:34: Erste vorsichtige Schritte sind gemacht.

00:30:38: Auch da ist wichtig, dass die Haltung stimmt, dass das Mindset da ist und man nicht groß ankündigt und sagt, ja, das stimmt, das wollen wir, dass Genehmigungen schneller werden, dass Verfahren schneller werden, dass wir von der Idee auch in die Umsetzung schneller kommen.

00:30:53: Und dann kommt es irgendwann zum Schwur.

00:30:55: Und dann heißt es ja aber, so war das nicht gemeint oder in dem Bereich nicht.

00:30:59: Und nochmal, das muss nicht heißen, dass überall Standards geschleift werden, sondern dass einfach Dinge effizienter sind und man das ein oder andere auch ein bisschen entrümpelt und klarer macht.

00:31:10: Ich finde, wir haben ein paar gute Ansätze.

00:31:13: Ich frage jedes Mal, wenn ich mit Unternehmen sitze, auch hier wieder mit Blick auf den Hafen, wenn es darum geht, Genehmigungen zu bekommen.

00:31:21: wie die Zusammenarbeit mit den Behörden laufen, auch mit unserer, mit meiner Behörde läuft und kriegt da inzwischen ein ganz gutes Feedback, weil man auch so ein paar Mechanismen dazwischen geschaltet hat, gerade am Anfang eines Prozesses alles zusammen zu rufen und alles zusammen zu holen, um dann ab einem bestimmten Punkt zu sagen, so.

00:31:42: Jetzt geht nichts mehr und jetzt wird genehmigt und jetzt laufen wir auch los.

00:31:47: Da haben wir erste gute Ansätze und ich glaube, das können wir noch stärker auch in die Breite tragen, diese Idee One Stop Shop beispielsweise, die wir hier in Hamburg versuchen, ja in die Breite zu ziehen.

00:31:59: Jetzt laufen wir auch los.

00:32:00: Wichtig ist, dass die Haltung stimmt.

00:32:02: Ich habe sehr viel mitgenommen aus diesem kurzen Gespräch.

00:32:04: Ich glaube, wir könnten noch zwei oder drei weitere Folgen mit diesem Themenkomplex füllen.

00:32:09: Ich möchte mich aber ganz herzlich bedanken.

00:32:10: Ich finde, Sie haben sich auf eine wahnsinnig konstruktive Art schon ein bisschen eingeschenkt.

00:32:16: Vielen, vielen Dank, dass Sie da waren.

00:32:18: War mir eine Freude.

00:32:19: Absolut.

00:32:22: Mir auch.

00:32:22: Viel Spaß gemacht.

00:32:23: Vielen Dank.

00:32:23: Danke schön.

00:32:27: Und jetzt ehrlich, Wat Nu?

00:32:28: Welche eine konkrete wirtschaftspolitische Maßnahme sollte Hamburg jetzt ergreifen, damit Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit

00:32:34: Hand in

00:32:35: Hand gehen?

00:32:36: Liebe Zuhörerinnen

00:32:37: und Zuhörer, wenn euch diese Folge gefallen hat, dann teilt sie gerne und abonniert diesen Podcast und schreibt uns, welche Bedeutung hat für euch der Zusammenhang von Wirtschaft und Klimaschutz in unserer Stadt.

00:32:46: Bis zur nächsten Folge von Hamburg Wat Nu.

00:32:49: Bleibt wissbegierig, engagiert und optimistisch.

00:32:51: Dieser Podcast wird gepowert von den

00:32:53: Hamburger Energiewerken.

00:32:54: Deine Stadt, deine Energie, unser Werk.

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